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"BR Verifikation" startet Wir tun was gegen "Fake News"

Falschnachrichten? Gerüchte? Halbwahrheiten? Fake? Wollen wir enttarnen. Und journalistisch gegenhalten. Heute startet eine zwei Köpfe starke BR-Einheit zur Enttarnung von Falschnachrichten. Ihre Aufgabe: Gerüchte, "Fake News“ und Propaganda im Internet und den Sozialen Medien aufzudecken. Und richtig zu stellen. In BR24, im BR Fernsehen, in den Radioprogrammen des BR.

Von: Wolfgang Vichtl

Stand: 15.05.2017

 BR24, Rundschau, report München, ARD Aktuell – Teamleiter Stefan Primbs erklärt, wie wir gemeinsam gegen „Fake News“ vorgehen | Bild: Lisa Hinder/BR

"BR Verifikation" arbeitet eng mit dem "Faktenfinder"-Team bei ARD aktuell zusammen.

Dem Start der neuen Einheit ging eine mehrwöchige Aufbau-und Testphase voraus. In einem "Bootcamp" wurden die nötigen Tools getestet, mit denen wir schnell und sicher testen können, ob die Fotos, die beispielsweise nach dem Amoklauf in München im Netz und den Sozialen Medien als "echt" ausgegeben wurden, wirklich echt sind oder – wie die meisten – gefälscht.

Vier Wochen Training im "Bootcamp" gegen "Fake News": das Team "Verifikation"

Der BR profitiert dabei auch von den Erfahrungen, die die Kollegen der Tagesschau in den letzten Monaten bei der "Verifikation" von Nachrichten gemacht haben, eine BR-Kollegin arbeitet mit im Team der Tagesschau in Hamburg. Marcus da Gloria Martins, der Pressesprecher der Münchner Polizei, war ebenfalls Gast im Bootcamp, mit den Erkenntnissen seiner Social-Media-Einheit aus der Amoknacht.

Wie verbreiten sich Gerüchte viral?

Das neue Team "Social Listening und Verifikation", geleitet von Stefan Primbs, soll aber nicht nur falsche Behauptungen widerlegen, sondern auch zeigen und erklären, wie sich Gerüchte viral verbreiten. Zum Beispiel in Erklär-Videos über die unterschiedlichen Mechanismen von Propaganda und Falschmeldungen in Sozialen Netzwerken. BR24-Nutzer kennen schon eine Form, mit der wir bei BR24 "Fake News" und Halbwahrheiten enttarnen und erklären, wie es wirklich ist, den "#factfox". Ein von einem jungen Startup mit BR24 entwickeltes, preisgekröntes Tool, das bei BR24 schon eingesetzt wird, um aufzuräumen mit falschen Behauptungen. Andere Formate werden folgen.

Propagandisten entgegentreten

Damit erfüllt der BR auch eine wichtige gesellschaftliche und öffentlich-rechtliche Aufgabe.

"Wenn sich Menschen nicht mehr verlässlich informieren können, gefährdet dies eine Demokratie. Den Verbreitern gezielter Falschnachrichten müssen Qualitätsmedien mit ihrer Recherchekraft entgegentreten. Es kann nicht sein, dass wir Propagandisten das Internet überlassen. Der Preis wären irrationale Konflikte, die eine Gesellschaft aufwühlen und spalten können."

Christian Nitsche, BR-Chefredakteur


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Kornelius Schlehlein, Dienstag, 23.Mai, 23:44 Uhr

44. Neues BR-Team "Social Listening und Verifikation"

Die Überprüfung des Wahrheitsgehalts von Nachrichten ist für den Normalbürger schwierig. Für einen Nachrichtensender ist es Pflicht, die Echtheit von Nachrichten zu überprüfen. Um die Glaubwürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Radio-/TV-Anstalten weiter zu erhalten bzw. zu erhöhen, ist die Aufstellung des BR-Teams "Social Listening und Verifikation" längst überfällig. Den Wahrheitsverdrehern wird damit der Wind aus den Segeln genommen ...

krieger, Dienstag, 23.Mai, 22:55 Uhr

43. Vor der eigenen Haustür kehren

Der BR sollte lieber eine Abteilung schaffen, die im eigenen Programm Fake-News aufspürt und richtig stellt. Etwa den unsäglichen Beitrag "Trotz Pflegereform!
Kosten steigen in vielen Fällen" in der radiowelt vom 31.03.2017, der Sachverhalte heillos durcheinander wirft und sich auf unzuverlässige Gewährsleute stützt. Trotz Hinweis wird der Unfug dann in der Sendung "mehrwert" vom 4. Mai wiederholt - z.T. mit den gleichen desinformierenden Informanten. Da sollte mal eine interne Ermittlung ran - bevor man sich über andere Medien hermacht.

