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Bedford-Strohm zum Reformationsjubliläum EKD-Ratsvorsitzender verspürt "Erntedankgefühl"

Eine positive Bilanz des Reformationsjubiläums hat heute Heinrich Bedford-Strohm gezogen. Vor der Synode der evangelischen Kirche sprach er von einem "Erntedankgefühl“. Außerdem lobte er die Annäherung zwischen evangelischer und katholischer Kirche.

Von: Tilmann Kleinjung

Stand: 12.11.2017

Die Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Irmgard Schwaetzer, der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Heinrich Bedford-Strohm und Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU, L-R) singen am 12.11.2017 in Bonn (Nordrhein-Westfalen) vor dem Eröffnungsgottesdienst der Jahrestagung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Das Kirchenparlament berät unter anderem über den künftigen Kurs der Kirche nach dem Reformationsjubiläum. Foto: Bernd Thissen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/Bernd Thissen

Der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Stohm zog heute in Bonn vor der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) eine positive Bilanz des Reformationsjubiläums:

"Es hat einen Vitaminstoß für die geistliche und inhaltliche Erneuerung unserer Kirche gegeben."

 Heinrich Bedford-Strohm EKD-Ratsvorsitzender.

„Erntedankgefühl“

Überfüllte Kirchen am Reformationstag, ein Festakt in Wittenberg, 30.000 Menschen, die am Pop Oratorium Luther teilgenommen haben - all das erfülle ihn mit einem "Erntedankgefühl“, so der bayerische Landesbischof.

"Zu den wichtigsten Erträgen des Reformationsjubiläums gehört für mich die Einsicht, dass die vielfach geäußerte Einschätzung, dass theologische Gedanken aus der Welt des ausgehenden Mittelalters uns heute nichts Substantielles mehr zu sagen haben, schlicht falsch ist."

Heinrich Bedford-Strohm EKD-Ratsvorsitzender.

Annäherung zwischen evangelischer und katholischer Kirche

Auch in der Ökumene habe man im vergangenen Jahr große Fortschritte gemacht. Es gebe zwar noch Hürden auf dem Weg zu einer sichtbaren Einheit der evangelischen und katholischen Kirche, diese aber seien überwindbar und nicht in allen Fällen kirchentrennend.

"Ich glaube, dass das große wechselseitige Vertrauenskapital, das dieses Jahr gebracht hat, aber auch die Ermutigungen durch Papst Franziskus, eine sehr gute Grundlage dafür sind."

Heinrich Bedford-Strohm EKD-Ratsvorsitzender.

Vermittlungsproblem in der Flüchtlingspolitik

Selbstkritisch äußerte sich Bedford-Strohm zu den Wortmeldungen der evangelischen Kirche in der Flüchtlingspolitik. Kirchliche Anregungen zur tatkräftigen Nächstenliebe bei der Integration der Flüchtlinge seien von vielen Menschen in Deutschland als moralische Durchhalteparolen wahrgenommen worden. Die Vermittlung der kirchlichen Position sei nur bedingt gelungen. Auch wenn er nach wie vor für eine offene Flüchtlingspolitik eintrete.

Ein Grundrecht hat keine Obergrenze

Armin Laschet, nordrhein-westfälischer Ministerpräsident lobte in seinem Grußwort vor der Synode das Engagement der Kirchen in der Flüchtlingskrise. Und mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin sagte der CDU Politiker:  Ein Grundrecht für politisch Verfolgte habe keine Obergrenze. Und Flüchtlinge, die sich integrieren, bräuchten eine Chance auf Dauer in Deutschland zu bleiben.  


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