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#sprachlos Bild eines Flüchtlingskindes macht Furore

Ein unbekanntes Kind aus Syrien verarbeitet seine Erlebnisse in einer Zeichnung - und schenkt sie einem Polizisten in Passau. Innerhalb von Stunden verbreitet es sich tausendfach in den sozialen Netzwerken.

Von: Roland Hindl

Stand: 25.09.2015

Die Geschichte ist ergreifend: Ein unbekanntes Kind aus Syrien zeichnet und verarbeitet auf die Art in der Notunterkunft in Passau seine schrecklichen Erlebnisse der Flucht. Eine der Zeichnungen schenkt es einem Polizisten. Ein Kollege wiederum twittert es am Donnerstagabend über den offiziellen Account der Bundespolizei Bayern. Innerhalb von wenigen Stunden verbreitet es sich tausendfach in den sozialen Netzwerken.

"Geschenk eines syrischen Kindes an die Bundespolizisten in Passau..."

#sprachlos #Fluechtlingskrise

Das Bild hat ein Kind in der Passauer Clearingstelle gemacht. Dort werden allerdings noch keine Personalien erfasst. "Es wird also beim unbekannten syrischen Flüchtlingskind bleiben", erklärt Frank Koller, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Freyung. Das Kinder das Erlebte verarbeiten, indem sie malen, erlebe er häufig. Weil auch die Bundespolizisten ständig wechseln, sei auch nicht herauszufinden, wer derjenige war, dem das Kind das Bild übergab.

Wie nah Leid und Hoffnung in der aktuellen Flüchtlingskrise beieinander liegen, zeigt das karierte Blatt: Auf der einen Hälfte eine Frau auf Krücken, tote Menschen, abgetrennte Arme und Beine. Der Kriegsschrecken in Syrien. Auf der anderen Seite: Ein großer und ein kleiner Mensch mit Koffern, eine Polizeidienststelle und die deutsche Fahne umrahmt von einem Herzen. Schon nach 15 Stunden ist die Zeichnung allein auf Twitter 2.300 mal geteilt worden. Wie das Kind heißt, das das Bild gemalt hat, oder wie alt es ist, ist nicht bekannt.

Flüchtlingsschicksale gehen an Beamten nicht spurlos vorüber

Seit Einführung der Grenzkontrollen sind Tausende Menschen in Passau angekommen. In einer Halle werden sie versorgt, Kinder bekommen Spielsachen und Malzeug.

 Flüchtlinge halten sich in München (Bayern) in der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf dem Gelände der Bayernkaserne im Freien hinter einem Schild auf | Bild: picture-alliance/dpa zur Übersicht Dossier An den Grenzen Fluchtpunkt Bayern

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"Die Kollegen haben die vielen Zeichnungen, die ihnen geschenkt werden, an einer kleinen Wand aufgehängt", sagt Fabian Hüppe, Pressesprecher der Bundespolizei Bayern, der das Bild getwittert hat. Es zeige beispielhaft, dass die Schicksale, mit denen die Beamten vor Ort konfrontiert werden, auch eine emotionale Belastung seien. "Manche Kollegen nehmen so ein Bild auch mit nach Hause."

Auf Twitter und Facebook wird das Bild von vielen  kommentiert, die meisten zeigen sich bewegt: "Die Symbolik in diesem Bild ist bewegend ! Von Krieg, Tod, Verwundung und Schrecken in ein heiles Leben", twittert LT (@latorre_es). "Was muss dieses Kind nur erlebt haben um solch ein Bild (linkes Bild) zu zeichnen?", fragt sich @HaberreiterJ.

"Liebe @bpol_by, danke für eure Unterstützung und die vielen Überstunden, die ihr ganz sicher schiebt. Ihr habt Geschenke verdient."

Pepa @pepa7167

Polizeisprecher Hüppe selbst war am nächsten Morgen überrascht: "Diese virale Verbreitung hätte ich nicht abgeschätzt."


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Inger Detlefsen, Sonntag, 27.September, 10:45 Uhr

18. unbekanntes Kind

Das Kind heißt Mohamad. An der Unterschrift klar zu erkennen. Nachname wahrscheinlich Noor. Es befindet sich im Schreiblernprozess und kann seinen Namen nur teilweise schreiben. Außerdem schreibt man glaube ich im Arabischen die Vokale nicht. Aber trotzdem ist der Name deutlich zu erkennen.
Danke, Mohamad, für deinen eindeutigen Kommentar zu den Ereignissen in Syrien und auf der Flucht. Hoffentlich hast du inzwischen sowas wie ein Zuhause gefunden!

Schreistetter Gertraud, Sonntag, 27.September, 07:00 Uhr

17. "Bild!"

