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ARD-Deutschlandtrend März Union legt zu, SPD und AfD verlieren

Der neue ARD-Deutschlandtrend stärkt die Kanzlerin, aber nicht ihre Flüchtlingspolitik. Die SPD sinkt auf den tiefsten Stand seit der letzten Bundestagswahl.

Von: Achim Wendler

Stand: 01.03.2016

CSU-Chef Horst Seehofer, Bundeslanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Sigmar Gabriel | Bild: pa/dpa/Bernd von Jutrczenka

Angela Merkel legt im Wählerurteil wieder zu. Laut neuem ARD-Deutschlandtrend sind 54 Prozent der Deutschen zufrieden mit der Kanzlerin. Das ist ein Zugewinn von acht Prozentpunkten im Vergleich zum Februar. Auch CDU/CSU verlassen die Talsohle: Sie kämen auf 36 Prozent (+1), wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

Sonntagsfrage

Und mit der ganze Regierung sind auch wieder mehr Deutsche zufrieden als im Februar (41%, +3 Punkte). Diese Werte sind zwar immer noch recht mau, wenn man die gesamte Legislaturperiode betrachtet. Aber es könnte sein, dass die Kanzlerin ihren demoskopischen Tiefpunkt überwunden hat.

Regierungszufriedenheit

Zweifel an Flüchtlingspolitik

An ihrer Flüchtlingspolitik liegt das indes nicht. Im Gegenteil. Nach wie vor sehen die meisten Deutschen (59%) die Asyl- und Flüchtlingspolitik der Kanzlerin skeptisch. Als konkretes Beispiel könnte die Diskussion dienen, ob Deutschland sich Österreich als Vorbild nehmen und die Zahl der Flüchtlinge begrenzen sollte. Merkel stellte sich am Sonntagabend in der ARD-Talkshow von Anne Will abermals gegen eine solche Obergrenze. Sie wäre aus ihrer Sicht unrealistisch. Die Deutschen indes sind fast mit Zweidrittelmehr (63%) dafür.

Zufriedenheit mit Merkels Asyl- und Flüchtlingspolitik

75 Prozent für europäische Lösung

Wie differenziert sie die Flüchtlingspolitik bewerten, zeigt ihr Urteil über Merkels „Plan“. Ganze drei Viertel halten zwar eine europäische Lösung für sinnvoller als eine nationale. Doch auf die Frage, ob ein europäischer Ansatz denn realistisch sei, sagt wiederum eine deutliche Mehrheit von zwei Dritteln: „nein“.

Zufriedenheit mit der Arbeit von Merkel und Seehofer

Von dieser anhaltenden Skepsis kann CSU-Chef Seehofer interessanterweise kaum noch profitieren. Im Februar hatte Seehofer noch fast gleichauf mit Merkel gelegen. Jetzt sinkt er in der Politiker-Zufriedenheit um sieben Prozentpunkte (auf 38%).

AfD drittstärkste Kraft

Auch die SPD verliert in der Wählergunst. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme sie auf nur noch 23 Prozent, der schlechteste Wert seit November 2009. Die Grünen liegen stabil bei 10 Prozent, die Linken halten sich bei neun Prozent, die FDP legt zu auf sechs Prozent (+1). Die AfD schließlich wird auf ihrem Höhenflug vorerst gebremst: Sie käme nur noch auf elf Prozent (-1).


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