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Leere Grenzübergänge Flüchtlingsstrom nach Bayern schlagartig abgerissen

Die österreichischen Behörden haben in den vergangenen 24 Stunden keinen einzigen Flüchtling mehr an Deutschland übergeben. Die Bundespolizei vermutet, dass das mit Grenzschließungen auf der Balkanroute zusammenhängt.

Von: Oliver Bendixen und Guido Fromm

Stand: 24.02.2016

Flüchtlinge an der deutsch-österreichischen Grenze nahe Hanging (Österreich). | Bild: picture-alliance/dpa

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Bayern ist nach Informationen des Bayerischen Rundfunks schlagartig abgerissen. Ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte am Nachmittag, dass innerhalb von 24 Stunden kein einziger Flüchtling von den österreichischen Behörden an die Bundespolizei übergeben wurde.

Transport von Österreich abgesagt

Dies sei das erste Mal so, seit vor einigen Wochen eine geordnete Übergabe zwischen der Bundesrepublik und Österreich verabredet wurde. Die Bundespolizei vermutet, dass diese Entwicklung mit dem Einreisestopp zu erklären ist, der zuletzt von einigen Balkanstaaten verfügt wurde. So sollten heute beispielsweise am Grenzübergang Simbach am Inn in Niederbayern 500 Flüchtlinge an die Bundespolizei übergeben werden, wie üblich jeweils 50 Personen pro Stunde - gekommen ist jedoch keiner. Der Transport sei von österreichischer Seite abgesagt worden, so ein Sprecher der Bundespolizei auf BR-Nachfrage.

Polizei spricht von etwa 50 illegalen Grenzübertritten

An einigen Übergängen und bei Kontrollaktionen entlang der "grünen Grenze" wurden 50 Personen aufgegriffen, die illegal eingereist waren. Das entspricht aber nach BR-Informationen der üblichen Zahl innerhalb von 24 Stunden. Allerdings befürchten Bundespolizisten, dass nun wieder verstärkt Schleuser versuchen werden, Flüchtlinge illegal über die Grenze ins Bundesgebiet zu bringen.

Von den rund 2.400 Betten in der sogenannten Auffangeinrichtung in Erding war heute kein einziges belegt.


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