13

Kirch-Pleite Bundesanwaltschaft will neue Anklage gegen Ex-Chefs der Deutschen Bank

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe will, dass sich die drei ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs Jürgen Fitschen, Josef Ackermann und Rolf Breuer erneut vor Gericht verantworten müssen. Das erfuhr die Juristische Wochenschrift NJW von Beteiligten.

Von: Felix Lincke

Stand: 13.02.2018

Der Deutsche Bank-Vorstand Jürgen Fitschen (l) und der ehemalige Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Rolf Breuer (r) stehen am Dienstag (28.06.2011) bei der Fortsetzung im Schadenersatzprozess Kirch gegen die Deutsche Bank im Justizpalast in München (Oberbayern) mit ihren Rechtsanwälte zusammen | Bild: picture-alliance/dpa

Justizkreisen zufolge betreibt die Bundesanwaltschaft beim Bundesgerichtshof eine mögliche Neuauflage des Kirch-Prozesses gegen Deutsche-Bank-Manager. Der BGH soll entscheiden, ob der Münchener Strafprozess gegen die drei früheren Vorstandschefs Fitschen, Ackermann und Breuer wieder aufgerollt werden muss. Der Freispruch gegen zwei weitere Ex-Vorstände soll bestehen bleiben. Es geht um mögliche Verfahrensfehler.

Umstrittene Beweisaufnahme

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat 2016 bereits Revision eingelegt, die nun von der Bundesanwaltschaft unterstützt wird. Die Beweisaufnahme im Strafprozess war umstritten. Der Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs wegen illegaler Absprachen und möglicher Falschaussagen vor Gericht ließ sich aber nicht erhärten.

Deutsche Bank zahlte fast eine Milliarde an Kirch-Erben

Im vorangegangenen Schadenersatz-Prozess der Kirch-Gruppe gegen die Deutsche Bank sollen befragte Bankmanager die Unwahrheit gesagt haben. Dieser Prozess endete mit einem Vergleich mit den Kirch-Erben, für den die Bank 925 Millionen Euro zahlte. Ausgangspunkt dafür war ein Interview von Breuer, in dem er Kirch für nicht mehr kreditwürdig erklärt hatte.


13