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DGB-Aktionstag "Rente muss für ein gutes Leben reichen"

"Rente muss für ein gutes Leben reichen" - unter dieser Überschrift will der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im anstehenden Wahlkampf ein Thema setzen. Heute findet bundesweit ein Kampagnentag dazu statt. In Bayern stehen 70 Aktionen auf dem Programm.

Von: Birgit Harprath

Stand: 31.05.2017

Fahnen des DGB | Bild: picture-alliance/dpa

Die Pendler, die jeden Tag zur Arbeit fahren, hat der DGB in Bayern heute vor allem im Blick. Auch sie werden einmal in den Ruhestand gehen. Viele werden von dem leben müssen, was sie von der Rentenversicherung auf ihr Konto überwiesen bekommen. Und das, so Bayerns DGB-Chef Matthias Jena, werde oft nicht reichen. Laut eigenem Report erhält zur Zeit ein Rentner in Bayern im Schnitt 1.049 Euro, eine Rentnerin 616 Euro pro Monat.

"Das kann nicht sein, dass Menschen 45 oder 47 Jahre lang schuften und dann im Alter ein Auskommen unterhalb des Sozialhilfesatzes haben."

Matthias Jena

Jüngere würden höhere Beiträge zahlen

Um das Niveau in der gesetzlichen Rentenversicherung bei immer weniger Einzahlern zu heben, müsste der Beitragssatz steigen. Das träfe die jetzt Beschäftigten. Die Mehrheit auch der Jüngeren finde das in Ordnung, so der DGB unter Bezug auf eigene Umfragen.

Bei der Aktion heute wollen die Gewerkschaften für ihre Kampagne werben - zum Beispiel auf den Bahnhöfen in München, Augsburg und Nürnberg oder vor den Werkstoren bei Audi in Ingolstadt und Bosch in Bamberg. Der DGB verteilt Infoblätter zum Thema Rente und bietet Gespräche über sein Rentenkonzept an.

  • Birgit Harprath | Bild: BR/Julia Müller Birgit Harprath

    BR-Expertin für Tarifpolitik und Arbeitswelt. Redaktion Wirtschaft und Soziales


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Hans, Mittwoch, 31.Mai, 17:55 Uhr

8.

Das Problem ist, dass es wahrscheinlich noch nicht einmal für Gutverdiener in Arbeiter- oder Angestelltenverhältnissen reichen wird. Es dürfte für die meisten noch nicht einmal für die "Eckrente" reichen. Und wie wollen Sie denn privat vorsorgen? Und falls Sie es schaffen, in welcher Höhe und welcher Kapitalanlage? Ist doch alles überbewertet. Die Marktschreier der kapitalgedeckten Altersvorsorge haben sich längst unter ihre Steine verkrochen.

Vielen bleibt doch bereits jetzt nur die Möglichkeit im Rentenalter zusätzlich einen Minijob anzunehmen oder sich mit einem Wohnmobil an der Algarve niederzulassen.

Für den Ottonormalverdiener rentiert sich die Arbeit heute nur noch, um in die Krankenversicherung der Rentner zu kommen. Wenn hier auch noch "rumgebastelt" wird, dann rentiert sich Arbeit in Deutschland überhaupt nicht mehr. Dann bilden Sie hier Personal aus, wo sich Arbeitgeber im Ausland aufgrund der Qualifikation die Finger abschlecken. Ist jetzt schon so!

Anton Schmidbaur, Mittwoch, 31.Mai, 17:05 Uhr

7. Rente muß für ein gutes Leben reichen

Der DGB veranstaltet jetzt eine scheinheilige Aktion. Er sollte sich mal in Österreich informieren und in Deutschland die gesetzliche Rentenversicherung stärken indem alle Berufstätigen in die Rentenkasse einzahlen. Der DGB und alle Gewerkschaften haben ohne Protest zugelassen, dass die gesetzliche Rente in den letzten 15 Jahren immer weiter demontiert wurde und dafür Riester- und Rürup-Rente sowie betriebliche Altersvorsorge steuerlich subventioniert wurden, obwohl seit langem bekannt ist, dass diese Vorsorge für die Allgemeinheit nicht zum Vorsorgen taugt.
Für den Wahlkampf sollte das Motto lauten: Die gesetzliche Rentenversicherung für alle, Rentenniveau auf 53%.

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 31.Mai, 17:11 Uhr

    Die Frage lautet doch, wieviel jeder in die ges. Rentenversicherung einzahlen kann! Es gibt Millionen Leute, die trotz Beschäftigung nicht so viel verdienen, daß sie ausreichend Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen können, weil das wenige Einkommen ohnehin schon nicht zum Leben reicht. Dann kommt am Ende nur eine Rente von maximal 500 Euro heraus! Es geht also nicht um das "OB", sondern um das "Wieviel"!

