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Gewalt nach CSD Angriff auf Sprecher der Grünen Jugend

Nach dem Christopher Street Day wurde der Sprecher der Grünen Jugend München, Marcel Rohrlack, von einer Gruppe junger Erwachsener erst angepöbelt und dann attackiert. Die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm sieht Handlungsbedarf.

Stand: 12.07.2015

Die Wunde von Marcel Rohrlack musste genäht werden.  | Bild: Marcel Rohrlack

Buntes Outfit, Gute-Laune-Musik und immer wieder Regenbögen: 10.000 Menschen sind am Samstag bei der Politparade des Christopher Street Days (CSD) feiernd durch die Münchner Innenstadt gezogen.

Marc Rohrlack beim Christopher Street Day.

Einer von ihnen: Marcel Rohrlack, gemeinsam mit seinem Freund, beide waren als Dragqueens verkleidet. "Für mein Outfit habe ich viel Zuspruch erhalten", sagt Rohrlack, seit Anfang des Jahres Sprecher der Grünen Jugend München. Gute Stimmung, Rohrlack feierte gemeinsam mit Zehntausenden Menschen. Am frühen Abend machten sich Rohrlack und sein Freund dann auf den Heimweg.

Auf dem Nachhauseweg attackiert

Gegen 19:00 Uhr, in der Nähe des Ostbahnhof, wurden sie dann von einer Gruppe junger Erwachsener angepöbelt.

"Erst gab es homophobe Sprüche, wie: 'Schämt Ihr euch nicht?!' Dann sind sie uns hinterhergelaufen. In einem Hauseingang ging es dann ganz schnell, und einer hat mir mit der Faust ins Gesicht geschlagen."

Marcel Rohrlack zum BR

Der Freund von Marcel Rohrlack ist den Angreifern erst noch hinterhergelaufen, hat sie aber nicht mehr erwischt. "Er wollte sich auch nicht unnötig in Gefahr bringen", sagt Rohrlack. Passanten halfen dem verletzten Rohrlack, der in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Rohrlack hat nun Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei hat den Vorfall gegenüber dem BR bestätigt.

"Be proud!"

"Es schockiert natürlich, dass so etwas am hellichten Tag in der Innenstadt passiert. Aber das Schlimmste wäre, wenn Verunsicherung um sich greifen würde. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Be proud!"

Marcel Rohrlack zum BR

Stamm sieht Handlungsbedarf

Claudia Stamm, Landtagsabgeordnete von den Grünen, zeigt sich schockiert von dem Angriff auf Rohrlack und sieht politischen Handlungsbedarf. Stamm will eine Anfrage an die Staatsregierung stellen, ob homophobe Straftaten registriert werden und wie die sich in den vergangenen Jahren entwickelt hätten.

"Die Staatsregierung macht im Bereich Homophobie quasi gar nichts. Bayern ist in Sachen Gleichstellung Entwicklungsland - Erfolge gibt es nur durch Druck von unten."

Claudia Stamm zum BR

Insbesondere in der Schule müsse man anfangen, gegen Homophobie vorzugehen. Claudia Stamm fordert hier Änderungen im Lehrplan. "Da muss klargestellt werden, dass es unterschiedliche Menschen gibt und dass das ganz normal ist." Es müsse auch feste Ansprechpersonen im Lehrpersonal für das Thema geben.


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Claudio Roth, Freitag, 17.Juli, 18:34 Uhr

54. Muß man wissen

Beim Kontakt mit eingewanderten Kulturträgern werden eben bei manchem Grünen die Augen so bunt wie die Ideologie.

Andreas K., Mittwoch, 15.Juli, 14:00 Uhr

53. Selbst schuld!

Wer so blöd ist, mit einem Abzeichen der GRÜNEN rumzulaufen...

Also nicht Homophobie, sondern Biophobie!

Lothar, Dienstag, 14.Juli, 08:23 Uhr

52. Niemand kann beweisen, dass der Täter homophob war

oder doch?

Berit aus Brandis , Dienstag, 14.Juli, 00:55 Uhr

51. Outfit

Bei allem Respekt, aber diese Kleiderordnung erinnert mich an eine abgetakelte Hafennutte im Endstadium des Deliriums. Für mich sind das lächerliche Lappen und darauf braucht sich keiner etwas einzubilden. Da haben sogar schon kleine Kinder etwas mehr Geschmack. Wie elegant wirken dagegen die wunderschönen und einfallsreichen Kostüme beim jährlichen Gothic-Treffen.

Spirit, Montag, 13.Juli, 20:32 Uhr

50.

Welcher Nationalität waren die Täter?

  • Antwort von Gloria , Dienstag, 14.Juli, 00:16 Uhr

    Was spielt das denn für eine Rolle? ??
    Homophobie ist international.

  • Antwort von Sancho, Mittwoch, 15.Juli, 08:45 Uhr

    Es spielt deshalb eine Rolle, dass wir uns im Moment tausende von Flüchtlingen ins Land holen, die aus Ländern stammen, in denen Homosexualität nicht gerade auf Gegenliebe stößt. Die Grünen müssen also jetzt entscheiden, zu wem sie jetzt toleranter sind: Homosexuellen oder fremden Kulturen.

  • Antwort von Viola Crell , Mittwoch, 15.Juli, 22:22 Uhr

    Die Täterbeschreibung liegt nach Polizeiangaben vor : http://www.polizei.bayern.de/muenchen/news/presse/aktuell/index.html/224238 . Eigentlich sehr gut beschrieben also müsste man sie kriegen.

  • Antwort von Kai, Freitag, 17.Juli, 09:58 Uhr

    @Viola Crell: Aufgrund der Täterbeschreibung wird es sich wohl um einen Bayern handeln. "südländisches Aussehen" ist doch "südlich des Weißwurstäquators", oder? Andererseits spräche ja "...der Täter sprach auffallend gutes Deutsch" dagegen. Ich bin immer wieder fasziniert, wie man die Herkunft verschleiern kann. "Homophobie ist international". Haha. Das mag sein, aber in jeder Kultur gibt es andere Gründe dafür, und entsprechend andere Bekämpfungsstrategien.