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Reaktionen auf Terroranschläge Trauer, Entsetzen, Entschlossenheit

Es ist zu einer traurigen Routine geworden: Politiker aus aller Welt bekunden wieder einmal ihre Solidarität mit einer Stadt, die vom Terror heimgesucht wurde. Auch in Bayern ist die Anteilnahme mit Brüssel groß. Mehrere europäische Wahrzeichen erstrahlten am Abend in belgischen Farben.

Von: Till Erdtracht

Stand: 22.03.2016

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich bestürzt über die Anschläge. Sie bezeichnete die Täter als Mörder, die keine Rücksicht auf die Gebote der Menschlichkeit nähmen. Merkel betonte: "Das Entsetzen ist ebenso grenzenlos wie die Entschlossenheit, den Terrorismus zu besiegen." Das Auswärtige Amt habe einen Krisenstab eingerichtet, das Bundeskabinett werde sich mit der Sicherheitslage in Deutschland befassen.

"Unsere freien Gesellschaften werden sich als stärker erweisen als der Terrorismus."

Angela Merkel

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sprach von menschenverachtenden Gewalttaten. Europa dürfe jetzt nicht zulassen, dass Angst und Verunsicherung um sich griffen.

"Die Attentäter haben mit den heutigen Anschlägen in Brüssel bewusst auf das Herz Europas gezielt und ihren blinden Hass auf unsere europäischen Werte gezeigt: auf unsere Demokratie und unsere Freiheitsrechte."

Horst Seehofer

Wahrzeichen leuchten in belgischen Farben

Einige der bekanntesten Monumente in Europa wurden am Abend als Zeichen der Solidarität mit den Farben der belgischen Flagge angestrahlt. So leuchteten unter anderem der Eiffelturm in Paris und das Brandenburger Tor in Berlin in Schwarz, Gelb und Rot. Vor der belgischen Botschaft in Berlin legten Menschen Blumen ab und zündeten Kerzen an.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem BR, "dass wir letztlich überall in Europa mit solchen Anschlägen rechnen müssen". Es habe sich gezeigt, dass in Belgien wie auch in Frankreich "ein größeres Potential an Terrorverdächtigen herangewachsen" ist. "Wir sind natürlich auf der Hut. Es gibt auch in Deutschland Personen, die als gefährlich gelten. Und einige davon sind rund um die Uhr unter Beobachtung", sagte Herrmann.

Bayerische Vertretung in Brüssel geschlossen

Die Bayerische Vertretung in Brüssel bleibt nach den Terroranschlägen vorerst bis einschließlich Donnerstag geschlossen. Dann müsse geschaut werden, wie es nach dem langen Osterwochenende weitergehe, sagte ein Sprecher der Staatskanzlei in München. Die Vertretung des Freistaates bei der Europäischen Union liegt in unmittelbarer Nähe zum EU-Parlament.

Der Bayerische Landtag sei in tiefer Trauer um die Toten und Verletzten, sagte Parlamentspräsidentin Barbara Stamm. Sie sprach von "zutiefst verabscheuungswürdigen und barbarischen Anschlägen".

"Der Anschlag galt nicht nur Belgien"

Bundespräsident Joachim Gauck sagte, Deutschland stehe an der Seite Belgiens. "Gemeinsam werden wir unsere europäischen Werte, Freiheit und Demokratie, verteidigen", so Gauck.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, die Ziele der Anschläge - ein internationaler Flughafen und eine U-Bahn-Station in der Nähe von EU-Institutionen - sprächen "dafür, dass dieser terroristische Anschlag nicht nur Belgien galt. Sondern unserer Freiheit, unserer Bewegungsfreiheit, der Mobilität und allen, die Teil der EU sind. Deswegen fühlen wir uns genauso getroffen von diesem Anschlag."

US-Präsident Barack Obama erklärte, die Taten seien eine Erinnerung daran, dass die Welt zusammenstehen müsse.

"Wir werden alles tun, was notwendig ist, um unseren Freund und Verbündeten Belgien dabei zu unterstützen, diejenigen vor Gericht zu bringen, die dafür verantwortlich sind."

Barack Obama

Frankreichs Präsident François Hollande hat dem belgischen Volk seine Solidarität erklärt. "Durch die Anschläge von Brüssel ist ganz Europa getroffen", teilte der Staatschef mit. Deshalb sei es nötig, dass Europa "die notwendigen Vorkehrungen gegenüber der Schwere der Bedrohung" ergreife.

EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte, er sei entsetzt über die Bombenanschläge. Die Anschläge seien ein weiterer Tiefpunkt im Vorgehen "von Terroristen im Dienste von Hass und Gewalt".

Der Papst erklärte, er bete für die Angehörigen der Opfer und die Verletzten. Franziskus verurteilte erneut "die blinde Gewalt, die so viel Leid hervorruft". Er bitte Gott um das Geschenk des Friedens, so das katholische Kirchenoberhaupt.

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