  • Antwort von Hans, Mittwoch, 31.Mai, 18:41 Uhr

    @Barbara: 35.000 Euro brutto jährlich ca. 1 Rentenpunkt. 45 Rentenpunkte ca. Eckrente? Ca. 1200 bis 1300 Euro! Haus für die Rente gebaut, 400.000 Euro. Die Rentenlücke dann nochmals mit 400.000 Euro aufgefüllt. Zwei Kinder großgezogen, zumeist zwei Leasingfahrzeuge (eines Mittel-, das andere Kompaktklasse), Urlaube usw. Zinsbelastungen wegen Kredite. Dazu noch eine schleichende Lohnkürzung bei immer schnellerer, effizienter Arbeitsweise und einer hohen psychischen Belastung. Und ab 50 kommen dann die Krankheiten.

wm, Mittwoch, 31.Mai, 14:25 Uhr

6. Auch der DGB.......

........kann noch so viel plärren wie er will,änderen wird sich an der widerlichen Situation auch in ferner Zukunft nichts!
Verschlimmerung der ohnehin heute schon prekären Lage eher wahrscheinlicher!

zwitscher, Mittwoch, 31.Mai, 13:51 Uhr

5. Schuld ist unsoziale Politik und Gier

Das Sozialsystem krankt schon sehr lange an Gier und unsozialer Politik.
Es wurde und wird nur die menschliche Arbeit besteuert, Maschinen und Computer, die Arbeit zum "Wohle des Menschen" ersetzen, werden nicht besteuert und tragen nichts zur sozialen Absicherung bei.
Kapital und Kapitalerträge werden niedriger besteuert als der Arbeitslohn.
Von der stark gestiegenen Produktivität ist nichts in den Sozialsystemen angekommen. Den Profit daraus überließ man in vollem Umfang den Unternehmen und Unternehmern. Die dankten es mit Abwanderung, Rationalisierung, Stellenabbau, befristete Verträge und Scheinselbstständigkeit. Alles unter den Augen der Regierungen und zu Lasten der Sozialkassen. Die Politik hat sich allumfänglich der Wirtschaft preisgegeben.
Die soziale Verantwortung der Unternehmen wurde und wird nicht eingefordert.
Der Bürger muss sogar noch im Krankenstand Profit für das Krankenhaus "erwirtschaften".

Barbara, Mittwoch, 31.Mai, 13:47 Uhr

4. In Bayern gibt es etwa drei Millionen Rentner!

Das ist ein Viertel der Bevölkerung. Von den drei Millionen Rentnern haben eine Million Rentner nicht einmal eine Rente von 500 Euro, aber nicht deswegen, weil sie faul gewesen wären, sondern weil sie trotz Fleiß zu wenig verdient haben. Das betrifft oft Leute, die in die Selbständigkeit gezwungen wurden, weil sie sonst ganz obdachlos und brotlos gewesen wären! Zu behaupten, hierfür wäre die "Grundsicherung" zuständig, ist keine Lösung, weil die Grundsicherung zuerst den Rentenanspruch wegnimmt, bevor sie als Bittsteller beim Staat registriert werden. Hierfür wäre dringend eine Mindestrente erforderlich!

  • Antwort von Wolfgang, Mittwoch, 31.Mai, 15:29 Uhr

    @ Barbara:

    In Selbstständigkeit gezwungen, das halte ich für Nonsens, nichtzutreffend.

    Über Jahrzehnte fanden Hilfsabeiter, Männer und Frauen aus Griechenland, Jugoslavien, Spanien und der Türkei in Deutschland recht anständig und tariflich bezahlte Arbeit, trotz schlechter deutscher Sprachkenntnisse.

    Und dann solte es keine Arbeit für Deutsche gegeben haben, die meisten ja mit irgendeiner Berufslehre und guten Deutschkenntnnissen!

    Ali, Pedro und Luigi gingen ggf. zur Müllabfuhr, mit Rentenbeiträgen, für Fritz oder Basti war das wohl zu fein, für Karin auch während Anastasia auch im Krankenhaus putzte!

    Das ist die Realität.

  • Antwort von Barbara, Mittwoch, 31.Mai, 16:41 Uhr

    Wolfgang erzählen Sie mir keine Märchen! Ich kenne seit über 50 Jahren die Realität auf dem Arbeitsmarkt! Ich brauche keine Stellungnahme aus der Vogelperspektive! Sie tun ja gerade so, als wüßten Sie überall über alles Bescheid!