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Verhandlungen in Brüssel Brexit: Weißer Rauch zur Frühstückszeit

Durchbruch in Brüssel? Die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien scheinen endlich voranzukommen. Bei einem großen Streitthema konnten sich die Verhandlungspartner einigen.

Von: Kai Küstner

Stand: 08.12.2017

Britische und EU-Flagge | Bild: picture alliance / empics

Nachdem das Brexit-Mittagessen am Montag noch gescheitert war, klappte es heute nun zur besten Frühstückszeit in Brüssel: Den entscheidenden Satz wiederholte EU-Kommissionschef Juncker vorsichtshalber in drei Sprachen - auf Englisch, Deutsch und Französisch.

"Es wurden genügend Fortschritte erzielt, damit wir jetzt in die zweite Phase der Verhandlungen eintreten können."

Jean-Claude Juncker, EU-Kommissionschef

Brexit-Streitfrage: Was passiert mit der Irland-Grenze?

Genau darum ging es: Die wichtigsten Brexit-Scheidungsfragen zu klären, damit man damit beginnen kann, unter anderem über ein künftiges Handelsabkommen zu sprechen.

Gescheitert waren die Gespräche noch am Montag an der komplizierten Frage, wie hart oder weich die Grenze zwischen dem EU-Staat Irland und dem zum Königreich gehörigen Nordirland künftig gestaltet werden soll. "Eine harte Grenze in Nordirland wird es nicht geben", erklärte nun Theresa May in Brüssel.

Mays Problem: Ihr Koalitionspartner

Diese Zusicherung war den Iren wichtig gewesen – auch weil sie fürchten, scharfe Grenzkontrollen könnten den Spannungen zwischen Protestanten und Katholiken neue Nahrung geben. Wie genau allerdings die Grenze künftig gestaltet werden soll, ist noch weitgehend unklar. Es seien schwierige Verhandlungen gewesen, gaben beide Seiten zu.

Es war Theresa Mays kleiner Koalitionspartner DUP, der sich noch vor wenigen Tagen als unüberwindbare Hürde erwiesen hatte – und von dem die Premierministerin abhängig ist.

Kommt nun Stufe zwei der Brexit-Verhandlungen?

Doch der Kommissionschef und die britische Premierministerin waren am frühen Morgen gerade mal ein paar Minuten hinter verschlossenen Türen verschwunden, als Junckers Kabinettschef Martin Selmayr bereits kommentarlos ein Foto eines Schornsteins, aus dem weißer Rauch aufstieg, auf Twitter veröffentlichte. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass man sich geeinigt hatte.

Der Druck, einen Deal zu verkünden, war in den letzten Tagen gigantisch geworden: Denn bereits am Donnerstag treffen sich Merkel und Co zum EU-Gipfel in Brüssel. Die Staats- und Regierungschefs müssen nun entscheiden, ob sie sich der Meinung der Kommission anschließen und Stufe zwei der Brexit-Verhandlungen zünden.


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