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Wie schnell brauchen wir den Umstieg? Umweltministerin will das E-Auto, IG Metall bremst

Wie werden unsere Autos künftig angetrieben? Darüber streiten nun Umweltministerin Hendricks und die IG Metall. Sie vertritt viele Beschäftigte in der Autobranche und will keinen allzu flotten Umstieg aufs E-Auto.

Von: Birgit Harprath und Gerhard Brack

Stand: 08.07.2017

Elektroauto | Bild: Bayerischer Rundfunk

Um ein Elektroauto zu produzieren, benötigt die Industrie weniger Arbeitskräfte als bei einem mit Verbrennungsmotor. Nun ist die IG Metall nicht gegen neue und umweltschonendere Techniken, nur um Arbeitsplätze erst einmal zu erhalten. Doch ihr Chef Jörg Hofmann fordert einen überdachten Strukturwandel. Dem Bayerischen Rundfunk gegenüber warnt er vor dem von den Grünen geforderten Aus für Verbrennungsmotoren ab 2030.

"Das ist ein Harakirispiel gegen Beschäftigung."

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann

"Werkstoffkreisläufe sind wichtig"

Die Autoindustrie fordert der Gewerkschaftsvorsitzende auf, nicht nur an neue Produkte sprich Fahrzeuge zu denken. Der IG Metall ist wichtig, auch die Produktion von Batteriezellen in Deutschland voranzutreiben. Elektrifizierung lohne sich nur und trage zum Erhalt von Arbeitsplätzen bei, "wenn wir auch zu Werkstoffkreisläufen kommen über Zweitverwertung. Recycling und das können sie nur in einem regionalen Markt und Raum darstellen."

Noch heuer müssten die Weichen für entsprechende Investitionen gestellt werden, fordert der IG Metallchef.

Umweltministerin prophezeit Autobauern Probleme

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dagegen drängt die deutschen Autobauer zur Eile. Der Umstieg auf alternative Techniken wie den Elektroantrieb darf ihrer Ansicht nach nicht hinausgezögert oder gar verschlafen werden:

"Wenn die deutsche Autoindustrie so weitermacht wie bisher, wird sie in spätestens zehn Jahren auf dem Weltmarkt ernste Probleme haben."

Umweltministerin Hendricks, SPD

Druck aus China

Der Druck aus anderen Ländern nehme zu, vor allem aus China. Die Autoindustrie hierzulande sei in der Vergangenheit weltweit so erfolgreich gewesen, weil die besten technologischen Innovationen aus Deutschland kamen. "Warum soll das nicht auch bei alternativen Antrieben so sein?", fragte sie.

Aus für den Diesel?

Nun sei die Branche in der Verantwortung, dass es nicht zu einem Verbot von Dieselfahrzeugen komme. Der Diesel habe seine steuerliche Bevorzugung nur verdient, wenn er sein Umweltversprechen einhalte, so Hendricks weiter, aber: "Im Moment sieht es nicht danach aus."


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AS, Sonntag, 09.Juli, 21:14 Uhr

3. Umweltschutz

geht auf jeden Fall vor Wirtschaft.
Die Argument der Arbeitsplätze ist nur noch zum Gaehnen.

winfried, Sonntag, 09.Juli, 15:37 Uhr

2. Elektoautoproduktion = Harakirispiel gegen Beschäftigung

NEIN ... ganz im Gegenteil. Dieser beabsichtigte Strukturwandel in der Autoindustrie vermindert den Druck bei Politik und Wirtschaft,
zukünftig nicht genug Fachkräftenachwuchs zu haben, um daraus den (Massen)Zuzug abzuleiten.

Heidrun Bauer, Sonntag, 09.Juli, 01:14 Uhr

1. Betrügerische Geschäftemacherei

Wieviel Energie verbraucht allein schon die Herstellung einer Batterie für ein Kraftfahrzeug? Wie lange, genauer wie kurz hält sie? Die hektische E-Mobilpropaganda ist betrügerische Geschäftemacherei, wie schon damals bei Abwrackprämie. Welche Umweltverschmutzung verursacht allein schon die Herstellung eines neuen Kraftfahrzeuges? Damals wie jetzt: alles nur Betrug! Außerdem ist zu fragen, wovon die urplötzlich inszenierte Hetze gegen Dieselfahrzeuge ablenken soll.

  • Antwort von Erich, Sonntag, 09.Juli, 13:36 Uhr

    Von vielem. Da weiß man nicht, wo man anfangen soll. Rentendesaster., Energiewendedesaster, Eurodesaster, Bundeswehrausrüstungsverwahrlosung, Klimawandelschwindel, usw. usf.

  • Antwort von Oliver Schlüter, Montag, 10.Juli, 08:21 Uhr

    Hallo Frau Bauer,
    bitte bedenken Sie, dass:
    1. die Akkus in Fahrzeugen viel länger halten, als sie ursprünglich prognostiziert wurde
    2. die ausgedienten Akkus zukünftig z.b. in Häusern ihren Dienst tun und zwar sehr lange. Ein Akku, welches für ein Fahrzeug aufgrund der geforderten Leistungsspitzen nicht mehr eingesetzt werden kann ist immer noch ein guter Energiespeicher, der z.B. die geringen Lastspitzen in einem Haushalt abdecken kann und somit die PV-Energie des Tages in den Abend bringt.
    3. Um ein Dieselfahrzeug zu betreiben muß eine endliche Energiequelle benutzt werden, die zusätzlich oder im besonderen Abgase emmitiert.
    4. Wenn ein E-Fahrzeug produziert wird, werden weniger Bauteile benötigt. Und wenn diese Bauteile auch noch mit regenerativen Energien produziert werden, dann spricht nix gegen ein E-Fahrzeug.
    Die Reichweiten werden zur Zeit vergrößert, die Ladeinfrastruktur wird ausgebaut, Akku-Rohstoffe werden sich verändern usw.
    Wenn wir nie anfangen sind wir nie da