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BR-Reporterin berichtet Falscher Raketenalarm auf Hawaii - "Es brach Panik aus"

Schreckmoment im Pazifik: Die Katastrophenschutzbehörde der USA hat die Bevölkerung fälschlicherweise vor einem Raketenangriff gewarnt. Eine BR-Reporterin erlebte vor Ort panikartige Szenen.

Stand: 13.01.2018

Die Katastrophenschutzbehörde EMA des Bundesstaats Hawaii sandte SMS-Nachrichten an die Bevölkerung, in denen vor einer Rakete gewarnt wird, die im Anflug auf Hawaii sei. "Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Sofort Schutzraum aufsuchen. Dies ist keine Übung." Unter Bewohnern der Inselgruppe und in sozialen Medien gab es panische Reaktionen.

So erlebte BR-Reporterin Katharina Kerzdörfer den Fehlalarm

BR-Reporterin Katharina Kerzdörfer macht gerade Urlaub auf Hawaii. Sie berichtet:

"Im Hotel brach sofort Panik aus, Leute rannten über die Gänge und schrien im Innenhof. Aus der Ferne hörte man Sirenen. Nur mit dem Allernötigsten (Handy...) liefen die meisten in den Keller, wo ein Hotelangestellter einen Technikraum spontan zum Bunker für etwa zwei Dutzend Menschen erklärte. Niemand hatte Handynetz, es herrschte also für einige Minuten völlige Ungewissheit."

BR-Reporterin Katharina Kerzdörfer

Kerzdörfer berichtete weiter, Kinder hätten geweint und sich an ihre Eltern geklammert. Männer hätten spekuliert, dass eigentlich nur Nordkorea hinter einem Angriff stecken könne. Ein Vater sagte zu seinen Söhnen, die US-Raketenabwehr sei hervorragend.

"Repeat. False Alarm."

Die hawaiianischen Hotelmitarbeiter versicherten laut der BR-Reporterin, dass die monatlichen Notfall-Übungen des Staates Hawaii ganz anders aussähen. Irgendwann, nach knapp 15 Minuten, sei das Handynetz zurückgekommen; im Internet hätten die Leute dann die Nachricht gefunden, dass der Alarm ein Fehler gewesen sei. Dann traf auf den Handys auch die offizielle Entwarnung ein: 'There is no missile threat or danger to the State of Hawaii. Repeat. False Alarm."

Karge Berichtigung des Fehlalarms

Auch die US-Streitkräfte teilten später mit, sie hätten ebenfalls keine Anzeichen für eine Raketenbedrohung. Der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Richard Repoza, sagte später, es habe sich um einen Fehlalarm gehandelt. Die Behörde versuche noch herauszufinden, wie es dazu kam.

Auch auf der Pazifikinsel Guam, einem US-Außengebiet, hatte es im vergangenen August einen falschen Raketenalarm gegeben.Beide Gebiete liegen möglicherweise in Reichweite von Raketen aus Nordkorea.


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