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Der US-Präsident bei Xi Jinping Extra-roter Teppich für Trump in China - und nichts Konkretes

Neben der Großen Halle des Volkes wehen amerikanische und chinesische Fähnchen einträchtig nebeneinander. Harmonisch verliefen auch die Gespräche zwischen den Spitzenpolitikern Trump und Xi. China rollte für Trump den extra-roten Teppich aus. Dafür blieb vieles im Vagen.

Von: Gabi Biesinger

Stand: 10.11.2017

Nach 24 Stunden mit aufwendigem Besuchsprogramm, bei dem Chinas Regierung Donald Trump den extra-roten Teppich ausgerollt hatte, fand der US-Präsident sehr viele warme Worte über seinen Gastgeber:

"Ich danke Ihnen noch einmal für die großzügige Gastfreundschaft. Sie sind ein sehr besonderer Mann!"

US-Präsident Donald Trump

Und Trump kreidete den gigantischen Handelsüberschuss, den China gegenüber den USA hat, plötzlich nicht mehr den Chinesen an, sondern seinen Vorgängerregierungen in Washington:

"Es ist schade, dass sie dieses Ungleichgewicht zugelassen haben."

 US-Präsident Donald Trump

Das offensichtliche Heilmittel dagegen: Deals. Nach offiziellen Angaben wurden Wirtschaftsabkommen im Umfang von rund 250 Milliarden US-Dollar abgeschlossen.

"Wir haben einen sehr guten Start hingelegt mit den gerade unterzeichneten phantastischen Verträgen, die viele Arbeitsplätze schaffen werden."

US-Präsident Donald Trump

Doch unter den Vereinbarungen sind auch Absichtserklärungen, von denen keiner weiß, ob sie je zustande kommen. Die Pressebegegnung in der Großen Halle, in der sonst Parteikongresse stattfinden, folgte übrigens den Regeln des Gastgebers Xi – die sonst üblichen Journalistenfragen am Ende entfielen. US-Außenminister Rex Tillerson sprach dagegen anschließend mit der Presse und gab zu – die Verträge sind ein Tropfen auf den heißen Stein:

"Um ehrlich zu sein, angesichts eines Handelsdefizits von 3-500 Milliarden Dollar, sind die Fortschritte nur sehr klein. Um tatsächlich die Schieflage zu beseitigen, müssen wir noch sehr viel mehr tun."

US-Außenminister Rex Tillerson

Erste Reaktionen aus der US-Wirtschaft waren dann auch skeptisch. James McGregor, Vorstandsvorsitzender der US-Unternehmensberatung APCO in China zeigte sich enttäuscht, dass Donald Trump keine erkennbare Wirtschaftsstrategie gegenüber China habe durchschimmern lassen:

"Für die Wirtschaftsverbände ist das sehr beunruhigend. Trump hat sich einwickeln lassen. Ich fühle mich in die 80er, 90er Jahre zurückversetzt. Gutes Essen, tolle Paläste, sie behandeln ihn wie einen König. Und jetzt stehen wir da und China, die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt, kann seine Wirtschaftspolitik einfach weiterbetreiben, die für die US-Wirtschaft so gefährlich ist."

Chef von APCO James McGregor   

Auch beim Nordkoreakonflikt, dem zweiten Thema, das die Gespräche zwischen den USA und China dominierte, blieb vieles im Ungefähren. Beide Präsidenten betonten die gemeinsame Zielsetzung, Nuklearwaffen von der koreanischen Halbinsel zu verbannen. Dafür zeigte sich Außenminister Tillerson dankbar und erklärte, der US-Präsident habe von China mehr als nur friedlichen Druck auf das Regime in Pjöngjang verlangt. Doch ob China weitere Maßnahmen ergreifen will, blieb offen.


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Kommentare

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Uwe, Freitag, 10.November, 16:24 Uhr

1.

Ich liebe diese Chinesen. Die ziehen diesen Trumpkopf so schnell über den Tisch, dass er die entstehende Reibungshitze für Nestwärme hält.