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Abschiebeflug erreicht Kabul Flüchtlinge und Gefährder nach Afghanistan abgeschoben

Bund und Länder haben 27 afghanische Flüchtlinge zurück nach Kabul gebracht - die größte Gruppe seit Langem. Zum ersten Mal sollen auch zwei sogenannte Gefährder an Bord gewesen sein. Es war die achte Sammelabschiebung seit Dezember 2016.

Stand: 07.12.2017

Flugzeug steht in Frankfurt am Main | Bild: picture-alliance/dpa|Boris Roessler

Eine weitere Gruppe von aus Deutschland abgeschobenen afghanischen Flüchtlingen ist mit dem Flugzeug in Kabul eingetroffen. Die aus Frankfurt am Main kommende Maschine sei um kurz nach 8.00 Uhr (Ortszeit) gelandet, sagte der Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Schah Saman, am Flughafen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Abend waren 27 Passagiere an Bord. Das ist die größte Gruppe seit dem zweiten Abschiebeflug im Januar, als 26 abgelehnte Asylbewerber nach Afghanistan zurückgebracht worden waren.

Zwei Gefährder an Bord

Zum ersten Mal sollen auch zwei sogenannte Gefährder an Bord gewesen sein - Menschen, denen die Behörden terroristische Taten zutrauen. Auf afghanischer Seite gab es aber keine besonderen Maßnahmen. "Hier ist niemand der Polizei übergeben worden", sagte der Leiter der Beobachtungsgruppe im Flüchtlingsministerium, Faisurrahman Chadam. "Wir fertigen die Passagiere ab wie üblich. Sie gehen alle nach Hause." Was den Gefährdern genau vorgeworfen wird, blieb zunächst unklar. Nach einem massiven Bombenanschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul im Mai hatten Bund und Länder Abschiebungen auf Straftäter, Gefährder und sogenannte Identitätstäuscher beschränkt.

Großteil der Flüchtlinge kommt aus Bayern

Auf der Liste der Abschiebekandidaten standen aber nach Auskunft von Flüchtlingsaktivisten und Anwälten mindestens drei junge Männer, die in keine der drei Kategorien gehörten, unter ihnen ein junger Mann, der aus der Ausbildung in Bayern heraus abgeschoben werden sollte. Unterstützer des Mannes hatten zuvor in Bayreuth gegen die Abschiebung demonstriert. Die Asylanwältin Myrsini Laaser beklagte in der Nacht Verfahrensfehler. Ein Eilantrag gegen die Abschiebung eines anderen Mandaten sei vom Verwaltungsgericht München schon abgelehnt worden, während sie noch dabei gewesen sei, Unterlagen dorthin zu faxen.


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