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DAK Gesundheitsreport Frauen sind anders krank

Frauen sind häufiger krank als Männer, dafür kürzer. Männer haben eher Herz-Kreislaufprobleme, Frauen sind öfter psychisch krank. Der Report der Krankenkasse DAK zeigt: Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist bei Krankheiten größer als gedacht.

Von: Christine Auerbach

Stand: 15.03.2016

Symbolbild: Untersuchung einer Frau | Bild: colourbox.com

Der größte Geschlechterunterschied beim Krankenstand zeigt sich laut DAK-Gesundheitsreport bei Krebserkrankungen (+ 74 Prozent mehr Fehltage bei Frauen). Insgesamt ist das Risiko an Krebs zu erkranken bei Frauen und Männern zwar gleich. Krebs trifft Männer jedoch meist im höheren Alter – ab etwa 60 Jahren. Prostatakrebs ist bei ihnen am weitesten verbreitet. Bei Frauen tritt vor allem Brustkrebs auf – der aber meist schon im Erwerbsleben.

Zahl der Krankschreibungen gestiegen

Der Krankenstand im vergangenen Jahr war mit 4,1 Prozent der höchste seit 16 Jahren. In 2015 waren an jedem Tag des Jahres durchschnittlich 41 von 1.000 Erwerbstätigen krankgeschrieben. „Es gibt immer wieder Grippewellen, die den Krankenstand nach oben treiben, wie beispielsweise im vergangenen Jahr“, erläutert Rebscher. "Doch unsere Analysen ergeben, dass steigende Krankschreibungen wegen psychischen Erkrankungen sowie Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems Auslöser des kontinuierlichen Anstiegs sind."

"Unser Report zeigt, dass der viel zitierte kleine Unterschied zwischen Frauen und Männern viel größer ist als gedacht"

Herbert Rebscher, Vorstandschef der DAK-Gesundheit

Die Untersuchung der Erkrankungen zeigt, dass Männer in allen Altersgruppen sehr viel öfter wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Job fehlten als Frauen (+ 65 Prozent mehr Fehltage). Zwischen 45 und 64 Jahren erkrankt fast jeder zehnte Mann an einer koronaren Herzerkrankung. Frauen fehlten hingegen deutlich öfter wegen psychischer Erkrankungen als Männer (+ 67 Prozent mehr Fehltage). Vor allem von Depressionen waren sie weit häufiger betroffen. Sie nahmen auch öfter Psychopharmaka ein: Jede elfte Frau bekam im vergangenen Jahr beispielweise eine Verordnung für Antidepressiva, aber nur jeder zwanzigste Mann.

Der kleine Unterschied

Schwangerschaftskomplikationen spielten insgesamt eine eher kleine Rolle im Krankheitsgeschehen. Bei genauerer Betrachtung wird aber deutlich: Sie erklären über alle Altersgruppen hinweg zwölf Prozent des Unterschiedes beim Krankenstand von Frauen und Männern.


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Gerda, Dienstag, 15.März, 15:35 Uhr

2.

Frauen sind nicht nur anders krank, sie arbeiten auch anders, nämlich in Pflegeberufen, im Gesundheitsbereich allgemein und in sozialen Berufen (Kindergarten, Schule,...). Also "Risikobereiche" mit erhöhter Ansteckungsgefahr.
Außerdem in Bereichen mit direktem Kunden- und/oder Lebensmittelkontakt.
Und wir wollen alle nicht, dass unsere Bäckerei- oder Metzgereiverkäuferin gerade mal das Papiertaschentuch weglegt, wenn sie uns bedient. Oder dass die Kellnerin mit einer feuerroten Schniefnase uns heiser ankrächzt. Eigentlich wollen wir noch nicht mal, dass unsere Friseurin uns ständig in den Nacken hustet. Oder dass die Supermarktkassiererin sich dreimal die Nase putzen muss, während sie unserre Waren über den Scanner zieht.
Wir erwarten von diesen Leuten auch, dass sie zu Hause bleiben und uns mit ihren Bazillen in Ruhe lassen, dann müssen wir auch ihre Krankschreibung akzeptieren.
Gabs dazu eigentlich schon mal eine Untersuchung von wegen Krankschreibung in bestimmten Berufen?

  • Antwort von Stefan Wandel, Dienstag, 15.März, 16:28 Uhr

    In diesem Punkt haben Sie Recht und das wurde im Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit auch so veröffentlicht. http://www.dak.de/dak/bundes-themen/Gesundheitsreport_2016-1782678.html Neben dem Job gibt es noch weitere Ursachen, z.B. Schwangerschaftskomplikationen und die Betreuung kranker Kinder: 27 Prozent der Frauen sagten in der Umfrage, dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste. Bei den Männern waren es nur 17,5 Prozent. Krankenstände nach verschiedenen Branchen sind dort übrigens ebenfalls dargestellt.

  • Antwort von N. Schöttl, Dienstag, 15.März, 16:36 Uhr

    Wenn man jede Stunde 1 Glas Wasser trinkt, dann bleibt man gesund. Da können dann noch so viele Keime in einem Raum sein. Bin selbst eine Frau und seitdem mir dies meine Hausärztin so sagte, bin ich immer gesund geblieben und das schon seit mehr als 10 Jahren.

  • Antwort von pitty, Dienstag, 15.März, 16:52 Uhr

    Schön, Frau Schöttl, wenn das bei Ihnen so klappt! Glückwunsch!

    Ich hätte nicht mal die Gelegenheit, alle Stunde ein Glas Wasser zu trinken.

  • Antwort von Eska Peter, Mittwoch, 16.März, 20:31 Uhr

    @ N.Schöttl:
    Da haben Sie aber eine gute Hausärztin, die scheinbar resistent gegen die Überzeugungskünste der Pharmareferenten ist. Oder hat sie einen Vertrag mit dem Wasserwerk?
    Übrigens:
    Was bringt den Doktor um sein Brot?
    a) Die Gesundheit, b) der Tod
    Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
    uns zwischen beiden in der Schwebe.
    (Eugen Roth)

Eska Peter, Dienstag, 15.März, 15:30 Uhr

1. Ursache vs. Wirkung

Wenn ich mir die Auflistung der Nebenwirkungen in den Beipackzetteln von Medikamenten ansehe, wundert es mich nicht, daß die Krankentage steigen!