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Donald Trump Pressekonferenz Beispiellos

Noch immer gelingt es dem Mann, der am 20. Januar um 12 Uhr auf den Stufen des Kapitols den Amtseid auf die amerikanische Verfassung ablegen wird, negativ zu überraschen. Auf der nach oben offenen Trump-Skala der politischen Peinlichkeiten hat der künftige US-Präsident einen neuen Höchstausschlag zu verzeichnen.

Von: Clemens Verenkotte

Stand: 11.01.2017

Donald Trump | Bild: picture-alliance/dpa

Nichts Ernsthaftes, nichts Substantielles, nichts Durchdachtes. Keine Realpolitik, nur abgedroschene Phrasen. Russland? Jetzt auf einmal Schuld an den Hacker-Attacken. Eine abrupte Kehrtwende, die morgen vermutlich wieder revidiert wird. Erpressbar durch sein Privatleben, durch Moskauer Hotel-Geschichten? Kein Dementi, stattdessen die Beteuerung, allen Mitarbeitern eingeschärft zu haben, in Russlands Hauptstadt "sich zu benehmen."

Verstörend auch: Trump geriert sich wie ein usbekischer Diktator, sobald es um renommierte Medien geht wie die BBC und CNN. Die vulgäre Verachtung der Wächterrolle der "Vierten Gewalt" wird verhängnisvolle Auswirkungen auf den politischen Diskurs in Amerika haben.

Nepotismus? Interessenkonflikte?

Niemals zuvor hat ein künftiger US-Präsident Juristen auf laufenden Pressekonferenzen vorgeschickt, um zu versichern, dass das Privatvermögen nicht den politischen Blick verstellen werde! Die beiden Söhne als "Treuhänder" des väterlichen Vermögens, das bis heute nicht offengelegt worden ist? Beispiellos.

Keine Antwort auf eine der zentralen Fragen: "Hatte Ihr Team Kontakt zu Russland?" Donald Trump hat mit dieser ersten PK seit seiner Wahl alles getan, um seine 320 Millionen Landsleute und die Welt nachhaltig  zu verunsichern. Der Twitterer-in-Chief wird nachlegen: Das banale Beherrschen der Smartphone-Tastatur zu Tag- und Nachtstunden reicht bei weitem nicht aus, um mangelnde präsidiale Fähigkeiten zu kompensieren.


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