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Neue Militär-Doktrin Bundeswehr bereitet Cyber-Angriffe vor

Die Bundeswehr will ihr Computernetz auch durch Gegenangriffe auf die Rechner von Gegnern schützen. Das geht aus einem Bericht des Verteidigungsministeriums an den Bundestag hervor, der dem Spiegel vorliegt.

Von: Achim Killer

Stand: 17.01.2016

Mann sitzt vor Computer | Bild: picture-alliance/dpa

Von Abwehrkonzepten ist in dem Bericht die Rede, "die über den rein passiven Schutz zur Minimierung der Auswirkungen" eines Cyber-Angriffs hinausgehen. Im Klartext: Angreifende Rechner sollen - als Reaktion oder präventiv - selbst angegriffen werden. Für solche Maßnahmen sollen zunächst die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Später sollen sie gegebenenfalls der "Beendigung und Unterbindung eines Angriffs" dienen.

Zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Cyberspace

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bereits im September angeordnet, die Internet-Aktivitäten des deutschen Militärs neu zu organisieren. Seitdem gibt es ein eigenes Kommando für Cyber-Soldaten neben den herkömmlichen Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine.

Schad-Software als Kriegswaffe

Der Begriff "Cyberwar" wird zwar inflationär und oft auch wichtigtuerisch verwendet. Jedoch hat der Computerwurm Stuxnet 2010 gezeigt, welch mächtige Waffe ein Schadprogramm sein kann. Der Wurm demolierte damals die iranische Urananreicherungsanlage in Natanz. In der Folge haben die meisten Staaten Strategien für die Kriegsführung im Internet entwickelt.

  • Achim Killer | Bild: BR Achim Killer

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