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Debatte um Parteichef CSU uneins über Seehofers Zukunft

Die Rebellion in der Münchner CSU sorgt für Unruhe bei den Christsozialen. In den Kreisverbänden mehren sich Stimmen für eine Ablösung von Parteichef Seehofer. Andere plädieren dafür, Personaldebatten ruhen zu lassen.

Von: Eva Lell

Stand: 12.10.2017

CSU-Chef Horst Seehofer | Bild: dpa/picture-alliance/ZUMA Press/Alexander Pohl

Es gab keine offizielle Gremiensitzung der CSU München, betonte Markus Blume, Kreischef in München Ost, der offenbar als einziger Münchner Kreisverbandsvorsitzender nicht eingeladen war zu dem Treffen.

"Das ist nicht der Zeitpunkt, um solche Dinge aus dem Hinterzimmer, aus dem Hinterhalt loszutreten, das ist keine gute politische Kultur."

Markus Blume, CSU-Kreischef München Ost

Aigner spricht sich gegen Personaldebatten aus

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner verwies auf die Sondierungsgespräche in Berlin und darauf, dass sich Parteivorstand und Landtagsfraktion darauf verständigt haben, während der Koalitionsverhandlungen in Berlin keine Personaldebatten zu führen, um Seehofers Position nicht zu schwächen:

"Ich kann nur sagen, es nützt im Moment gar keinem. Vielleicht einzelnen, die sich davon was erhoffen - ich halt's für schädlich."

CSU-Wirtschaftsministerin Ilse Aigner

Herrmann fordert Teamarbeit

Der CSU-Landtagsabgeordnete Florian Herrmann plädierte dafür, dass Horst Seehofer und sein Konkurrent Markus Söder sich zusammenraufen:

"Die Basis der CSU wünscht sich nichts sehnlicher, als dass die beiden stärksten in unserer Partei in eine Richtung ziehen."

CSU-Landtagsabgeordneter Florian Herrmann

Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Dass Horst Seehofer Markus Söder nicht in das Kernteam für die Sondierungsgespräche in Berlin geholt hat, löst in der Landtagsfraktion Kopfschütteln aus.


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