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Auto nach Bedarf Tipps für Carsharing-Einsteiger

Sie möchten vom eigenen Auto auf Carsharing umsteigen? Das Angebot ist zumindest in größeren Städten gut, aber die Auswahl nicht ganz einfach. Hier die wichtigsten Tipps.

Von: Patrizia Kramliczek

Stand: 20.04.2017

Mann schließt ein Auto auf | Bild: picture-alliance/dpa

Auf der App schauen, wo gerade ein Auto in der Nähe steht, damit zum gewünschten Ort fahren - und dort einfach stehen lassen. "Flexibel" heißt diese Art von Carsharing, bei der man zwar nicht an x-beliebigen Stellen, aber innerhalb eines definierten Radius, das Auto abstellen und abholen kann. car2to oder DriveNow arbeiten nach diesem Modell. Andere, wie Flinkster von der Deutschen Bahn, bieten "stationäres" Carsharing und haben für ihre Wagen ein festes Netz mit Abhol- bzw. Rückgabe-Punkten aufgebaut. Was für Sie besser ist? Hängt von Ihren Anforderungen und Ihrem Wohnort ab.

Carsharing sollte praktisch sein

"Von der praktischen Seite her ist es relevant, dass man verschieden große Autos nutzen kann. Wenn ich etwas transportieren möchte, nehme ich ein größeres, für eine Fahrt in die Stadt ein kleineres - das ist dann auch besser für die Umwelt und bringt weniger CO2-Ausstoß", sagt Heidemarie Krause-Böhm von der Verbraucherzentrale Bayern. Die Leiterin des Referates Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit sieht es als Vorteil, dass Kunden von Carsharing-Firmen in der Regel moderne Autos mit neuer Technik, sparsamem Kraftstoffverbrauch, guten Reifen und passendem Reifendruck haben, denn der Reifenabrieb ist eine der Ursachen für Feinstaub.

Auch bei Carsharing-Autos auf die Größe achten.

Und noch ein ganz praktischer Tipp der Verbraucherschützerin: "Die Autos sollten in der Nähe verfügbar sein." Denn was Umstände bereitet, nutzt man meistens nicht. Generell sollte jeder seine eigenen Gewohnheit überprüfen. Vielleicht erweist es sich als günstiger, keinen Carsharing-Vertrag einzugehen, sondern nur ab und zu einen Mietwagen zu nehmen. "Gerade in Kombination mit Bahnfahrten gibt es Rabatte und günstige Angebote", sagt Krause-Böhm.

Von Kosten bis Versicherung

Die Verbraucherzentrale gibt Carsharing-Interessenten unter anderem folgende, weitere Hinweise:

  • Es kann sein, dass eine Grundgebühr anfällt, die für Viel- und Wenignutzer unterschiedlich ausfällt. Für die Fahrten zahlt man dann entweder nach Zeit oder gefahrenen Kilometern.
  • Es lohnt sich nachzufragen, ob es Vergünstigungen gibt, wenn Sie eine Bahncard oder eine Abo-Karte für öffentliche Verkehrsmittel haben. Auch für Studenten oder Firmen gibt es mitunter Ermäßigungen.
  • Für den Fall, dass Sie einen Unfall verursachen: Schauen Sie vorher in den Vertragsbedingungen nach, wie hoch die Selbstbeteiligung in der Haftpflicht- und Kaskoversicherung ist.
  • Noch ein Versicherungstipp: Wenn Sie Ihr eigenes Auto aufgeben, informieren Sie sich, ob Ihr Schadenfreiheitsrabatt erhalten bleibt, falls Sie sich in Zukunft doch wieder ein Auto kaufen möchten.
  • Wie ist das Tanken geregelt? Wie voll muss der Tank sein, wenn Sie das Auto übernehmen oder abstellen, und wer fährt zur Tankstelle? Mitunter können Sie Freiminuten ansammeln, wenn Sie selbst das Tanken übernehmen.

Schäden protokollieren

Im Rechtsreferat der Verbraucherzentrale Bayern ist Carsharing derzeit kein Thema, die Nutzer haben offenbar wenige bis keine Probleme mit den Verträgen. "Bisher scheint es zu laufen", sagt Tatjana Halm, Leiterin des Referates Markt und Recht. Wenn ein Auto von mehreren Personen benutzt werde, könne es aber zu Haftungsfragen kommen. Hier gilt die Regel: Schäden dokumentieren.

Selbst zum Carsharing-Anbieter werden?

Wenn Sie ein eigenes Auto haben und es mit anderen teilen möchten: Es gibt Carsharing-Plattformen, über die Sie Ihren Wagen anbieten können und über die eine Mitbenutzung vertraglich geregelt wird. Auch durch "Mitfahrer" lassen sich Kosten sparen.


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