11

Bundesverkehrswegeplan Hier könnte in Bayern bald gebaut werden

Vordringlicher Bedarf – das ist das Zauberwort beim Bundesverkehrswegeplan, den der Bundestag heute gebilligt hat. Die so gekennzeichneten Projekte haben eine realistische Chance, bis 2030 verwirklicht zu werden. Hier ein Überblick über die Lage in Bayern.

Von: Tanja Oppelt und Andreas Herz

Stand: 02.12.2016

Ein Baustellen-Hinweisschild an einer Autobahn-Baustelle | Bild: pa/dpa/Arno Burgi

270 Milliarden Euro fließen in den kommenden 14 Jahren in die bundesweite Infrastruktur, wobei ein Großteil des Geldes dem Erhalt dient. Die meisten Mittel - rund die Hälfte - kommen dem Straßenneubau und -erhalt zugute. 40 Prozent sollen in die Schiene fließen. Der Rest wird für die Wasserwege verwendet.

Welche Projekte konkret im Freistaat verwirklich werden, wird sich noch zeigen. Denn nicht die Finanzierung sei das Problem, so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Bundestag, sondern die Planung. Der Grund: Viele Bauämter leiden unter Personalmangel.

Auf die Kennzeichung kommt es an

Verantwortlich für den Verkehrswegeplan: Verkehrsminister Dobrindt (CSU)

Eine realistische Chance auf Umsetzung haben alle Projekte, die im Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf gekennzeichnet wurden. In Bayern ist das unter anderem die durchgehende Elektrifizierung der Bahnstrecken von Hof nach Regensburg und von Marktredwitz nach Nürnberg. Einen Überblick über die Straßenprojekte finden Sie hier:

Geplante Autobahnen und Bundesstraßen in Bayern

Bayerns Innenminister Herrmann hatte im Vorfeld erklärt, dass Bayern ein größeres Stück des Kuchens abbekommt. Im Bereich Straßen steige der Anteil des Freistaats von 13,7 Prozent auf 16,9 Prozent. Noch klarer sei das Bild bei der Schiene: Fast jedes zweite im Plan aufgeführte Projekt werde Baumaßnahmen in Bayern zu Folge haben.

Ein dringendes Anliegen aus bayerischer Sicht sei es, die Fernverkehrsströme auf den Straßen zu entzerren. Das meint die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. Laut dessen Geschäftsführer Bertram Brossardt müssen "die stark belasteten Nord-Süd-Autobahnen durch den Ausbau der Bundesstraßen B15, B20 und B85 als leistungsfähige Querverbindungen zwischen den Ost-West-Autobahnen A94, A92 und A3 bis zur A6 entlastet werden.“ Grundsätzlich begrüßt Brossardt aber den neuen Verkehrswegeplan.

Die Bürger wurden eingebunden

Schlecht für Umwelt und Klima und zudem "nicht bezahlbar" - so kritisiert die Opposition im Bundestag den Verkehrswegeplan. Nötig seien stattdessen mehr Vernetzungen und ein stärkeres Verlagern von Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene. Dobrindt dagegen sprach vom größten Investitionsprogramm für die Infrastruktur, dass es je gegeben habe. Mehr als 1.000 Projekte stünden im Bundesverkehrswegeplan. Der sei noch ökologischer ausgefallen als der letzte, der vor 15 Jahren von rot-grün verabschiedet worden war, so Dobrindt weiter.

Im Vorfeld hatte es übrigens zum ersten Mal eine organisierte Bürgerbeteiligung gegeben. Und das Interesse war groß: Letztendlich entschied die Koalition über mehrere hundert Änderungsanträge beim Verkehrswegeplan.


11

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Abendstern, Freitag, 02.Dezember, 21:54 Uhr

11. Mehr als 1.000 Projekte stünden...

Solln doch zuerst ein Projekt fertig machen aber ganz dann können sie die anderern 999 auch machen.- Alles der Reihe nach.