Ich will ja nichts sagen, aber was ist das für eine Berichterstattung, die schon seit Wochen u Monaten vonstatten geht?? Es werden Kinder u schwangere Frauen in den Medien gezeigt!!! 80% der Flüchtlinge sind junge Männer!!! Meinen Sie, daß Sie mit dieser Berichterstattung, selbst von einem Bild!!!! noch die Menschen beeindrucken können??? Wir können unsere eigenen ARMEN Kinder auch zu dieser Aktion aktivieren u da muß ich schon sagen, ob das nicht schlimmer wäre in unserem gelobten reichen Land!!!!!!!!!, wenn bei uns ein Kind so etwas malen würde! Eine objektive Berichterstattung läßt schon lange zu wünschen übrig, genauso unsere Politiker, die nur noch einer Fr. Merkel hinterher laufen u gar nicht mehr wissen, wo sie überhaupt hin laufen!!!

keine worte, Samstag, 26.September, 12:56 Uhr

16. Passau trägt Hauptlast damit in München gefeiert werden kann

Wo sind die Kamerateams, die uns immer und immer wieder Fernsehbilder von den Helfern am Münchner Hauptbahnhof vorgesetzt haben? Zählt unsere Stadt nicht? Weshalb gibt es keine Sondersendungen darüber, was in Passau gerade abgeht? Unsere Stadt ist viel kleiner als München, trägt aber seit Beginn des Oktoberfestes die Hauptlast in Bayern. Es kann sich niemand vorstellen, welche Massen von Menschen in unserer kleinen Stadt versorgt werden müssen. Da ist das, was angeblich in München so willkommenskulturell auf die Beine gestellt wurde, nur ein Abklatsch von dem, was hier geleistet wird. München hat darüberhinaus die Flüchtlinge nur weitergeleitet, bei uns bleibt der Großteil!

Unsere auf München bezogene Berichterstattung ist sehr schlecht. Uns wird ein Bild vermittelt, als gäbe es keine Probleme mit Unterbringung, Registrierung und Versorgung der Flüchtlinge nur weil es in München derzeit nicht stattfindet. Man sieht, wie wir von den Medien manipuliert und fehlgeleitet werden.

  • Antwort von Rumplhanni, Samstag, 26.September, 19:31 Uhr

    Bei Älteren ist die Angst vor Überfällen in grenznahen Gebieten berechtigterweise groß. Sie sprechen von sich aus die Krise an, weil es sie entsprechend beschäftigt, versuchen ihre Angst nicht zu zeigen. Als leichte Beute betrachtet, die bevorzugten Opfer von schäbig-kriminiell Mutigen, gleich welcher Landeszugehörigkeit. Es sickert oft genug durch, wie Wenigen gesetzlich Asyl zustehen würde, wie Viele sich von den pauschal als Flüchtlinge bezeichneten selbständig auf ihren Trip durch´s ersehnte Asylland machen.

    CSU Mayer will ein Landgrenzenverfahren einführen, Zuwanderer ohne Chance auf Asyl bereits an der Grenze Österreich abzuweisen. In Kroatien sind am Freitag 10.000 Flüchtlinge angekommen,weiter nach Österreich, dann deutsche Grenzen.

    Die australische Methode zeichnet sich für Europa schon lange ab. Tausende sind noch unterwegs. Man gewinnt den Eindruck der Großteil islamisch-geprägter Länder sucht Zuflucht im christlich-geprägten Europa und fragt sich warum!

Pro Asül, Samstag, 26.September, 11:52 Uhr

15. Fehlt noch was...

Fehlt noch die herzzerreißende Story von dem Hundewelpen, der die 5000 km bis hierher zu Fuß gestragen wurde

Dirk, Samstag, 26.September, 11:26 Uhr

14. der tägliche Kindesmissbrauch, um Emotionen zu schüren und die Grenzen zu öffnen

Kinder werden (nicht nur) heute - und speziell in der Flüchtlingsthematik - auf inflationäre Weise instrumentalisiert, um Meinungsmache zu betreiben und die Menschen zu emotionalisieren. Das Bild schaut zu klischeemäßig und symbolträchtig aus, als dass es allein von einem Kind angefertigt worden sein kann. Da war sicherlich ein "Ghostwriter" am Werk, der zumindest vorgegeben hat, was man denn malen kann, um die Tränendrüsen zum Arbeiten zu bringen.

Der Totenkopf vs. Lorbeerzweig ?! Kommt ein Kind etwa von selbst auf solch einen symbolischen Vergleich?

Oder das Kind, das sich mit den Händen an den Kopf fassend zum Bildbetrachter dreht wie im Bild "der Schrei" von Edvard Munch.

Ein Kind, das seine Bilder wie ein "Künstler" signiert ?!

Und das Widersprüchlichste: Ein Kind, das vermutlich - wenn überhaupt - arabische Lettern gewohnt ist, mit solch einer ruhigen und sicheren Hand, wenn es darum geht "Polizi" zu schreiben...

Emotionen schalten den Verstand aus