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Flughafen München Dobrindt fordert dritte Startbahn

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hält eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen für unverzichtbar. Bei einem Gesprächsforum am Tegernsee sagte er, "wir müssen jetzt bauen, wenn Bayern international im Wettbewerb bestehen will".

Stand: 10.01.2016

Flughafen München | Bild: picture-alliance/dpa

Der CSU-Politiker sprach von der letzten Flughafen-Erweiterung, die in Deutschland überhaupt noch realisierbar sei. Nach seinen Worten besteht an anderen Airports in Deutschland schon rein flächenmäßig keine Erweiterungsmöglichkeit.

"Argumente, dann würden die Mieten rund um München noch teuerer, weil mehr Arbeitsplätze entstehen, oder subjektive Schilderungen, ich fliege doch nur ein, zweimal im Jahr, dafür reiche der Flughafen, können nicht gegen eine zukunftssichernde Infrastrukturpolitik sprechen."

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt

Dabei würde sich aus Sicht des Verkehrsministers das Flugaufkommen sofort um 50 Prozent erhöhen, wenn sich nur jeder Wenig-Flieger dazu entschließe, dreimal statt zweimal pro Jahr einen Kurzurlaub zu gönnen.

Warten auf Seehofer

Politisch liegt das Projekt dritte Startbahn ohnedies auf Eis. Zwar hat die Flughafengesellschaft München mit Bund, Freistaat und Landeshauptstadt als Eigentümer seit dem vergangenen Sommer höchstrichterlich bestätigtes Baurecht. Doch sieht sich die Münchner Rathausspitze an einen ablehnenden Bürgerentscheid aus dem Jahr 2012 gebunden.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) wollte nach einem Dialogverfahren mit Befürwortern und Gegnern ursprünglich Ende 2015 entscheiden, verschob das Votum aber nach Widerstand in seiner Landtagsfraktion. Der bayerische Regierungschef hat mehrfach betont, dass er bei stagnierender Zahl von Starts und Landungen derzeit keine Notwendigkeit für die dritte Piste sieht. In der CSU-Fraktion wollen jedoch viele Abgeordnete, dass die Landebahn endlich gebaut wird.


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Johannes, Montag, 11.Januar, 17:43 Uhr

14. Internationaler Wettbewerb ist kein Muss für ein gesundes, gutes Leben!

Wenn der internationale Wettbewerb unser Wohlbefinden zerstört, weil er unseren natürlichen Lebensraum vergiftet und vernichtet, dann erkenne ich keinen Grund, warum wir an diesem Konzept festhalten sollten. Die Menschheit sollte so frei sein, alles, was ihr schadet, loszulassen und geistig zu überwinden.
Frei nach Paulus: "Prüfte alles und das Beste behaltet!"

Hanna, Montag, 11.Januar, 12:59 Uhr

13. Dobrindt fordert dritte Startbahn

Für die Menschen in Bayern, die vom Münchner Flughafen wegfliegen, reichen zwei Startbahnen vollkommen aus. Die Flughafenbetreiber wollen den Münchner Flughafen zu einem Umsteigeflughafen ausbauen. Da wird auf die Anwohner und die Umwelt keine Rücksicht genommen. Wir sollten uns unseren Lebensraum nicht von einer dritten Startbahn zerstören lassen. München und das Umland ist noch lebenswert und wir brauchen keine Zustände wie in Peking, Rom und weiteren Metropolen, wo den Menschen die gute Luft zum Atmen genommen wird. Bayern steht wirtschaftlich ohne die dritte Startbahn jetzt und in Zukunft gut da. Die Panikmache der Flughafenbetreiber ist unverantwortlich. Eine Erweiterung des Flughafens ist mit den Klimaschutzzielen der Bayerischen Staatsregierung nicht vereinbar. Wir Normalbürger sollen einsparen. Prestigeobjekten wird kein Einhalt geboten. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis.

