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Rettung aus Seenot Deutsches Schiff nimmt 212 Flüchtlinge auf

Das deutsche Schiff "Berlin" hat im Rahmen der Operation "Sophia" im Mittelmeer mehr als 200 Menschen aus Schlauchbooten gerettet. Sie wurden der italienischen Küstenwache übergeben.

Stand: 23.12.2015

Flüchtlinge auf einem Boot auf dem Mittelmeer | Bild: picture-alliance/dpa

Deutsche Marinesoldaten haben bei ihrem Einsatz im Mittelmeer mehr als 200 Flüchtlinge aus zwei Schlauchbooten gerettet. Sie wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums am Mittwoch vor der libyschen Küste an Bord des Einsatzgruppenversorgers "Berlin" genommen. Inzwischen kümmert sich die italienischen Küstenwache um die Geretteten.

Fast 10.000 Flüchtlinge seit Mai gerettet

Unter den insgesamt 212 Geretteten waren acht Kinder und fünf Schwangere. Die Bundeswehr beteiligt sich mit zwei Schiffen an der Mission EUNAVFOR MED, die auch Operation "Sophia" genannt wird. Seit Beginn des Einsatzes im Mai haben deutsche Soldaten zwischen Libyen und Italien insgesamt 9.753 Flüchtlinge aus Seenot gerettet.

Operation "Sophia"

Marine-Soldaten beim Einsatz im Mittelmeer

Die Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber der Operation "Sophia" werden auf hoher See und im internationalen Luftraum zwischen der italienischen und libyschen Küste eingesetzt. Sie überwachen das Seegebiet und beobachten die Aktivitäten von Schleusern.
Die Schiffe des Verbands dürfen in internationalen Gewässern Boote anhalten und durchsuchen, bei denen der Verdacht besteht, dass sie von Schleusern genutzt werden. Diese können beschlagnahmt und umgeleitet, Schleusereiverdächtige an Bord eines Kriegsschiffs genommen und an einen EU-Mitgliedsstaat übergeben werden.
Die Schiffe sind nach dem Völkerrecht, dem Mandat und den Einsatzregeln berechtigt, militärische Gewalt zur Durchsetzung ihres Auftrags einzusetzen. Insgesamt beteiligen sich 22 europäische Nationen mit rund 2.100 Soldaten und Zivilpersonal an der Operation "Sophia".

Außerdem haben die Teilnehmer der Operation "Sophia" die Aufgabe der Seenotrettung: Wenn die Schiffe auf mit Flüchtlingen besetzte Boote treffen, einen Notruf empfangen oder von der Seenotleitstelle informiert werden, sind sie zur Hilfeleistung verpflichtet. Die Seenotleitstelle Rom koordiniert die Rettungseinsätze. Die Seenotleitstelle informiert Schiffe über Seenotfälle in einem Einsatzgebiet von der Größe Deutschlands.

Weltsicherheitsrat billigt militärisches Vorgehen gegen Schleuser

Seit Oktober dürfen die Schiffe der Operation "Sophia" militärisch gegen die Schleuser vorgehen. Der UN-Sicherheitsrat hat diesen EU-Militäreinsätzen zugestimmt. Aufgebrachte Schlepperboote können beschlagnahmt oder zerstört werden.


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