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Randale im US-Staat Virginia FBI ermittelt nach drei Toten in Charlottesville

Eine Demonstration von Ultra-Rechten im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia ist in Gewalt ausgeartet. Drei Menschen kamen ums Leben, 35 wurden verletzt. US-Präsident Donald Trump verurteilte die Gewalt - aus Sicht von Kritikern allerdings zu spät und nur halbherzig. Das FBI ermittelt.

Von: Martin Ganslmeier

Stand: 13.08.2017

Randale in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia | Bild: picture-alliance/dpa

Es war der größte Aufmarsch von Rechtsextremisten, Neonazis, weißen Rassisten und Mitgliedern des KuKluxKlans in den USA seit einem Jahrzehnt. Schon am Freitagabend hatten sich mehrere Hundert von ihnen in der Universitätsstadt Charlottesville zu einem Fackelzug versammelt.

Demo für die Rechte von Weißen

Unter dem Motto "Vereinigt die Rechte" wollten mehrere tausend das ganze Wochenende über für die Rechte weißer US-Bürger demonstrieren. Außerdem richtete sich ihr Protest gegen die von der Stadt beschlossene Entfernung einer Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee. Mit dabei war einer der berüchtigsten Rassisten in den USA, der frühere KuKluxKlan-Anführer David Duke:

"Wir erfüllen die Versprechen von Donald Trump. Deshalb haben wir ihn gewählt, weil er uns unser Land zurückgeben will. Das müssen wir tun."

David Duke, Anführer des KuKluxKlans

Trotz eines großen Aufgebots an Polizisten kam es bereits gestern Mittag zu Straßenschlachten zwischen Rechtsextremisten und Gegendemonstranten. Hunderte von Menschen prügelten mit Stöcken aufeinander ein und bewarfen sich mit Wasserflaschen. Der Gouverneur von Virginia rief den Ausnahmezustand aus, um zusätzliche Sicheheitskräfte anzufordern. Dann raste plötzlich ein Auto mit dunkel getönten Scheiben in eine Menge friedlicher Demonstranten, die Plakate gegen Rechtsextremismus und Rassismus trugen. "Es war eine sehr enge Straße", schilderte Augenzeuge Brennan Gilmore später im Sender NBC, "erst fuhr er langsamer und dann ist er mit Vollgas in die Gruppe hineingerast."

Todesfahrer in Haft

Mehrere Menschen wurden in die Luft geschleudert. Der Autofahrer versuchte zu flüchten, wurde aber wenig später von der Polizei gefasst. Es soll sich um einen 20-jährigen Mann aus Ohio handeln. Gegen ihn wird wegen Mordes ermittelt.

Für eine 32jährige Frau kam jede Hilfe zu spät. Sie starb noch am Tatort. Dutzende Verletzte, darunter neun Schwerverletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Polizeihubschrauber stürzt ab: zwei weitere Tote

Stunden später, als die Krawalle unter Kontrolle waren, verunglückte auch noch ein Polizeihubschrauber, der den ganzen Tag über Charlottesville geflogen war. Dabei kamen beide Insassen ums Leben. Am Abend appellierte der Gouverneur von Virginia, Terry McAuliffe, an die Rechtsextremisten:

"Ich habe eine Botschaft an alle weißen Rassisten und die Nazis, die heute nach Charlottesville kamen: Geht nach Hause! Ihr tut so, als seid ihr Patrioten. Aber ihr seid alles andere als Patrioten!"

Terry McAuliffe, Gouverneur von Virginia

Auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich zu den Krawallen in Charlottesville. Allerdings wurde seine Reaktion als zu spät und zu halbherzig kritisiert:

"Wir verurteilen aufs Schärfste diese ungeheuerliche Zurschaustellung von Hass, Vorurteilen und Gewalt auf vielen Seiten."

US-Präsident Trump auf Twitter

"Das war inländischer Terrorismus"

Anschließend hagelte es Kritik nicht nur von Demokraten, sondern auch von republikanischen Politikern. Statt allgemein die Gewalt "auf vielen Seiten" zu kritisieren, hätte sich der Präsident eindeutig von rechtsextremer und rassistischer Gewalt distanzieren müssen, meinte der republikanische Senator Cory Gardner: "Mr President, wir müssen das Böse beim Namen nennen", twitterte Gardner, "das war inländischer Terrorismus".

Auch der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie forderte, jeder führende Politiker müsse deutlich gegen Rassisten und weiße Nationalisten Stellung beziehen. Schon nach seinem Wahlsieg hatte Trump lange gezögert, bis er sich von rechtsextremen Wählern abgrenzte.


