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Meteor leuchtete wie ein Feuerball Leoniden-Sternschnuppe sehr unwahrscheinlich

Woher stammt der Feuerball, der gestern Abend auch über Bayern zu sehen war? Eine Vermutung ist, dass es sich um eine Leoniden-Sternschnuppe handelt. Dr. Frank Fleischmann von der fränkischen Sternwarte Feuerstein äußerte gegenüber BR24 Zweifel.

Von: Patrizia Kramliczek, BR-Verifikation

Stand: 15.11.2017

Zurzeit kann der Sternschnuppenstrom der Leoniden beobachtet werden. Doch ob sie auch der Grund für den Feuerball ist, der gestern gegen 18 Uhr auch über Schwaben zu sehen war? BR24-User Dr. Frank Fleischmann von der Sternwarte Feuerstein in Oberfranken äußerte Zweifel daran. Denn die Leoniden seien erst viel später am Abend zu sehen: "Da dieses Sternbild aber erst kurz vor Mitternacht aufgeht, kann man diese Sternschnuppen folglich erst vom Aufgangszeitpunkt bis zum Ende der Nacht beobnachten (2. Nachthälfte.)", schrieb Dr. Fleischmann als Kommentar zum BR24-Artikel.

Wahrscheinlicher: eine Tauriden-Sternschnuppe

Heike Westram aus der BR-Wissen-Redaktion gibt dem User Recht: "Dass es sich um eine Leoniden-Sternschnuppe handelt, ist unwahrscheinlich. Aber gestern hatten die Tauriden-Sternschnuppen ihren Höhepunkt. Dieser Meteorstrom kommt scheinbar aus dem Stier, der gegen 7 Uhr über unserem Horizont erscheint." Die Tauriden seien bekannt dafür, dass sich unter ihnen immer wieder Bolidenbefinden – große, helle Feuerkugeln.

Um genau zu bestimmen, ob es sich um eine Tauriden-Sternschnuppe handelt, müsse man wissen, welche Flugrichtung der Feuerball genau hatte. "Und selbst dann lässt sich so ein Objekt meist nicht eineindeutig zuordnen", so Westram. Es könne sich auch um einen x-beliebigen anderen Meteor handeln, also irgendeinen kleinen Himmelskörper, der in die Erdatmosphäre eingetreten ist und dabei verglühte. Sternschnuppen seien im Prinzip auch nichts anderes.

Gewicht von bis zu einer Tonne

Der Himmelskörper hat aufgrund von Dauer und Helligkeit der Erscheinung vermutlich ein Gewicht von bis zu einer Tonne gehabt. Das äußerte der Augsburger Sternenforscher Dieter Heinlein gegenüber BR-Korrespondentin Barbara Leinfelder. Heinlein glaubt, dass es sich um einen Kometenteil handelt. Diese Fragmente würden auch bei höherem Gewicht in der Regel keinen Schaden auf der Erdoberfläche anrichten. Angst vor einem Himmelstreffer müssen man nicht haben, meint der Augsburger, Kometenmaterie sei sehr fragil. Der Meteoritenspezialist will heute Fotoaufnahmen auswerten. Heinlein hatte schon mitgeholfen, den sensationellen Neuschwansteinmeteoriten zu finden.

Kleines Lexikon

Meteor nennt man das Phänomen, solange es nur als Lichterscheinung auftritt – also zum Beispiel die Feuerkugel. Meteorit würde man ein erhaltenes Bruchstück nennen, Meteorid dann den in die Atmosphäre eintretenden Körper.


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Kommentare

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Sternenstaub, Mittwoch, 15.November, 17:59 Uhr

13. Das war bestimmt ein Zeichen für die CSU.

Wenn man die Kommentare der CSU Verhandlungsführer ertragen muss, dann könnte man meinen, die CSU verglüht auch bald.

  • Antwort von Hrdlicka, Mittwoch, 15.November, 20:57 Uhr

    @Sternenstaub: dann würden sie nach vielen Jahrzehnten ein letztes Mal leuchten...wie schön :-)

TheChemisT, Mittwoch, 15.November, 17:28 Uhr

12. Meteorit???

Ich habe ja schon so einige Meteoriten gesehen, aber was mich bei dieser Sichtung stutzig macht ist der fehlende Schweif!?
Auch wenn ich eher zu den Skeptikern gehöre, sieht mir das nicht nach einem Meteoriten aus... was sagt ihr dazu?

  • Antwort von Hrdlicka, Mittwoch, 15.November, 20:59 Uhr

    @TheChemisT: der ist angefallen und kommt am Heiligen Abend nach :-)

Wolfgang Huber, Mittwoch, 15.November, 16:45 Uhr

11. Taurieden-Leoniden-...Söderieden..??

Es handelte sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine herkömmliche Nebelkerze vom Sternschnuppenstrom der äußeren Söderieden. Diese sind ja bekannt für Ihre kurze Strahlkraft und dem stetigen aber sicheren Verglühen in den Weiten der irdischen Bedeutungslosigkeit.

Hrdlicka, Mittwoch, 15.November, 14:22 Uhr

10. Prof. Dr. Lesch

Was sagt Prof. Lesch denn dazu, fragt halt ihn

Grit, Mittwoch, 15.November, 13:54 Uhr

9. grüner Schweif und orange verglüht

Ich habe am 14.11.17 zwischen 17 und 18 Uhr einen grünen Schweif, und etwas orange verglühen sehen. Über Heldrungen.
Für eine Rakete war die Richtung eigentlich komisch. Und auch so, glaube ich nicht das es eine Rakete war...
Aber ich saß im Auto und konnte es nicht richtig zuordnen.
Was ich so lese, fühle ich mich schon bestätigt, das es vermutlich eine größere Sternschnuppe war.
Heute ist es zwar bewölkt, aber gestern Nachmittag war Himmel wolkenlos...

Ein tolles Erlebnis und ich geh einfach Mal davon aus, das ich eine Sternschnuppe gesehen habe, und freu mich. :)