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DeutschlandTrend Mehrheit will mehr Sicherheitsmaßnahmen

Deutschland diskutiert über die Terroranschläge von Brüssel: Justizminister Maas fordert eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Im DeutschlandTrend sprach sich eine deutliche Mehrheit der Bürger für mehr Kontrollen aus.

Von: Katja Strippel

Stand: 24.03.2016

 Eine junge Flughafen-Polizistin überwacht den Ablauf der Sicherheitskontrolle im Münchener Flughafen „Franz Josef Strauߓ | Bild: picture-alliance/dpa

Nach den Anschlägen von Brüssel, bei denen am Dienstag mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen sind, wünscht sich eine breite Mehrheit der Deutschen, dass die Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen und an Bahnhöfen langfristig verschärft werden. Im DeutschlandTrend des ARD-Morgenmagazins gaben 77 Prozent der Befragten an, dass sie dafür auch Zeitverzögerungen und zusätzliche Kosten in Kauf nehmen würden.

AfD legt zu

Anti-Terror-Razzia in Brüssel | Bild: Reuters (RNSP) zum Artikel Nach Anschlägen in Brüssel Zwei Terrorverdächtige in Deutschland gefasst

Nach den Attentaten in Brüssel sind in Deutschland zwei Männer festgenommen worden. Mehrere Zugriffe erfolgten auch in Belgien. In Frankreich wurde ein weiterer Anschlag verhindert. [mehr]

In der ersten Sonntagsfrage nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt legt die AfD weiter zu. Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, käme sie auf 13 Prozent. Im Vergleich zum letzten MoMa-DeutschlandTrend Ende Februar ist das ein Plus von zwei Prozentpunkten. 34 Prozent der Befragen würden die Union wählen - das ist ein Minus von zwei Prozentpunkten. Die SPD verliert einen Prozentpunkt und kommt damit auf insgesamt 22 Prozent, die Grünen würden vierstärkste Kraft hinter der AfD mit zwölf Prozent, die Linke käme auf acht, die FDP auf sieben Prozent der Stimmen.

Maas fordert bessere Kooperation

Zwei Polizisten laufen am 22.03.2016 auf dem Flughafen in Hamburg Streife. Nach den Anschlägen in Brüssel hat die Bundespolizei ihre Präsenz am Flughafen verstärkt. F | Bild: picture-alliance/dpa zum Audio mit Informationen Terrorgefahr in Deutschland "Wir sind gut aufgestellt!"

Nach den Anschlägen von Brüssel wünscht sich eine Mehrheit der Deutschen verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Im radioWelt-Interview auf Bayern 2 beteuert der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU), wie gut wir hierzulande schon aufgestellt sind. [mehr]

Als Konsequenz aus den Anschlägen fordert der Justizminister eine bessere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Heiko Maas sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, der internationale Terroristmus mache leider an keiner Landesgrenze halt. Informationen, die dabei helfen könnten, Anschläge zu verhindern, müssten alle Länder untereinander austauschen. Maas betonte wörtlich: "Wir werden uns die Art, wie wir leben, von keiner Mörderbande kaputt machen lassen."

Das zweite große Thema, das die Deutschen bewegt, sind die Flüchtlinge. Nur jeder fünfte glaubt, dass sich die Lage durch die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei entspannen wird. Justizminister Maas warnte davor, das Thema Flüchtlinge und den Anti-Terror-Kampf zu verknüpfen. Er stellte heraus, dass die meisten Männer, die in den vergangenen Monaten Anschläge verübt hätten, in Europa zu einer terroristischen Bedrohung herangewachsen seien. "Sie sind keine Flüchtlinge", so Maas.


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Experten unter sich, Donnerstag, 24.März, 18:02 Uhr

17. Und da sind sie wieder...

...die Möchte-gern-Terror-Experten!
Eigentlich sind sie Experten für alles. Mal ist es ein Flugzeugabsturz, mal ein Zugunglück und nun der Terroranschlag. Die Kommentare gleichen sich, denen von den Pariser Anschlägen.
Die Alles-besser-Wisser werfen eine verfehlte Politik von der Bundesregierung vor, EU ist sowieso an allem Schuld und die "Polizeiexperten" haben sofort Patentrezepte.

Es langweilt total!

Nun ist wieder großer Sicherheitsbedarf gefragt. Kaum kommt dann eine konkrete Maßnahme wie die Vorratsdatenspeicherung oder andere einschneidende Kontrollmaßnahmen, schreien sie wieder das Gegenteil. Meine "Daten" und Freiheitsrechte sind dann wieder gefährdet.

Weiß das Volk eigentlich was es will?

Greta, Donnerstag, 24.März, 17:36 Uhr

16. Brüssel

Heute sind sie nun alle wieder !" dringlich " zusammen gekommen, um bestürzt zu beraten, die Herrschaften, die eigentlich für Sicherheit sorgen sollten. Doch es wird wie immer ausgehen, wie das Hornberger Schießen. Es wird weiter klein, klein gewurstelt ohne die Erkenntnis, daß nur Einigkeit Fortschritt bringen kann.

