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Kampf gegen Crystal Meth "Zusammenarbeit mit Tschechien verstärken"

Die illegale Horrordroge Crystal Meth aus den vietnamesischen Drogenküchen im benachbarten Tschechien ist von Nordbayern inzwischen auf ganz Bayern übergeschwappt. Nur noch drei bayerische Landkreise gelten als Crystal Meth frei, auch wenn bayernweit seit 2012 die Zahl auffälliger Crystal Meth-Abhängiger stark zurückgegangen ist, berichtete heute im Landtag Innenstaatssekretär Eck.

Von: Rudolf Erhard

Stand: 14.10.2015

Sichergestelltes Crystal Meth | Bild: Zollfahndungsamt München

Die meisten Crystal-Meth-Fälle gibt es in Bayern in den Grenzlandkreisen Wunsiedel, Tirschenreuth, Schwandorf und in Nürnberg. Als einzige Crystal-Meth-freie Landkreise gelten, nach den Erkenntnissen der bayerischen Drogenfahnder, nur noch die Landkreise Donau-Ries, Augsburg und Garmisch-Partenkirchen.

Aus dem Crystal-Meth-Bericht des bayerischen Innenministerium ging zudem hervor, dass nicht nur die hochgefährlichen gesundheitlichen Auswirkungen der synthetisch hergestellten illegalen Aufputschdroge Crystal Meth der Horror sind, sondern auch die Vorstellung darüber, wieviel davon im Umlauf ist. Zehn Tonnen sollen jährlich vor allem in Tschechien, aber vermehrt auch in Polen von vietnamesischen Drogenkartellen produziert werden. Doch nur zwischen acht und 12 Kilo Crystal Meth wurden zuletzt jährlich von Bayerns Drogenfahndern konfisziert. Die Folge: jährlich rund 20 Drogentote. Die Zahl von aufgedecketen Drogenfällen mit Crystal Meth bleibt mit über 3.000 jährlich hoch.

Bayerns Gegenmaßnahmen sind mühsam, aber immerhin, so Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU), lief vor drei Jahren eine intensive polizeiliche Zusammenarbeit mit Tschechien an, um Crystal Meth zu bekämpfen.

"Dass die mit unterwegs sind, Razzien organisieren und managen, zusammen mit tschechischen Polizisten, dass das noch verstärkt werden könnte, will ich auch hier so offen stehen lassen."

Gerhard Eck, Innenstaatssekretär

Mehr Aufklärung gefordert

Bayern müsse hier nicht nur die Drogenberatung, sondern auch die Prävention an den Schulen verstärken, forderte der SPD-Abgeordnete Peter Paul Gantzer. Es gebe zwar Drogenaufklärung an Bayern Schulen, aber viel zu selten. Es müsste jedes halbe Jahr an den Schulen ein große Drogenaufklärungsveranstaltung stattfinden, sagte Gantzer.

Die Grünen-Abgeordnete Katharina Schulze forderte eine massive Aufstockung der staatlichen Mittel für Präventionsmaßnahmen. Sie bewertete die derzeit jährlich 55.000 Euro Förderung beispielsweise der Crystal-Meth-Hotline für Eltern süchtiger jugendlicher CrystalMeth-Konsumenten als viel zu niedrig. Für Frühjahr nächsten Jahres planen Bayern und Tschechien eine gemeinsame Warnbroschüre  vor Crystal Meth.

Crystal Meth - die Horrordroge

Crystal Meth zerfrisst Körper, Geist und Seele, ist billig zu haben, löst euphorische Hochgefühle aus und steigert die Leistung auch ohne Schlaf und Essen. Aber Crystal Meth wirkt nur kurzfristig. Lässt die Wirkung nach, kommt es zu Fieber, Haarausfall, Herzrhythmusstörungen. Gesicht und Zähne werden regelrecht zerfressen.

Die Horrordroge, synthetisch zusammengemixt in illegalen tschechischen Drogenlaboren, schwappt vor allem über Nordbayern auf den Markt. Die meisten Crystal-Meth-Abhängigen gibt es deshalb auch in der Oberpfalz, in Oberfranken, Nürnberg und München.

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