Lutz Schnelle, Freitag, 02.Dezember, 19:12 Uhr

10. Früher nannten die Grünen das "Versiegelung der Landschaft"

und kümmerten sich um die Frösche, aber die sind wohl längst mitversiegelt. Als ich von dem "Plan" gehört habe, hatte ich gerade den letzten Schock überwunden, den mit den 300.000 Neubauwohnungen in den kommenden Jahren. Ich weiß nicht, ob die Deutschen geisteskrank sind, aber fragt man sich, wie es zum 3. Reich gekommen ist, dann schaut man einfach, wo wir heute herumsumpfen. Wie ist es denn dazu gekommen? Einen Normalzustand haben die Deutschen jedenfalls nicht. Vernetzung? Die Vernetzung wird vom Profitstreben der Industrie voran getrieben und die Agenten in Staatsfernsehen und Parlamenten machen dafür die Werbung. Das ist ja wohl abzusehen, daß die Vernetzung nicht auf das Universum, unendliche Weiten, hinaus läuft, sondern auf den Borg-Kubus. Der ist ja auch längst da. Diese ekelhaften Menschen rücken einem immer näher auf den Pelz, ganz deutlich sichtbar: der Kubus der tausend Gesichter. Herzlichen Glückwunsch.

  • Antwort von Manfred, Freitag, 02.Dezember, 19:58 Uhr

    Ich weiß nicht, welch wirre Gedanken Sie beim Verfassen dieses Beitrags hatten. - Verständlich ist er jedenfalls nicht.

    Also sollen wir keine Wohnungen bauen, keine neuen Straßen und Bahnstrecken, und warten bis alles zusammenbricht? *rätsel*

  • Antwort von Nacht, Freitag, 02.Dezember, 21:47 Uhr

    Unter der Bettdecke verkriechen und warten bis die Marsmännchen kommen.

sympathie träger, Freitag, 02.Dezember, 18:51 Uhr

9.

alles was ein dobrindt macht sit einfach gesagt nur mist ! bezahlen werden es heute die steuerzahler und die nächsten generationen tragen die folgen ! also echt planung mit weitsicht . hoffentlich sind die mehrausgaben für die maut auch schon eingerechnet , den die zahlen ja auch die seutschen steuerzahler !
drum liebe wähler hütet euch vor zu schön klingenden wahlversprechen , den daraus werden meist nur politikerverbrechen !

  • Antwort von Lutz Schnelle, Freitag, 02.Dezember, 19:21 Uhr

    270 Mrd. Euro sind eine hübsche Summe, da fallen sicher ein paar satte Brocken ab. Sind das politische Ideen, oder stecken die Lobbyorganisationen dahinter? Wie weit sind die eigentlich aus dem Bundestag entfernt worden? Schauen Sie mal die Synonyme für "Lobby".

  • Antwort von Manfred, Freitag, 02.Dezember, 20:00 Uhr

    Keine Ahnung, was Sie für ein Problem haben.

    Jeder schimpft über schlechte Straßen, Staus, schlechte Zuganbindung usw. usw. - Und nun sollen alle Verkehrsbaumaßnahmen schlecht sein? Muss man wohl nicht verstehen.

thorie, Freitag, 02.Dezember, 17:51 Uhr

8. so so , herr dobrindt

zitat: " Denn nicht die Finanzierung sei das Problem, so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt im Bundestag, ......"

wenn 270 mrd kein problem sind, ....für was braucht man dann noch die maut (peanut) ?

aus csu-profilier.gier?

des is so, Freitag, 02.Dezember, 17:32 Uhr

7.

.... größten Investitionsprogramm für die Infrastruktur,vielleicht fürn LANGLKW.

  • Antwort von thorie, Freitag, 02.Dezember, 18:05 Uhr

    bis "wir schaffen das" war kein geld da.
    danke, der entwicklung!
    seit monaten ist auf einmal geld, sogar fürs inland, da !
    ich mag se net, aber danke afd !
    ohne die, würd sich in berlin keiner an "zum wohle des dt. ......" erinnern!