  • Antwort von Gräte, Donnerstag, 24.März, 18:32 Uhr

    @Kreta

    Falls sie es noch nicht gemerkt haben, gegen diese Art Terrorismus ist nur wenig Kraut gewachsen. Finden sie sich damit ab. Den Deutschen ist der Schutz ihrer Daten wichtiger. Mehr nutzlose Polizeistreifen auf den Strassen geben ja ein sicheres Gefühl. Nur Terror kann so nicht bekämpft werden.

    Erst wenn es unerträglich wird - dann kommt das umdenken. Das ist in Sicherheitsfragen immer das gleiche. Also erst mal abwarten. Wie beim letzten mal.

HinterTürkisch, Donnerstag, 24.März, 17:32 Uhr

15. Mass

Im am 24.03.2016 auch auf br.de erschienen Artikel von Karin Bensch über die anstehende Beratung der EU-Innenminister zum Thema einer verbesserten Polizei- und Sicherheitsbehörden-Zusammenarbeit wird davon gesprochen, dass grundsätzlich wenige der bereits gesammelten und damit vorhandenen Daten ausgetauscht würden-sowie erkennbare Mängel bei Menge und Qualität der aufgenommennen Daten. Wenn wir uns als Europäer zu tief in einen Sicherheitsstaat hineinreiten, werden wir einen solchen in der Folge höchst wahrscheinlich auch nur schwer wieder los. Der aktuelle Bundesjustizminister trägt allerdings das Ziel aller möglichen und/ oder potentiell wünschenswerten Aktionen fast im Namen: Das Mass für alle, die sich als konstruktive Inländer sehen UND verhalten, muss ebenso wie die Sicherheit Aller gewahrt bleiben.

  • Antwort von VorderOrientalisch, Freitag, 25.März, 06:08 Uhr

    Irgendwann, wenn sich jeder um seine Sicherheit konkreter bedroht fühlt, wird die Einsicht kommen, mehr rechtsstaatliche Kontrollen zuzulassen. Auch im Internet. Es wird so getan als hätten deutsche Sicherheitsbehörden nichts besseres zu tun als normalen Bürgern hinterherzuschnüffeln.Zwischen Stasi und unserer Polizei gibt es schon den erheblichen Unterschied der Rechtsstaatlichkeit. Diese wir durch viele Instanzen ständig überprüft.

    Diese Einsicht muss beim Bürger wachsen.

Bundi, Donnerstag, 24.März, 16:08 Uhr

14. Vollkommen richtig!

@Zivilist: Sie haben vollkommen recht, die Mehrheit will das bestimmt nicht - höchstens der Staat will das! Mehr Überwachung für den Bürger, die Terroristen werden deshalb aber nicht erwischt. Auf die Idee, daß die völlig verfehlte Bundespolitik und EU-Politik Auslöser vieler Probleme sind kommt keiner!?

  • Antwort von Thomas, Donnerstag, 24.März, 16:15 Uhr

    @Bundi "Auf die Idee, daß die völlig verfehlte Bundespolitik und EU-Politik Auslöser vieler Probleme sind kommt keiner!?"

    Viele wissen es, nur wenige sagen es. Und die die es wagen das auszusprechen, werden sofort in eine bestimme Ecke gestellt.

Rumplhanni, Donnerstag, 24.März, 15:51 Uhr

13. Maas - eher ein Bekenntnis, denn die Betonung liegt auf

„die meisten Männer“ (aus Parallelgesellschaften), die Dank Rot/Grün weiterhin welche bleiben dürften, zeigt vorwiegend die Verfehlungen DIESER Parteien.

In GR landet Essen der „Flüchtlinge“ oft im Müll. Muslime essen kein Schweinefleisch, ein anderes Mal „mögen sie etwas nicht“, bereits von der ungarischen „Invasion“ bekannt. Wir dürfen alles essen, Fleisch nach Geschmack. Nach EU gehören wirklich Asylbittende, vorrangig auch Christen, die keine/kaum Integrationsschwierigkeiten haben. Islam-geprägte Länder haben ihre flüchtenden Glaubensbrüder aufzunehmen.

Vor allem Rot/Grün fordern Islamverträge mit Essens-Ausnahmeregeln, weiterer Hofierung altertümlicher Riten, entgegen unseren humanen Gesetzen, entgegen DER „Leitkultur“, die den Großteil der Welt eint.

Politische Religionskritik gehört in „gute Hände“! CSU- Söder aktuell: „Islam gehört nicht zum Fundament unserer Kultur.“ Zum Fundament wohlgemerkt!!! Als Bayer fühle ich mich auch dadurch „geschützt“! C-Union schafft das!