129

Flächenfraß in Bayern Grüne beschließen Volksbegehren

Der Landesausschuss der bayerischen Grünen hat beschlossen, ein Volksbegehren gegen die weitere Flächenversiegelung auf den Weg zu bringen. Unter dem Motto "Für ein lebendiges Bayern - Betonflut eindämmen!" will die Öko-Partei damit per Gesetz die Lebensqualität in Bayern verbessern.

Von: Arne Wilsdorff

Stand: 22.07.2017

Flächenfraß in Bayern von oben | Bild: Klaus Leidorf

Laut Grünen-Landeschef Eike Hallitzky "droht Bayern sein Gesicht zu verlieren, wenn immer mehr Gewerbegebiete, Discountmärke, Parkplätze und Lagerhallen auf der grünen Wiese entstehen". Schließlich verschwinde jedes Jahr ein halber Chiemsee unter Beton und Asphalt, so Hallitzky.

Eike Hallitzky

Weil die CSU das Baurecht noch weiter aufgeweicht habe, werde es künftig "noch leichter", ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen Gewerbegebiete in "unsere bayerische Natur- und Kulturlandschaft" zu bauen. Mit dem Volksbegehren wollen die Grünen deshalb "den ausufernden Flächenfraß eindämmen und zugleich genug Raum für bauliche Entwicklung geben", so Hallitzky.

Allianz mit BUND und Bauernverband angestrebt

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bayerischen Landtag, wirbt offen um Unterstützung des noch zögerlichen Bund Naturschutz (BUND). Ihm ist klar, "nur mit starken Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen" und "dem starken Partner Bund Naturschutz erfolgreich sein" zu können. Schließlich stehe man hier auf derselben Seite. Außerdem setzt Hartmann auf "Landwirte, denen Ackerboden verloren geht, ältere Menschen, die unter der Verödung ihrer Ortszentren leiden". Auch eine Allianz mit dem Bauernverband können sich die Grünen vorstellen.

Ludwig Hartmann

Im Landesausschuss votierte - mit 14 gegen eine Stimme - eine übergroße Mehrheit für das Volksbegehren. Dem 21-köpfigen Gremium gehören Grünen-Vertreter aus Landesführung, Landtags- und Bundestagsfraktion sowie den Bezirken an.

Zusammen mit Partnern wie dem Bund Naturschutz soll noch bis zum Herbst ein Gesetzestext erarbeitet werden, um noch in diesem Jahr die zunächst nötigen 25.000 Stimmen für das Begehren sammeln zu können.

Volksbegehren

Mit einem Volksbegehren können Bürger in Bayern selbst Gesetze initiieren. Dafür müssen allerdings einige Hürden genommen werden: Unter anderem müssen sich zehn Prozent der Wahlberechtigten in Unterschriftenlisten eintragen, um einen Volksentscheid zu erzwingen.

Bildergalerie: Der Flächenfraß aus der Luft gesehen


129

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Dr. Herbert Sirois, Freitag, 28.Juli, 12:29 Uhr

33. Flächenfraß in Bayern

Es ist Zeit, dass man das Volk über den Ausverkauf unserer bayerischen Heimat entscheiden lässt! Landschaft, Natur und die kleinbäuerliche Landwirtschaft sind bei uns längst zum Opfer einer Politik geworden, die die Ausbeutung der Schöpfung zum Grundsatz erhoben hat. Schneller Profit statt nachhaltiges Wachstum lautet das Motto. Wir sollten in Bayern klüger sein, als einen Landverbrauch von 18 ha pro Tag, einer Fläche so groß wie 25 Fußballfelder, zur Entwicklungsgrundlage zu machen. Das Gegenteil ist aber leider der Fall, die CSU-Regierung befeuert diesen Trend derzeit sogar noch mit einem skandalösen Herunterregeln der Naturschutzrichtlinien und der Verwässerung des Landesentwicklungsplans. Heimatpfleger beklagen heute schon die Gefahr des Verlustes kultureller Identität in einer gesichtslosen Umwelt. Es bleibt zu hoffen, dass die Vernunft in Bayern siegt und nicht der kurzsichtige Egoismus, der eigenen Konsum vor Verantwortung und die Bewahrung der Heimat stellt.

Zottmann Regina, Mittwoch, 26.Juli, 18:05 Uhr

32. Flächenfraß

Es ist absolut Sinnvoll, denn seine Heimat betoniert man nicht zu und Häuser wird man immer bauen können, am besten mit Köpfchen!

Martin Laberthaler, Dienstag, 25.Juli, 07:40 Uhr

31. Die 5%-Hürde lässt grüßen

Sicher, ein paar Leute werden diesen Vorschlag toll finden. Weniger "sinnloser" Beton.

Dann gibt es aber noch die Leute, die arbeiten müssen und Ambitionen im Leben haben, die sich nicht von der ideologischen Wohlstandsverwahrlosung, die die Grünen repräsentieren, einschränken lassen wollen. Wenn erstmal klar ist, dass man kein Haus mehr bauen kann, um den "Flächenfrass" zu stoppen, ist es dann plötzlich nicht mehr lustig.

Die Grünen - Naturschutz mit Windrädern. Und Beton ist böse!!!

Tobias Meier, Dienstag, 25.Juli, 07:18 Uhr

30.

"Flächenfraß" - wenn ich das schon höre.

"per Gesetz die Lebensqualität in Bayern verbessern" - und dazu tragen Neubauten nicht bei?

Ich hoffe mal, die Grünen sind dann auch so konsequent und stoppen den Bau von Windrädern - unter denen leidet die Natur- und Kulturlandschaft sicher mehr.

Aber, vielleicht ist es auch nur das erklärte Ziel der Grünen, endlich an der 5%-Hürde zu scheitern. Ich gönne es Ihnen von Herzen.

Timo Baumann, Montag, 24.Juli, 20:39 Uhr

29. Flächenfraß

Hallo, lieber BR: Schön, dass Sie Kommentare zensieren, könnte ja sonst direkt ein für die staatstragende Partei und ihre Repräsendanten kritischer Beitrag erscheinen. Würde es mal mit dem aufrechten Gang versuchen, aber das kann sich beim CSU-Funk doch etwas abträglich auswirken.

  • Antwort von Tobias Meier, Dienstag, 25.Juli, 08:02 Uhr

    Also, man kann dem BR sicher viele Vorwürfe machen, aber dass er der CSU unkritisch nahestehe, sicher nicht. Wenn man diesen Beitrag hier liest, kommt es einem eher so vor, als lese man unkritisch übernommene Pressemitteilungen der Verbotspartei.

  • Antwort von Timo Baumann, Mittwoch, 26.Juli, 16:31 Uhr

    @T.Meier: Warum werden dann oft Beiträge, die sich kritisch (nicht verleumderisch oder ähnl.) mit dem Gebahren der "Staatspartei" und ihnen nahe stehenden Personen befassen, im Forum nicht gebracht? Sicherlich wirkt da der "vorauseilende Gehorsam" gegenüber der CSU, der ja im BR Jahrzehnte verlangt und gepflegt wurde, noch nach. Denn wirklich kritische und nachtarockende Journalisten werden es gegen den alten und immer noch aktiven Geist sehr schwer haben. Nun ja, es war schon immer beschwerlich, den BR zu hören, immerzu den schwarzen Ruß vor den Lautsprechern wegzukehren, und dies schon seit über 60 Jahren.