21

Bürgerfest zum Auftakt Fest der Deutschen Einheit in Mainz

In Mainz begannen bereits gestern die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit mit einem Bürgerfest. Am heutigen Dienstag werden zahlreiche Spitzenpolitiker erwartet, darunter Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsidenten Norbert Lammert und Kanzlerin Angela Merkel.

Von: Roderik Wickert

Stand: 03.10.2017

Die Worte "Einigkeit, Recht, Freiheit" auf schwarz-rot-goldenem Papier  | Bild: picture-alliance/dpa

Das Zusammenwachsen von Ost und West wird zum Nationalfeiertag immer wieder genau unter die Lupe genommen. So auch dieses Jahr wieder. Ost und West gleichen sich immer mehr an, doch um die immernoch zu bestehenden Unterschiede zu überwinden, bedürfe es weiterer Anstrengungen.

Ost und West noch nicht wirklich vereint

Am Rande des heutigen Auftakttages zur Einheitsfeier sagte die rheinlandpfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dass das Ergebnis der Bundestagswahl als Warnsignal eines mangelnden Zusammenhalts zwischen Ost und West gesehen werden könne.

"Es gibt immer noch viele Menschen in vielen Regionen im Osten und Westen, die sich auch nicht mitgenommen fühlen."

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin Rheinland-Pfalz

AfD nicht nur im Osten stark

"Die Wahlen sind für uns durchaus auch so etwas wie ein Moment zum Nachdenken und Überlegen, was ist falsch gelaufen, dass so viele Menschen irritierend gewählt haben", sagte Dreyer. Gleichzeitig machte die Landeschefin klar, dass es falsch sei, das Erstarken der AfD vor allem als ostdeutsches Problem zu bewerten. Dreyer zog dennoch eine insgesamt positive Bilanz am 27. Tag der deutschen Einheit, doch der Prozess des Zusammenwachsens sei noch nicht beendet - "wir müssen weiter zusammenwachsen".

Regionale Unterschiede verschärfen sich

Und die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, warnte vor neuen Strukturproblemen in Ostdeutschland. Die Wirtschaftsleistung habe sich zwar seit der Wende mehr als verdoppelt und die Arbeitslosigkeit sei gesunken. Trotzdem: Das Bruttoinlandsprodukt liegt im Osten pro Kopf bei gerade einmal bei  73 Prozent des westdeutschen Vergleichswertes und die Produktivität in den Betrieben bei etwa 80 Prozent.

Regionale Unterschiede hätten sich durch Globalisierung und demografischen Wandel verschärft. Die Annäherung zwischen Ost und West sei zwar auf einem guten Weg, dieser sei aber noch nicht abgeschlossen.


21

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Argus A., Dienstag, 03.Oktober, 18:16 Uhr

12. Distanz

Bürgerfest in der Hochsicherheitszone
Seit dem Besuch des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bush hat Mainz nicht mehr solche Sicherheitsvorkehrungen erlebt. Nach den negativen Erfahrungen bei der Einheitsfeier in Dresden werden die Bürger nun auf Distanz gehalten.

(Die Welt)

  • Antwort von Argus A., Dienstag, 03.Oktober, 18:40 Uhr

    Es war die "FAZ", sorry.

Timothy, Dienstag, 03.Oktober, 14:53 Uhr

11. Osten?

der "Osten" ist verloren. Durch den 2. Weltkrieg und die rechten Hetzer die uns das einbrockten und die heutzutage wieder erstarken. Wenn man das Thema selbstbewusst, kontruktiv und selbstkritisch angehen würde könnte man an diesem Tag an den "Osten" erinnern und positive Lehren daraus ziehen anstatt ihn und seine Bewohner einfach unter den Tisch der Geschichte zu kehren.

Milac, Dienstag, 03.Oktober, 13:23 Uhr

10. Historisches Glück der Einheit

Bei allen Differenzen, Unterschieden und Mißständen: Ich bin als Wessi dankbar für die Einheit!
So ein Dusel, dass es einen Wojtila, Walesa, Gorbatschow, Kohl, Schabowski und einige andere mehr gab, war ziemlich einmalig in der Geschichte.

Arme gab und gibt es im Westen genauso wie im Osten. Unterschiede oder Ungerechtigkeiten haben wir auch zwischen Nord und Süd. Es gilt, selbst aktiv zu werden.
Viele Ossis haben es super gemacht und Unternehmen gegründet. Die Infrastruktur ist manchen Gegenden besser als die im Westen.
Einige sind aber noch nicht im Westmodus angekommen und glauben immer noch, der Staat würde alles organisieren oder sei dafür zuständig.
Diese Menschen müssen motiviert werden und Anreize bekommen. Die Intiative ergreifen und selbst organisieren. Nein, nicht Pegida und Co. Lösungen für die Zukunft können die nämlich nicht anbieten.

Trotzdem bleibe ich Einheits-Fan, denn wir haben zusammen schon viel erreicht.

Gratulation Deutschland!

Udo Pablitschko, Dienstag, 03.Oktober, 10:01 Uhr

9. @ Maria Gamsler

IST-SITUATION mit wenigen Worten perfekt beschrieben !

Bester Kommentar ! Danke !

Seppl, Dienstag, 03.Oktober, 09:57 Uhr

8. Der große Graben zwischen Ost und West

.. so titelt die FAZ zum Tag der Einheit.

Es gibt noch viel mehr Gräben: zwischen Demokraten und Meinungsdiktatoren, zwischen Armen und Reichen, zwischen der arbeitenden Bevölkerung und Transferleistungsempfängern.

Die Bevölkerung wird in den nächsten Jahren auf 83 Millionen wachsen. statt, wie bisher prognostiziert, zu schrumpfen. Damit ist die Grundlage für die massiven Einschnitte bei der Altersversorgung entfallen. Gebt uns zurück, was Rot-Grün uns genommen hat, und viel mehr Menschen werden sich mitgenommen fühlen.

  • Antwort von konstanze, Dienstag, 03.Oktober, 13:36 Uhr

    die kommentare dazu mit den höchsten zustimmungswerten lassen mich hoffen. ebenso beim artikel "warum der protest sich ausweiten könnte"

  • Antwort von Bavarian Joseph, Dienstag, 03.Oktober, 13:42 Uhr

    Und was genau hat man ihnen genommen?

  • Antwort von Seppl, Dienstag, 03.Oktober, 18:49 Uhr

    Den Vorruhestand, Urlaubstage, die Rente mit 65, die Rentenhöhe - Minderung um 20 % bis 2030 -, eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 41 Stunden, höhere Krankenkassenbeiträge usw.
    Die direkten Maßnahmen (ohne Rente) bedeuten einen Einkommensverlust von 16 %.

    Reicht das?
    Die Agenda 2010 war das größte Sozialabbauprogramm, das es je gab.

  • Antwort von Bavaria Joseph, Mittwoch, 04.Oktober, 13:48 Uhr

    Tja, war aber leider notwendig.

    Irgendwie muss man es auch finanzieren können.