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Weniger Flüchtlinge Verschnaufpause an Bayerns Grenzen

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Bayern wollen, ist am ersten Adventswochenende spürbar gesunken. Nach Angaben der Bundespolizei passierten am Samstag 1.760 Menschen die Grenzen in Ober- und Niederbayern. Am Mittwoch waren es noch dreimal so viele.

Von: Christoph Arnowski/Michael Buchner

Stand: 29.11.2015

Behörden und Helfer vermuten, dass Schnee, Regen und Kälte die Flüchtlinge auf der Balkanroute ausbremsen. Weiterer Grund könnte das schlechte Wetter in der Ägäis sein, viele Menschen hätte nicht von der Türkei nach Griechenland übersetzen können.

Die Bundespolizei wollte diese Vermutungen nicht bestätigen. "Das wäre reine Spekulation", sagte eine Sprecherin am Sonntag. Sie bestätige aber, das sich der Abwärtstrend auch am Sonntag fortgesetzt habe; genaue Zahlen hatte sie noch nicht.

Am Samstag waren über Freilassing und Rosenheim mehr als 1.000 Flüchtlinge eingereist, 690 über Niederbayern. Am Freitag waren es noch 2.210 Neuankömmlinge - 1.140 über den Raum Freilassing und Rosenheim, 1.060 über Niederbayern.

Durchatmen in den Notunterkünften

Das ist deutlich weniger als in den vergangenen Tagen, an denen jeweils 4.000 bis 6.000 Migranten nach Niederbayern einreisten. Am Hauptbahnhof Passau wurden am Freitag lediglich 50 Migranten gezählt. Den Rest registrierten die Beamten an den Grenzübergängen Neuhaus und Simbach. Dieser deutliche Rückgang führt zu einer Entlastung der bisher angespannten Lage in den Notunterkünften. So verbrachte kein einziger Flüchtling die Nacht auf Samstag in den Passauer Paul-Hallen.

Die Bundesstraße 388 beim Grenzübergang Wegscheid zwischen Österreich und Niederbayern wurde zum ersten Mal seit Wochen wieder freigegeben. Dieser Grenzübergang wird momentan gar nicht mehr angefahren. Das Flüchtlingszelt ist leer, alle Helfer und Bundespolizisten wurden abgezogen.

In Neuhaus ist im Laufe des Samstags ein winterfestes Zelt in Betrieb genommen worden. Hier müssen die Flüchtlinge warten, bis sie auf andere Einrichtungen verteilt werden. Das winterliche Wetter mit Schnee stellt laut Bundespolizeisprecher Heinrich Onstein keine Probleme dar.

Die Situation in den vergangenen Wochen:


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