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Kommentare

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hannes, Sonntag, 13.August, 18:05 Uhr

9. wie gut

dass es mutige Menschen gibt, die gegen Rassisten - was anderes ist den der KKK - demonstrieren und sich in Gefahr begeben.
Die mit den Wölfen heulen vergessen, dass auch sie am Ende unter ihnen leiden werden, denn diesen Leuten geht es nicht um
Ehre oder Rasse oder Ideologie - denen geht es nur um ihren Vorteil und ihre Macht. Die Freude heute noch nicht zur Minderheit
zu gehören, kann sich verdammt schnell ändern.

Politische Mitte, Sonntag, 13.August, 17:22 Uhr

8. Ausschreitungen in Charlottesville

Um 17:00 Uhr die Nachrichten in BR 1. Da wurde von friedlichen Gegendemonstranten gesprochen. Ich habe bei mehreren amerikanischen Nachrichtensendungen einige Filmbeiträge gesehen. Die nach Ihrer Meinung friedlichen Gegendemonstranten haben auch - nicht nur die Rassisten - enorm ausgeteilt. Die Amerikaner müssen ebenfalls die Erfahrung machen, dass unter dem Deckmantel einer angeblich friedlichen Gegendemonstration gewaltbereite und vermummte Gewalttäter auftreten. Mir ist dieser auch in der Zwischenzeit in Amerika agierende Schwarz Block bei den Demonstrationen gegen Trump aufgefallen. Da reichte es aus, eine Kappe mit der Aufschrift "Trump" zu tragen und der Träger wurde zusammengeschlagen. Oder es wurden Straßen blockiert, und Autofahrer, die sich das Recht herausnahmen langsam weiterzufahren, wurde ebenfalls angegriffen. Wo ist da noch der Unterschied zwischen Rechts- und Linksradikalen?

  • Antwort von hannes, Sonntag, 13.August, 17:56 Uhr

    was für ein widerlicher Beitrag. pfui Teufel!
    Mit dem Auto Leute zu überfahren gleichzusetzen mit einer Straßenblockade ist schon ein starkes Stück.
    Dass dieses verwirrte Geschwurbel hier gezeigt wird, geht schon hart an die Grenze der Freiheit einer Meinungsäußerung.

  • Antwort von Chiemgauer, Sonntag, 13.August, 18:21 Uhr

    @ Hannes. Tja mein Herr, dann müssen Sie wohl in die Türkei auswandern, wenn Sie nicht wollen dass hier Menschen ihren Meinung schreiben. Dort brauchen Sie keine Angst haben, dass dort jemand schreibt was er denkt. Ich kann in dem Post nicht den kleinsten Ansatz sehen, was auf Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit hindeuten würde. Dass in Hamburg kein Polizist zu Tode gekommen ist (trotz lächerlicher Straßenblockade) ist wohl eher dem Zufall zu verdanken, wenn ich mir die Berichte von Polizisten durchlese, die von Kriegsähnlichen Zuständen Berichten. Also tun Sie bitte nicht so, als wäre die linke Gewalt zu verharmlosen.

  • Antwort von hannes, Sonntag, 13.August, 18:34 Uhr

    @Chiemgauer - schreiben Sie doch nicht so einen Schmarrn.
    Wo habe ich geschrieben, dass ich gegen freie Meinungsäußerung bin?
    Aber ein Beitrag, den man so lesen kann - und ich denke es ist Absicht - der es legitimiert, Leute zu überfahren, die eine Straße blockieren, ist keine freie Meinungsäußerung, sondern Hetze.
    Meine Meinung ist: keine Toleranz der Intoleranz und der Hetze - ich weiß, für Leute wie Sie schwer zu verstehen, aber für mich wahre Demokratie.

  • Antwort von Sir Kaktus, Montag, 14.August, 21:31 Uhr

    @ Chiemgauer. Ich bitte sie. Hamburg war während der G20 ein kriegsähnliches Gebiet? 1. Bezieht sich dieses Gebiet auf die Schanze. 2. sind brennende Straßenblockaden und ein paar randalierende Menschen, die nicht woanders hinwissen mit ihrer Wut, sind keine kriegerischen Handlungen. Gehen sie doch mal nach Syrien und gucken sie sich mal die Ukraine an. Dort herrscht Krieg. Solche Zustände mit der G20 zu relativieren ist schon harter Tobak. In jedem anderem europäischem Land brennen Städte bei Demonstrationen für viel nichtigere Themen. Wissen sie den Unterschied zwischen linker und rechter Gewalt? Rechte richtet sich ausschließlich gegen Menschen, linke Gewalt primär gegen Marterial und Kapital und erst im Fanatismus kommen da auch Menschen zu Schaden, wobei ich Diktaturen[China, Nordkorea, Russland etc.] ausschließe da diese Gewalt nicht mit einem linkem humanistischen Gedankengut einhergeht.

