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Vermögensverteilung DGB fordert stärkere Besteuerung der Reichen

DGB-Chef Hoffmann bezeichnete es als groben Unfug, dass Menschen für ihre Arbeit mit bis zu 42 Prozent des Einkommens besteuert würden, während auf Kapitaleinkommen lediglich 25 Prozent Steuern entfielen. Die Konzentration des privaten Reichtums setzte sich immer stärker fort, so die "Passauer Neue Presse."

Stand: 25.01.2016

500-Euro-Scheine | Bild: colourbox.com

So verfügten die oberen zehn Prozent der Haushalte nach den jüngsten Daten 2013 über 51,9 Prozent des Nettovermögens, zehn Jahre zuvor waren es noch 49,4 Prozent. Die unteren 50 Prozent der Haushalte verfügten 2013 nur über 1 Prozent des Nettovermögens, 2003 waren es noch 2,6 Prozent, so die vom Bundessozialministerium veröffentlichten Daten. Vergleicht man jüngsten Zahlen mit denen von 1998, werden die Unterschiede noch deutlicher. Damals verfügten die reichsten zehn Prozent "nur" über 45,1 Prozent des Vermögens, die unteren 50 Prozent über 2,9 Prozent.

Allerdings drehte sich der Trend bei den reichsten Haushalten zuletzt um. 2008 hatten sie noch einen Prozentpunkt mehr des Nettovermögens als 2013, nämlich 52,9 Prozent. Die unteren zehn Prozent der Haushalte hatten 2008 noch 1,2 Prozent. Die Daten werden alle fünf Jahre vom Statistischen Bundesamt erhoben. Die Zahlen sollen in den Fünften Armuts- und Reichtumsbericht eingehen, der laut Ministerium voraussichtlich in diesem Jahr vorgelegt werden soll. Öffentlich verfügbar habe das Ministerium die Zahlen bereits im vergangenen Mai gemacht, so ein Sprecher.

Forderung nach Millionnärssteuer

DGB-Vorstandschef Reiner Hoffmann machte eine ungerechte Steuerpolitik für die Schere zwischen Arm und Reich mitverantwortlich. Kapitaleinkünfte würden zu gering besteuert, Arbeitslohn zu hoch, sagte er heute in Berlin. Die Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte der "Passauer Neue Presse": "In Deutschland findet eine enorme Umverteilung von unten nach oben statt." Sie forderte eine Millionärssteuer, bei der die erste Million des Vermögens steuerfrei bleibt und dann fünf Prozent Steuern erhoben werden.

Der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, forderte, das Problem der Ungleichheit auf die politische Tagesordnung zu setzen. "Es wird besser statt schlimmer", betonte hingegen das arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft mit Blick auf den Vergleich 2008-2013 und weitere Daten. Die ungleiche Verteilung der Vermögen habe eher abgenommen.

Rangliste der Superreichen

Immer wieder werden auch die reichsten Menschen in Deutschland genannt. So bleibt die Industriellenfamilie Quandt nach einem Artikel des "Manager Magazins" vom Oktober die reichste. Auf Platz zwei der Liste folgen Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümer des gleichnamigen Maschinenbauers und Großaktionäre beim Autozulieferer Continental. Die Aldi-Eigentümer sind als einstmals reichste Deutsche auf der Rangliste der Superreichen etwas abgerutscht.

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