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Eskalation nach Rassisten-Demo US-Präsident Trump in der Kritik für Charlottesville

Eine rechtsextreme Kundgebung artet in den USA in Gewalt aus, es gibt eine Tote und viele Verletzte. Präsident Trump wird vorgeworfen, dass er die Schuldigen nicht beim Namen nennt.

Von: Martin Ganslmeier

Stand: 13.08.2017

Charlottesville ist normalerweise eine idyllische Universitätsstadt am Rande der Blue Ridge Mountains, gut zwei Autostunden von Washington entfernt. In der Nähe liegt Monticello, das Anwesen von Thomas Jefferson, einem der Gründerväter der amerikanischen Demokratie.

Charlottesville nun Symbolort für rassistische Gewalt

Polizisten tragen eine Person weg

Doch seit diesem Wochenende steht Charlottesville auch für die Gewalt der ultrarechten Szene in den USA. Die amerikanische Bundespolizei FBI ermittelt gegen einen 20jährigen Mann aus Ohio, der mit seinem Auto bewusst in eine Menge friedlicher Gegendemonstranten gerast war. Eine 32jährige Frau kam dabei ums Leben. Doch am Tag danach richtet sich die Kritik auch gegen US-Präsident Donald Trump und seine späte und nach Einschätzung vieler halbherzige Reaktion:

"Wir verurteilen aufs Schärfste diese ungeheuerliche Zurschaustellung von Hass, Vorurteilen und Gewalt auf vielen Seiten."

Präsident Donald Trump

Gegendemonstranten in Charlottesville

Mit dem zweifach wiederholten "auf vielen Seiten" habe Trump die Verantwortung von Ultrarechten und Rassisten relativiert, so die Kritik nicht nur von Demokraten. Mit keinem Wort habe Trump die Gewalt der Ultrarechten verurteilt. Eine amerikanische Neonazi-Gruppe reagierte im Internet erfreut:

"Trumps Kommentare waren gut. Er hat sich geweigert, eine Frage über weiße Nationalisten zu beantworten."

US-Neonazi Portal

Republikaner fordern klare Worte

Der republikanische Senator Marco Rubio forderte Trump auf, er soll "die Ereignisse als das beschreiben, was sie sind: ein Terroranschlag weißer Rassisten.“ Auch der republikanische Senator Cory Gardner sagte auf CNN:

"Wenn in Europa Leute mit Lastwagen in eine Menge gerast sind, hat er es radikalen islamistischen Terror genannt. Er sollte noch heute die Möglichkeit nutzen, zu sagen: Das ist inländischer Terrorismus und weißer Nationalismus, und das muss aufhören!"

Senator Cory Gardner

Ultrarechte Unterstützer von Trump

Demonstration von Rechtsextremisten in den USA

Es ist nicht das erste Mal, das Trump im Kreuzfeuer der Kritik steht, weil er sich nicht klar und deutlich von ultrarechten Gruppen abgrenzt. In seinem Umfeld gibt es Berater wie den Chefstrategen Steve Bannon oder Sebastian Gorka, die jahrelang das rechtspopulistische Internet-Angebot "Breitbart" geprägt haben und nach Auffassung von Kritikern eine nationalistische Politik anstreben.


Im Wahlkampf wurde Trump nicht nur von "Breitbart", sondern auch von der sogenannten "Alt-Right"-Bewegung unterstützt. In dieser Bewegung engagieren sich Amerikaner gegen Einwanderung, gegen freien Handel sowie Globalisierung und gegen politische Korrektheit. Aber auch weiße Rassisten wie der frühere KuKluxKlan-Führer David Duke fühlen sich durch Trumps Wahlsieg bestätigt. Duke sagte in Charlottesville:

"Wir sind entschlossen, uns unser Land zurückzuholen. Wir erfüllen die Versprechen von Donald Trump. Daran glauben wir und deshalb haben wir ihn gewählt."

David Duke

Nach seinem überraschenden Wahlsieg zögerte Trump lange Zeit, bis er sich entschieden von David Duke und den weißen Rassisten distanzierte. Zuvor wich Trump den Journalisten-Fragen aus, indem er wie im Dezember sagte:

"Ich weiß gar nicht von welcher Gruppe Sie sprechen. Sie können doch nicht von mir verlangen, eine Gruppe zu verurteilen, die ich gar nicht kenne."

Donald Trump

Erst nachdem Anfang des Jahres eine Serie antijüdischer und antiislamischer Gewalttaten die amerikanische Öffentlichkeit erschütterte, verurteilte Trump ultrarechte Gewalt mit klaren Worten.

Steve Bannon

Nach Aussage von Insidern habe ihn seine Tochter Ivanka dazu gebracht. Dagegen sind seine Berater Bannon und Gorka überzeugt, dass Trump ohne die Mobilisierung rechter Gruppen die Wahl nicht gewonnen hätte.

Bürgerrechtsorganisationen beklagen, dass es seit Trumps Wahlsieg einen Anstieg rechtsradikaler Gewalttaten in den USA gebe. Auch die Zahl anti-muslimischer Gruppen habe sich verdreifacht.


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