Karl I., Sonntag, 13.August, 13:27 Uhr

7. Na klar doch, so kann man das auch drehen

3 Tote, danach erwähnen das bei einer Demo von "Ultra Rechten" Gewalt ausgebrochen sei und schon glaubt der Leser Nazis haben drei Leute umgebracht. Genaugenommen ist ein Hubschrauber abgestürzt und ein Auto ist in eine Menschenmenge gefahren. Warum, das ist aktuell noch absolut unklar. Die "Ultra Rechten" waren eine Demonstration mit einem Zusammenschluß konservativer Amerikaner die dagegen demonstriert haben das ein Denkmal abgebaut wird.Wie viele davon Ultra-Rechts (was auch immer das bedeutet) waren und wie viele einfach nur Bürger die wollten dass das Denkmal bleibt ist ebenfalls unklar. Das Einzige was klar ist, ist das die Konservativen die Stadt gebeten hatten dass keine Gegendemonstration in direkter Nähe zur Demonstration zugelassen wird um Gewalt zu vermeiden. Alle Videos und Quellen zeigen das die Gewalt von den Linken Gegendemonstranten ausging. Aber wenn man das in der passenden Reihenfolge berichtet und ganz viel Worte wie Rechts einstreut entsteht ein anderer Eindruck

  • Antwort von Krakebusch, Sonntag, 13.August, 17:02 Uhr

    "...eine Demonstration mit einem Zusammenschluß konservativer Amerikaner..."

    In Wahrheit war es ein Zusammenschluss von KKK, Alt Right und Neonazis. Mit "konservativ" hat diese braune Melange nicht im Entferntesten zu tun. Das krampf- und reflexhafte Verweisen auf die Gegendemonstranten ist schlicht und einfach realitätsfern.

  • Antwort von Leonia, Sonntag, 13.August, 17:07 Uhr

    Na klar, man kann es auch so machen wie Sie und ignorieren, dass auf Fotos und Videos unterschiedlicher Augenzeugen deutlich erkennbar ist, dass das Auto absichtlich in die den Abzug der Rassisten feiernden Gegendemonstranten gesteuert wurde.

  • Antwort von Süddeutscher und gleich weg, Montag, 14.August, 07:06 Uhr

    Die Wahrheit gefällt den gleichgeschaltenen Medien in Westeuropa nicht und deswegen auch Ultra-Rechte. Ich erinnere an schwere Ausschreitungen und diese tagelang und das waren lediglich Aktivisten. Bei solchen Beiträgen, wie von Herrn Ganslmeier wird auch nicht vom Chefredakteur nachrecherchiert, sondern der schreibt einfach seine Möchtegern-Geschehensweise.

Truderinger, Sonntag, 13.August, 12:56 Uhr

6.

Diese rassistischen Verbrecher berufen sich klipp und klar auf Trump! Dessen deutsche Anhänger stellen sich reflexartig hinter ihn und damit auch hinter Ku-Klux-Klan und Co.! Will wirklich einer unserer hiesigen Rechtsabbieger ernsthaft von sich behaupten, kein Nazi und kein offen bekennender Rassist zu sein?

Rosl, Sonntag, 13.August, 12:25 Uhr

5. Das Foto sagt alles

Auf dem Foto sieht man doch deutlich, wer die Stöcke in der Hand hat und auf andere einprügelt. Das ZDF in Aktenzeichen XY würde sagen: Die Dunkelhaarigen.

  • Antwort von Truderinger, Sonntag, 13.August, 12:46 Uhr

    Keine Ahnung, was Sie sehen, aber ich weiß, was Sie sehen wollen: Die weiße Rasse muss sich vor dem dunkelhäutigen Untermenschen schützen! Richtig?

  • Antwort von Haderner, Sonntag, 13.August, 15:22 Uhr

    Was ist eine konservative Demo ?
    Wo finde ich da Nazis , bei der CSU/CDU ?
    Seltsamer Kommentar !

  • Antwort von Truderinger, Sonntag, 13.August, 17:37 Uhr

    Aja, Jürgen! Die bekennden Rassisten des KKK sind also Konservative! Mhm, ja ne is klar! Dann weiß ich ja auch, womit wir es bei Ihnen zu tun haben!