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#faktenfuchs Überall Hundebeutel - fehlen Mülleimer?

Immer öfter stößt der Förster Markus König bei seinen Wald-Patrouillen auf frei herumliegende Hundekot-Beutel. Ist es die Achtlosigkeit der Hundebesitzer, oder sind es fehlende Mülleimer?

Stand: 12.07.2017

Hier fehlt ein Abfalleimer | Bild: Jürgen P. Lang (BR)

Das Video, das unseren BR24-Mitarbeiter auf Streife mit Förster Markus König zeigt, wurde von unserer Userin Ilse Sauer mit folgender Frage kommentiert:

"Warum nehmen die Städte und Gemeinden die Abfalleimer weg? Weil die ganz Schlauen sich Müllgebühren sparen wollen und ihren ganzen Dreck auf die öffentlichen Mülleimer verteilen!"

Ilse Sauer

Fehlende Mülleimer?

Das Problem ist nicht neu. Nicht nur in Zügen der Bahn oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln fehlen offenbar Abfallbehälter. Ein Blick auf die Berichterstattung zeigt: Auch im öffentlichen Raum werden sie weniger oder verschwinden ganz - und das nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland. Ob im Berliner Bezirk Spandau, in Lüdinghausen oder auf dem Münchner Oktoberfest; ob an Bushaltestellen oder an Eingängen zu Parkanlagen und Walderholungsgebieten. Aber sind das nur möglicherweise Einzelfälle?

Die Kommune darf entscheiden, ob Abfalleimer entfernt werden

Achim Sing, Pressesprecher beim Bayerischen Städtetag, sagt, dass das Problem bekannt ist. "Wenn Menschen ihren privaten Hausmüll in öffentlichen Abfalleimern entsorgen, werden die aus Kostengründen entfernt." Wann und ob das passiert, liege allerdings im Ermessen der jeweiligen Stadt oder Kommune.

München hängt Jahr für Jahr mehr Abfalleimer auf

Derzeit stehen in München zirka 10.000 Abfallbehälter in Parks und Grünanlagen, im öffentlichen Straßenraum, auf Plätzen, an der Isar und in der Fußgängerzonen. Werden neue Grünanlagen geschaffen, wie jetzt über dem Luise-Kiesselbachtunnel, kommen natürlich weitere Abfalleimer dazu. Werden auch welche abgehängt? Auf keinen Fall, diese Behauptung ist völlig abwegig - sagt Vanessa Assmann vom Baureferat.

"Die Stadt München erweitert das Angebot an Abfallbehältern in Parks und Grünanlagen sowohl hinsichtlich Anzahl als auch Volumen seit Jahren kontinuierlich - ebenso wie deren Leerung und die entsprechende Reinigung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen. Damit orientiert sich die Stadt am Bedarf."

Vanessa Assmann, Baureferat München

Eine vorgeschriebene Mindestanzahl von Eimern gebe es dabei nicht. Auch die Zahl der Hundekottütenspender (aus denen Hundebesitzer im Jahr durchschnittlich 6 Mio kostenlose Tüten) entnehmen, hat sich in den letzten beiden Jahren von 400 auf 800 verdoppelt. Auch hier werden entsprechend Abfallbehälter installiert.

Auch die Zahl der Hundekottütenspender (aus denen Hundebesitzer im Jahr durchschnittlich 6 Mio kostenlose Tüten) entnehmen, hat sich in den letzten beiden Jahren von 400 auf 800 verdoppelt. Auch hier werden entsprechend Abfallbehälter installiert.





So gab es beispielsweise im Februar 2009 im Münchener Stadtteil Au einen Antrag des Bezirksausschusses, am Regerplatz mehr Abfallbehälter aufzustellen. Mehrere Anwohner hatten demnach kritisiert, dass der Platz oft verschmutzt ist. Das Baureferat stimmte zu, probeweise einen weiteren Abfalleimer aufzustellen - mit der Einschränkung, dass dieser entfernt werde, falls er zur "Hausmüllentsorgung missbraucht" werde.

Manchmal bemerken Anwohner, wenn es Probleme mit der Müllentsorgung an öffentlichen Abfalleimern gibt, und melden es der Stadt - manchmal fällt es der städtischen Müllabfuhr auf, sagt Sing. Und was machen Hundebesitzer in solchen Fällen? "Dann nehmen die Leute den Hundekot eben mit nach Hause und entsorgen ihn dort."

BR24 arbeitet mit dem Startup #factfox zusammen. Unsere Social-Media-Redakeure nutzen den digitalen Helfer, um immer wiederkehrende Behauptungen und Fragen auf ihren Wahrheitsgehalt zu checken. Die besten Geschichten veröffentlichen wir.


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