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Präsident auf Abruf Fahrenschon offenbar vor dem Rückzug

Eine offizielle Bestätigung für Georg Fahrenschons Rückzug vom Amt des Sparkassenpräsidenten gibt es noch nicht, aber ein Nachfolger steht schon bereit für den geordneten Übergang. Sein Stellvertreter Thomas Mang aus Niedersachsen soll zunächst als Übergangspräsident die Führung übernehmen.

Von: Felix Lincke

Stand: 14.11.2017

Georg Fahrenschon | Bild: picture-alliance/dpa/Britta Pedersen

Zwei Dinge werfen einige Sparkassenverbände Georg Fahrenschon vor: Zum einen gab er Jahre lang seine Nebeneinkünfte als Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands DSGV nicht beim Finanzamt an. Das hat er auch zugegeben. Er kassierte dafür letztlich einen Strafbefehl der Münchener Staatsanwaltschaft, gegen den er sich wehren will. Zum anderen verheimlichte Fahrenschon seine Steuerschwierigkeiten dem Verband, obwohl am letzten Mittwoch seine Wiederwahl angestanden hätte.

Ein aussichtsreicher Nachfolgekandidat stünde bereit

Der Wahltermin musste abgesagt werden, weil Medien von dem Strafbefehl erfahren hatten. In Sparkassenkreisen war von enormem Druck und Vertrauensbruch die Rede. Einige forderten Fahrenschon auf, spätestens heute zurück zu treten. Doch er reagierte nicht darauf. Auf ihrem Treffen in Hannover haben die Regionalverbände der Sparkassen über die Zukunft beraten, aber es drang nichts nach außen, schon gar nichts Offizielles. Das Handelsblatt berichtet jetzt, dass Fahrenschon nach konstruktiven Gesprächen mit den regionalen Verbänden über seine Steueraffäre jetzt mit dem zentralen Sparkassen- und Giroverband über die Einzelheiten seines Ausstiegs verhandeln will.

Offiziell äußerten sich beide Seiten nicht, weder der gastgebende Verband von Niedersachsen noch Fahrenschon. Der niedersächsische Verbandschef, Thomas Mang ist zugleich Vize-Präsident beim DSGV in Berlin und gilt als aussichtsreicher Kandidat für eine Nachfolge.

Keine Zeit für Streit

Anders als der Quereinsteiger Fahrenschon, der vorher Finanzminister in Bayern war, hat Mang seine Laufbahn bei den Sparkassen gemacht. Für einen Postenstreit ist keine Zeit, denn im Hintergrund schwelt der Konflikt um die HSH Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie muss mit großem Aufwand saniert und verkauft oder abgewickelt werden. Das Ultimatum der EU dafür läuft im Frühjahr ab. Über die Kosten und möglichen Konsequenzen für die Sparkassen-Finanzgruppe gibt es Streit zwischen Landesbanken und Sparkassen.


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