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Arbeitszeitgesetz Deutscher Gewerkschaftsbund ist gegen das Ende des Acht-Stunden-Tags

Der Rat der Wirtschaftsweisen hat die Politik zu einer Lockerung des Arbeitszeitgesetzes aufgefordert, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Der Deutsche Gewerkschaftsbund ist dagegen. Er fürchtet, dass die Änderung auf Kosten der Arbeitnehmer geht.

Stand: 13.11.2017

Symbolbild: Frau sitzt vor einem Computer und Aktenstapeln und hat den Kopf in die Hände gestützt | Bild: colourbox.com

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt Forderungen der Arbeitgeber nach einer Lockerung des Arbeitszeitgesetzes ab. Es biete sich schon lange eine Fülle von Möglichkeiten für flexibles Arbeiten, erklärte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann am Sonntag in Berlin. Unter anderem deswegen hätten die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr 1,8 Milliarden Überstunden geleistet. Diese Flexibilität sei einseitig zugunsten der Arbeitgeber, kritisierte der DGB-Chef.

Forderung der Arbeitgeber

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hatte die Politik zuvor dazu aufgefordert, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. «Firmen, die in unserer neuen digitalisierten Welt bestehen wollen, müssen agil sein und schnell ihre Teams zusammenrufen können. Die Vorstellung, dass man morgens im Büro den Arbeitstag beginnt und mit dem Verlassen der Firma beendet, ist veraltet», sagte der Vorsitzende des Gremiums, Christoph Schmidt, der «Welt am Sonntag».

Arbeitszeitgesetz: Auf der Agenda der Sondierungsgespräche

Eine Reform des Arbeitszeitgesetzes steht auf der Agenda der derzeitigen Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition. Die Arbeitgeber fordern seit längerem eine Lockerung der Regeln: Die tägliche Arbeitszeit soll nicht mehr auf acht Stunden begrenzt werden, stattdessen solle nur noch die bestehende maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden gelten. Auch die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen soll von elf auf neun Stunden verkürzt werden.

Auf Kosten der Arbeitnehmer?

Die Gewerkschaften wehren sich gegen diese Pläne. Sie fürchten, dass die Arbeitgeber die Lockerung nutzen könnten, um in Tarifvereinbarungen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter auszuweiten. Auch der Wirtschaftsweise Schmidt warnt vor Mehrarbeit durch die Hintertür: «Eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes darf nicht bedeuten, dass man heimlich die Arbeitszeit ausweitet», sagte der Ökonom. «Möglicherweise wünschen sich das die Arbeitgeber, aber es sollte lediglich darum gehen, die bestehende Arbeitszeit flexibler über den Tag und innerhalb der Woche zu verteilen.»


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