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Faschingssonntag Hochstimmung in Bayern, Sturmtief im Rheinland

Überall in Bayern haben die Narren ihre Kostüme schon griffbereit - der Sonntag ist hierzulande der große Tag der Faschingsumzüge. In Köln soll der Umzug trotz Sturmwarnung stattfinden. Düsseldorf wartet ab, Mainz bläst ab.

Stand: 07.02.2016

Fasching 2016: Irgendwie steht in diesem Jahr vieles auf dem Kopf. Zuerst wurde vor allem in Köln und Düsseldorf über die Sicherheit diskutiert und ob die Karnevals-Umzüge überhaupt stattfinden sollen. Es wurde daran festgehalten, doch jetzt könnte das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Für morgen ist ein Sturmtief angesagt.

Mittlerweile ist klar: Der Umzug in Köln soll stattfinden, allerdings ohne Pferde. Ob die Narren auch durch Düsseldorf ziehen, wollen die Organisatoren morgen kurzfristig entscheiden. Für Mainz kam die Absage am frühen Abend.

Jecken müssen hart im Nehmen sein

Die Meteorologen gehen bis jetzt von Sturmböen der Stärke 8 bis 9 aus, teilweise rechnen sie sogar mit Windstärke 10. Das Sicherheitskonzept des Düsseldorfer Karnevals sieht vor, dass der Zug schon ab Windstärke 8 abgesagt wird. Selbst wenn der Zug stattfinden kann: Patschnass werden die Jecken allemal. Sturmtief "Ruzica" hat neben Sturm auch kräftigen Dauerregen im Gepäck.

Wetter meint es gut mit bayerischen Faschingsfans

Der Nürnberger Faschingszug fand zum 618. Mal statt. Im Jahr 1397 sollen die Narren erstmals mit dem Ruf "Nämberch Ahaaaa" durch die Stadt gezogen sein. Mittlerweile zieht das Ereignis rund 100.000 Zuschauer an.

Rund 80.000 waren es in Würzburg - 10.000 weniger als im Vorjahr. Nicht zuletzt aufgrund der Ereignisse an Silvester in Köln hatte die Polizei ihre Präsenz deutlich erhöht und auch die Stadt mehr Beamte von Jugendschutz und Ordnungsdienst im Einsatz. Doch wie in den Vorjahren beschränkten sich die Einsätze auf alkoholisierte Jugendliche.

Bilder aus Würzburg

Buchstäblich halb Mischelbach war auf den Beinen: Den Faschingsumzug durch den Ort unterstützen etwa 200 der 400 Einwohner. Die etwa 25 Gruppen greifen traditionell in ihren Verkleidungen lustige Geschichten und Begebenheiten aus der Dorfgemeinschaft oder politisch Aktuelles auf. 

Orientalischer Fasching

"Schwedenmännles Orientexpress – Mit Volldampf durch die Narrenzeit" lautete das Motto des Karlstadter Faschingszuges. Rund 90 Gruppen gestalteten einen besonders langen Gaudiwurm mit einer Besonderheit: In Karlstadt regiert das erste Prinzenpaar mit türkischen Wurzeln.

Der Gaudiwurm durch Marktoberdorf gilt laut Veranstalter als der größte Faschingszug in Südbayern. Außerdem gab es was zu feiern: Seit mittlerweile 50 Jahren schlängelt sich der bunte Zug durch die Ostallgäuer Stadt. Rund 1.500 Teilnehmer zogen durch die Stadt, Zehntausende jubelten ihnen zu.

Bilder aus Marktoberdorf

1.400 Narren liefen am Nachmittag durch die Oberpfälzer Stadt Hemau, rund 700 Kostümierte gestalteten den Faschingszug durch den Regenstaufer Ortsteil Diesenbach.

Zusmarshausen: "Many colors - one world"

In Zusmarshausen gab es eine Premiere: Bürgermeister Bernhard Uhl begleitete eine Gruppe von jungen Flüchtlingen, die seit einigen Wochen in Zusmarshausen lebt. Vor ihnen ein Transparent mit der Aufschrift "Many colors - one world" (viele (Haut-)farben - eine Welt) als Moto und Appell.

Sonst lief alles wie gehabt: Angeführt wurde der Zug von einem "traditionellen Teil" mit Fußgruppen, Oldtimern und ausschließlich handgemachter Musik. Im zweiten Teil folgten die Wagen mit Disko-Musik und den großen Aufbauten. Den traditionellen Teil gab es mittlerweile zum dritten Mal, so Bürgermeister Uhl, "weil es so gut ankommt".


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