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Trotz Verlusten Deutsche Bank zahlt wieder Dividende

Die Deutsche Bank zahlt entgegen ihren früheren Ankündigungen bereits für 2016 wieder eine Dividende an ihre Aktionäre aus. Vor dem Hintergrund weiterer Verluste ist das ungewöhnlich.

Von: Felix Lincke

Stand: 20.03.2017

Deutsche Bank Frankfurt | Bild: pa/dpa

Der Grund: Die Bank plant eine Kapitalerhöhung mit 688 Millionen neuen Aktien. Und die sollen mit der Dividende attraktiver werden. Die Bank legte außerdem ihren Geschäftsbericht vor.

Anreiz für Kapitalerhöhung

Die Deutsche Bank sei sicherer und einfacher geworden, schreibt Vorstandschef John Cryan im Geschäftsbericht. 2016 sei ein sehr forderndes Jahr gewesen. Gefordert sind ab morgen auch die Aktionäre. Sie müssen die Ausgabe neuer Aktien in Höhe von acht Milliarden Euro verkraften, von denen je eine neue für zwei alte ausgegeben wird.

1,4 Milliarden Euro Verlust

Die Kapitalerhöhung war nötig geworden, weil die Deutsche Bank statt Gewinnen erneut einen Verlust nach Steuern von 1,4 Milliarden Euro machte, nach einem Minus von 6,8 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Erträge gingen 2016 um ein Zehntel auf 30,0 Milliarden Euro zurück. Gespart wurde unter anderem an den Personalkosten durch eine Kürzung von Bonuszahlungen.

Keine Boni für Vorstände

Die Vorstände bekamen bereits das zweite Mal in Folge keinen Bonus. Insgesamt wurde das Geschäftsvolumen deutlich reduziert, auch um das Kapital damit zu schonen. Die für die Bankenaufsicht wichtige Kernkapitalquote soll mit der Ausgabe der Aktien jetzt weiter gesteigert werden. Um die neuen Papiere attraktiver zu machen, entschloss sich die Bank zur Zahlung einer Dividende, die bei Verlusten sonst nicht üblich ist.

Was der Vorstand verdiente

Deutsche-Bank-Chef John Cryan und seine Vorstandskollegen vezichteten im vergangenen Jahr auf ihre Bonuszahlungen. Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, bekam Cryan nur sein Grundgehalt von 3,8 Millionen Euro ausbezahlt. Weniger verdienten nach bisher vorliegenden Zahlen von 26 Unternehmen aus dem Dax nur die Vorstandschefs von E.ON, Infineon und der Lufthansa. Insgesamt kostete der Vorstand Deutschlands größte Bank im vergangenen Jahr 25,8 (2015: 22,7) Millionen Euro.


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