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Nach Anschlag in Londoner U-Bahn Polizei nimmt Verdächtigen fest

Die Ermittler sprechen von einem "bedeutenden Zugriff": Im Hafenbereich von Dover am Ärmelkanal ist ein 18-Jähriger festgenommen worden, der mit dem gestrigen Anschlag in Verbindung gebracht wird.

Von: Eva Böck

Stand: 16.09.2017

Polizei- und Krankenwagen vor Ort des Anschlag in Londoner U-Bahn | Bild: picture-alliance/dpa

Seit gestern Nachmittag gilt in Großbritannien die höchste Terrorwarnstufe, im ganzen Land wurde die Polizeipräsenz erhöht. Jetzt gibt es also offenbar einen ersten Fahndungserfolg.

"Heute Morgen gab es im Rahmen unserer Ermittlungen eine wichtige Festnahme."

Neil Basu, stellvertretender Polizeichef

Am Hafen von Dover griffen die Ermittler zu.

Der Zugriff in der Hafengegend von Dover sei unter dem Antiterrorgesetz erfolgt, hieß es. Er ändere allerdings nichts an der Bedrohungslage im Land: Sie bleibe kritisch, und die Ermittlungen würden im gleichen Ausmaß fortgesetzt. Beobachter ziehen aus dieser Äußerung den Schluss, dass noch andere gefährliche Verdächtige auf freiem Fuß sind.

Soldaten und Polizisten auf den Straßen

Nicht nur mehr Polizei, sondern auch mehr Militär ist heute auf den Straßen von London und anderer britischer Großstädte zu sehen. An bestimmten, besonders exponierten Orten würden Soldaten die Wachdienste von Polizeibeamten übernehmen, sagte Premierministerin Theresa May in einer Fernsehansprache. Und auch in Zügen würden künftig mehr bewaffnete Sicherheitskräfte zu sehen sein.

Fünfter Anschlag in Großbritannien in diesem Jahr

Mitten im Berufsverkehr war gestern eine Bombe in einem U-Bahn-Zug explodiert, an der Station Parsons Green im Westen der britischen Hauptstadt. 29 Menschen wurden verletzt. Todesopfer sind wohl nur deshalb nicht zu beklagen, weil die selbst gebastelte Bombe nicht richtig funktionierte. Die Terrormiliz IS reklamierte die Tat noch gestern für sich. Die britische Regierung sprach schon früh von einem Anschlag. Es war bereits der fünfte in Großbritannien in diesem Jahr.

"Versager"-Terroristen

US-Präsident Donald Trump drückte May in einem Telefonat sein Mitgefühl aus. Dabei sagte er nochmal, was er zuvor schon getwittert hatte: Die Polizei habe die "kranken und verrückten" Menschen in Sichtweite gehabt und hätte proaktiv handeln müssen. Sprich: Die britische Polizei sei nicht entschlossen genug gegen Verdächtige vorgegangen. Den oder die Attentäter nannte er "Versager".


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