  • Antwort von Elke, Montag, 11.Januar, 17:36 Uhr

    @ Hanna: Ich bin völlig Ihrer Meinung! Wie kann Herr Dobrindt nur so eine ignorante Politik machen? Hat er nie eine Schule besucht?

  • Antwort von Roland Habeck, Montag, 11.Januar, 18:33 Uhr

    Ich bin auch Normalbürger. Aber für Ihre Stellungnahme fehlt MIR jedes Verständnis.
    1. Niemand außer den Flughafenbetreibern selbst kann besser einschätzen, ob eine dritte Startbahn notwendig und wirtschaftlich sinnvoll ist.
    2. Bei meinen letzten 4 Heimflügen nach München musste der Pilot in München immer "Ehrenrunden" von mindestens 30 Minuten drehen, was sicher sehr viel unnötiges Kerosin verbraucht hat.
    Darüber hinaus dürfte außer dieser Umweltbelastung auch die Lärmbelästigung für die Anwohner deutlich höher sein als auf anderen Flughäfen.

Manfred Finken, Montag, 11.Januar, 10:08 Uhr

12. Fossile Brennstoffe

Von Zeit zu Zeit wird uns doch immer wieder gesagt, dass die fossillen Brennstoffe bald zur Neige gehen! Darum will die Bundesregierung doch auch die Elektro-Mobilität fördern, was ja auch durch die Reichweite und den Preis sehr zweifelhaft ist. Scheinbar hat die Luftfahrt, was die fossilen Treibstoffe betrifft hier überhaupt keine Probleme, man könnte meinen das der Vorrat hier unbegrenzt ist! Oder Fliegen die dann mit modifiziertem Raps- oder Sonnenblumen-Treibstoffen?
Also warum brauchen wir dann eine dritte Start- und Landebahn in München, wenn in absehbarer Zeit diese Betriebsstoffe ausgehen, Herr Dobrindt?

Artus, Montag, 11.Januar, 04:09 Uhr

11. Wer hört noch auf Dobrindt?

Dobrindt hat zusammen mit seiner unterfränkischen Staatssekretärin Doro Bär in Sachen Maut größte Inkompetenz gezeigt. Ein Konzept wie die marode Infrastruktur ertüchtigt werden kann, hat er nie vorgelegt.
In Sachen digitaler Infrastruktur kommen außer gelegentlichen Forderungen an andere auch keine durchgängigen Konzepte.
Deshalb glaube ich nicht, dass das Wort dieser beiden CSU "Verkehrsexperten" noch viel Gewicht hat.
Ob der Flughafen in München erweitert wird hängt weder von Dobrindt, noch von seiner, verkehrspolitisch noch blasseren Staatssekretärin ab.

HinterTürkisch, Montag, 11.Januar, 02:28 Uhr

10. Zeichen?

Man sollte sich bei mancher "versehentlichen" Aktion im Umfeld eines Flughafens mal Gedanken machen, weshalb-wie in einer an die neue Startbahn des Frankfurt(/Main)er Flughafens angrenzenden Kommune neulich passiert-Manches Lokale auf einmal zu einem gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr wird: Eine zur falschen Zeit am falschen Ort und in die falsche Richtung abgeschossene Silvester(rest)rakete aus dieser Kommune AN der dortigen Flughafenerweiterung ist neben einem landenden Flugzeug zerborsten! Für mich nimmt sich das alles so aus, wie es sich offensichtlich auch mit Schalenwild und Überlandstrassen verhält: Zu grosse Nähe bringt Schäden für Rehe UND Autorfahrer, weil sich die Wege beider unweigerlich kreuzen. Deshalb: Warum müssen Zukunftsprojekte derartig viel Raum verschwenden, den wir (auch hier) in Bayern nicht einfach übrig haben? Somit ist auch eine fehlgeleitete Nach-Silvesterrakete ein Zeichen.