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Energiedialog Bayern Die große Enttäuschung

Am Ende der zweiten Runde des Bayerischen Energiedialogs herrschte am Montag Katzenjammer bei allen Beteiligten. Eigentlich sollte es bei den Gesprächen im bayerischen Wirtschaftsministerium um die Zukunft der Energiewende gehen, doch dann ging es wieder nur um ein Thema.

Von: Lorenz Storch

Stand: 01.03.2016

Nach der zweiten Runde des Bayerischen Energiedialogs herrscht allseitige Enttäuschung. Sowohl die Initiativen der Trassengegner als auch Vertreter von Wirtschaft und Opposition äußerten sich nach dem Treffen im Wirtschaftsministerium unzufrieden mit den Ergebnissen. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sagte dem Bayerischen Rundfunk:

"Es war eine sehr intensive Diskussion. Das Thema Energiewende ist natürlich ein sehr umfassendes."

Ilse Aigner, Bayerische Wirtschaftsministerin

Stromtrassen waren alles beherrschendes Thema

Entgegen zuvor geäußerten Hoffnungen aus dem Wirtschaftsministerium dominierte die Diskussion um die umstrittenen Stromtrassen durch Bayern erneut weite Teile der Debatte. Nach Teilnehmerangaben nahmen die Vertreter der Trassengegner mit ihren Beiträgen große Teile der Redezeit ein. Trotzdem verließen sie die Veranstaltung demonstrativ vor dem offiziellen Ende.

Hubert Galozy vom Aktionsbündnis der Trassengegner:

"Wir sind bitter enttäuscht über die Schönrednerei, die wir jetzt hier bekommen haben. Dass die Politik viel für die Bürgerinitiativen erreicht habe. Das sehen wir anders, und deswegen sind wir hier jetzt auch etwas früher rausgegangen - weil wir das da drin nicht mehr ertragen konnten."

Hubert Galozy, Aktionsbündnis der Trassengegner

Ernüchterung bei allen Teilnehmern

Entgegengesetzt äußerte sich Bertram Brossardt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Auch er verließ die Veranstaltung wütend vor ihrem Ende.

"Der Austausch in breiter Runde, da gehört es dazu, sich gegenseitig sehr die Wahrheit zu sagen. Ich wundere mich, dass manche Äußerungen hier wieder so waren, als ob wir im letzten Jahr nicht miteinander geredet hätten."

Bertram Brossardt, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft

Der Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, Ludwig Hartmann, sagte dem BR:

"Neues hat man nicht erfahren. Das einzige was sich geändert hat, ist,dass die Staatsregierung jetzt ganz deutlich sagt, dass ein Leitungsausbau notwendig ist."

Ludwig Hartmann, Fraktionsvorsitzender Bündnis90/Die Grünen

Das Wirtschaftsministerium plant in diesem Jahr, anders als bei der Erstauflage des Energiedialogs, keine Folgetreffen in großer Runde mehr. Die Vertreter der Interessengruppen sollen künftig nach Aigners Plänen nur einmal jährlich zusammen kommen.


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f.Weigl, Dienstag, 01.März, 12:06 Uhr

2. Stromtrassen- Energie Dialog Bayern

Warum soviel Aufregung, wenn die Lösung so einfach und nahe ist. Ersten braut niemand mehr den Kohlestrom und somit sind schon zwei Stromtrassen aus dem Rennen. Einzig sinnvolle und notwendige Trasse ist die Südlink, die erneuerbaren Windstrom liefern soll. Nur dazu sollte zumindest eine sinnvolle Stromspeicherlösung gefunden werden. Angeblich gibt es bis 2023 keine brauchbare Speicherlösung. Das ist absolut falsch, weil ein Münchner Start Up die GeRotor AG eine preiswerte und netzstabilisierende Speichermöglichkeit entwickelt hat. Damit kann die Effizienz von volatilen Windstrom erheblich gesteigert werden und einen Trassenausbau auch rechtfertigen, weil damit immer ausreichend Ökostrom verfügbar wäre, wenn er benötigt wird. Aber anscheinend wird wie fast immer ein teurer Kompromiss den Bürgern aufgezwungen, anstelle die Innovationen der jungen und dynamischen Firmen zu nutzen und zu fördern. Ansonsten wird unsere dringend notwendige Energiewende leider ein Rohrkrepierer.

  • Antwort von Feststellung, Dienstag, 01.März, 17:32 Uhr

    Haben sie schon mal in einer Entwicklung gearbeitet, ich glaube nicht, denn dann würden sie nicht so schreiben. Bis so ein verzwicktes System wie unter Ge Rotor AG beschrieben wird in eine landesweite Versorgung integriert ist, vorausgesetzt es funktioniert, das dauert Jahrzehnte. Da ist schon für die lange Zwischenzeit eine Zwischenlösung die sofort greift erforderlich. Was ich nicht verstehe ist, das was von dem Startup Unternehmen vorgestellt wird ist doch nichts Neues. Ein virtuelles Kraftwerk wurde bereits vor 2 oder 3 Jahren durch das Frauenhofer Institut als Kombikraftwerk 2 untersucht und festgestellt, dass es funktionieren würde. Aber so ein komplexes Zusammenspiel der gesamten deutschen Bevölkerung schmackhaft zu machen, das ist momentan nicht möglich, da man sich allein schon weigert auf intelligente Zähler umzustellen. Ebenso ist der Schwungradradspeicher für ganz kurzfristige Speicherungen bekannt. Darum was ist neu? Ich lasse mich gern darüber belehren. Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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N. Schöttl, Dienstag, 01.März, 04:07 Uhr

1. Aigners Tierwelt

Einmal jährlich zusammen kommen? Das ist doch ein Witz! Was soll denn das dann mit "Dialog" zu tun haben? Nach den Pferden kommen jetzt die Katzen dran: ein Katzenjammer.