Aufschub für Gaskraftwerk Irsching 5 bleibt vorerst am Netz
Das Gaskraftwerk Irsching 5 in der Nähe von Ingolstadt bleibt auf jeden Fall bis März 2013 am Netz. Das wurde auf dem Energiegipfel der Staatsregierung vereinbart. Zuletzt hatte es Pläne gegeben, Irsching 5 stillzulegen.
Eon-Chef Johannes Teyssen gab die Wendung nach dem Treffen in München bekannt. Im Gegenzug versprach Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), bis zum Frühjahr auf Bundesebene eine Lösung zu finden, die den langfristigen Weiterbetrieb von Gaskraftwerken ermöglicht. "Ich lege Wert darauf, dass wir hier bis zum Frühjahr Klarheit schaffen", sagte Sehofer im Bayerischen Rundfunk. Nach Ausasage eines Eon-Sprechers käme zum Beispiel ein Einsatz des erst zwei jahre jungen Kraftwerks als strategische Reserve infrage. Die Eigentümer werden dafür allerdings einen wirtschaftlichen Ausgleich erwarten.
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"Was ich heute geschafft habe, war auch meine Miteigentümer von den Stadtwerken in Nürnberg, Darmstadt und Frankfurt zu überzeugen, dass wier hier nicht hopplahopp einfach sagen können wir legen das still. In diesem Winter stehen wir zur Verantwortung, obwohl es viel Geld kostet, dabei zu bleiben."
Eon-Chef Johannes Teyssen
Kraftwerk laut Betreiber nicht rentabel
Streit zwischen Bund und Bayern
Die Bayerische Staatsregierung will Gaskraftwerke seit langem subventionieren. Die Bundesregierung lehnt das bisher ab, sie will die Schließung systemrelevanter Kraftwerke notfalls einfach verbieten.
Am Mittwoch hatten die kommunalen Versorger N-Ergie (Nürnberg), Mainova (Frankfurt) und HSE (Darmstadt) in einem Brief an Seehofer angekündigt, das eigentlich hochmoderne Gaskraftwerk im oberbayerischen Vohburg aus Kostengründen vorübergehend vom Netz zu nehmen. Der Betrieb lohne sich angesichts der Konkurrenz vor allem durch Sonnenstrom nicht mehr. Eon gehören 50,2 Prozent an dem Kraftwerk, die drei Stadtwerke halten gemeinsam den Rest der Anteile.
Zeil: Blackout mit Ansage
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Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hatte für den Fall einer Abschaltung Stromausfälle im Freistaat prophezeit: "Würde die Anlage tatsächlich vom Netz gehen, bekämen wir im Winter einen Blackout nach Ansage", so Zeil. "Deshalb darf und wird Irsching 5 nicht vom Netz gehen." Das "mit über 800 Megawatt sehr leistungsstarke Gaskraftwerk" sei für die Stromversorgung Süddeutschlands in hohem Maße systemrelevant. Diese Bedenken sind nun vom Tisch - vorerst.

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Stefan K., Donnerstag, 06.Dezember, 10:37 Uhr
1.
Klar, schalten wir doch gleich alle unsere landeseigenen Kraftwerke ab - im Zweifelsfall gibt es doch noch Billig-Atomstrom von "Nebenan". Man kann langsam nur noch mit dem Kopf schütteln...