Greka, Freitag, 19.Mai, 13:09 Uhr

42. Fake-News?

Jeder mit Hirn und Verstand kann darauf nicht hereinfallen. Es sei denn, er verlässt sich nur auf ein Medium. Fake-News sind nur für Leute, die darauf empfänglich sind.

Wenn es denn heisst, Trump sei schwul, dann lässt sich das doch schnell abklären. Wenn es heisst, Trump sei dumm, wird es sicher leicht sein, Belege zu finden.

Ausserdem sind Fake-News keine News, sondern Lügen.

Und wie heisst es so schön mit AfD, Trump, Erdogan und Co: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr!

Mathias, Donnerstag, 18.Mai, 18:34 Uhr

41. Was hilft gegen Fake-News?

Das beste Mittel gegen Fake-News ist eine qualitativ gute und ausgewogene Berichterstattung!
Denn wenn die ARD und andere Mainstream-Medien gut und umfassend informieren, dann besteht kaum Bedarf für den Normalbürger sich zusätzlich noch bei potentiell unseriösen Medien zu informieren. Es sind die Lücken der seriösen Berichterstatter, die den unseriösen das Feld bereiten. Da hakt es!

Ich stelle u.a. fest: Im Vergleich zu den Kämpfen um Ost-Aleppo wird leider erschreckend wenig über Mossul berichtet - und wenn, dann mit einer anderen Rhetorik. Russische Kriegsverbrechen werden stark thematisiert, die von befreundeten Staaten wenig. Warum?

Ich frage mich u.a.: was ist eigentlich mit dem Krieg im Jemen? Was ist mit Kriegsverbrechen durch Saudi-Arabien? Was ist mit den am Konflikt beteiligten NATO-Staaten? Was ist damit, dass Deutschland weiter Waffen liefert und auch in Sachen Ausbildung kooperiert? Warum erfahre ich von alle dem so wenig aus dem Programm der ARD?

  • Antwort von Max, Donnerstag, 18.Mai, 20:42 Uhr

    @Mathias
    Sie stellen genau die richtigen Fragen.
    Man kann nur hoffen, dass Ihre Zeilen auch von den Verantwortlichen gelesen werden.
    Eine ehrliche, ausgewogene und faire Berichterstattung gegenüber allen Seiten ist das einzige Mittel gegen die sogenannten Fake News.
    Bei vielen Themen schafft es unser ÖR Rundfunk auch.
    Was Ihre Punkte betrifft, ist es jedoch eine Schande was ARD, ZDF, BR usw von sich geben.
    Das ist NATO Hofberichterstattung anstatt Journalismus.

  • Antwort von Moritz, Freitag, 19.Mai, 13:02 Uhr

    Wäre es nicht wunderbar, wenn sich die 18 - 30jährigen täglich auch mal eine Nachrichtensendung ansehen. Gegen Fake-News hilft nur Bildung und die kommt sicher nicht aus den social media.
    Nachrichten müssen selektiert werden, denn für uns hier ist nicht alles so sehr bedeutsam. Oder hat jemand Interesse am letzten Bombenanschlag in Pattani / Thailand bei dem 50 Menschen schwer verletzt wurden?
    Was nützt mich ein Nachrichtensender, der mir fast lückenlos jedes Verbrechen auf der Welt berichtet? Dann 24 Stunden vor die Kiste zu setzen, um ja alles vor die Nase zu bekommen halte ich für abwegig.

    Schaut euch doch um. Viele wissen über die uns betreffenden und täglich verbreiteten Nachrichten kaum richtig bescheid. Zugegeben, nicht jeder hat auch die Zeit dafür. Wichtiger scheinen häufiger irgendwelche Posts im Fratzenbuch zu sein.
    Diese Kritik müssten sich die Konsumenten schon gefallen lassen.

Dieter, Mittwoch, 17.Mai, 23:05 Uhr

40. Matthäus 7.3

Dazu fällt einem eigentlich nur noch Matthäus 7.3. ein :

"Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?"

  • Antwort von R.S., Mittwoch, 17.Mai, 23:36 Uhr

    @Dieter
    Der Balken in deinem Auge ?
    Den Balken sehe ich bei ihren permanenten Kommentaren woanders.
    Warum wiederholen sie sich ständig ?
    Ihre Aussagen werden dadurch nicht wahrer.