Sexismus-Vorwurf Brüderle schweigt
Um Worte ist FDP-Fraktionschef Brüderle normalerweise nicht verlegen - in eigener Sache aber schon. Sexismus-Vorwürfe? Da geht der Pfälzer auf Tauchstation. Westerwelle fordert derweil Solidarität mit dem Parteifreund ein.
Zu Beginn der FDP-Präsidiumssitzung am Montag sagte Fraktionschef Brüderle, er habe für sich entschieden, dass er den Vorgang nicht öffentlich kommentieren wolle und werde. Generalsekretär Patrick Döring äußerte sich nach der Sitzung zu dem Thema. Er halte es für Brüderles legitimes Recht, dass dieser "seine persönlichen Wahrnehmungen zu diesem Abend" nicht auch öffentlich vortrage. Brüderle soll sich vor einem Jahr anzüglich gegenüber einer Journalistin geäußert haben.
Westerwelle: Tief in den Schlamm gegriffen
Außenminister Guido Westerwelle hatte seine Partei zu Solidarität mit ihrem Frontmann aufgefordert. Bei den politischen Konkurrenten und "in einigen Redaktionsstuben gebe es kein Pardon mehr", sagte Westerwelle. "Umso wichtiger ist es, dass diejenigen, die sich kennen, Zerrbilder, die in den Medien über Menschen verbreitet werden, nicht durchgehen lassen." Dies werde ein harter Wahlkampf, und es werde nicht das letzte Mal sein, dass politische Gegner und andere "ganz tief in den Schlamm greifen".
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Claudia Roth: Männliche Machtverhältnisse
Grünen-Parteichefin Claudia Roth kritisierte, Frauen würden in der Debatte "mehr und mehr zu Tätern gemacht", damit die "männlichen Machtverhältnisse" erhalten blieben. Sie forderte Brüderle zum Handeln auf. "Es wäre nicht schlecht, wenn er sich erklären würde, wenn er sich entschuldigen würde, denn ganz offensichtlich hat die junge Journalistin sich angemacht gefühlt", sagte sie.
Sexuelle Belästigung im Job - Öfter als gedacht?
Die Zahlen bewegten sich zwar noch immer in einem niedrigen Bereich, seit vergangener Woche gebe es jedoch einen wahrnehmbaren Anstieg der gemeldeten Vorfälle, gab die Antidiskriminierungsstelle des Bundes an. Darüber hatte "Die Welt" berichtet. Viele Betroffene wüssten nicht, dass sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz verboten sei. Wer so etwas tue, müsse mit einer Abmahnung oder Kündigung rechnen.
Es sei "schlimm", wie die Debatte geführt werde. "Es ist sehr traurig, dass ganz offensichtlich immer noch Männer meinen, Sexismus sei eine Lappalie oder sogar ihr gutes Recht". Nach Ansicht der Grünen-Chefin müssen Frauen - nicht Männer - definieren, wo die Grenze zur Belästigung überschritten ist. Schlimm finde sie Äußerungen, die Journalistin hätte eben nicht nachts an einer Hotelbar sitzen sollen. "Das ist ungefähr so, wie wenn man bei Vergewaltigungsprozessen den Frauen unterstellt, sie könnten sich ja anders anziehen", sagte Roth.
Politik und Medien: Umstrittene Nähe
In der Debatte geht es auch darum, ob die Distanz zwischen Politik und Medien zu gering ist. Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier ist die Nähe unvermeidbar. "Ich glaube indes nicht, dass sie wirklich größer geworden ist", sagte er. "Alle, die in Spitzenpositionen der Politik einrücken, wissen, dass sie in der ersten Reihe stehen und sich deshalb einer neuen öffentlichen Durchleuchtung unterziehen müssen. Herr Brüderle ist nicht der erste, der das erlebt". Sollte Brüderle Unrecht geschehen sein, tue er ihm leid. "Ob das der Fall ist, weiß er nur selbst." Abseits vom politischen Parkett ging die Debatte im Kurzmitteilungsdienst Twitter weiter. Bis Samstagmittag wurden rund 25.000 Tweets unter dem Schlagwort "#aufschrei" eingestellt. Vor allem Frauen berichteten dort über erlebte Beleidigungen und Übergriffe.
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Hans Probst, Montag, 28.Januar, 15:22 Uhr
1. Sexismus
Meine Meinung:Herr Rainer Brüderle ist in erster Linie Politiker.Er macht einen guten "Job" und das ist fuer Deutschland wichtig.In der derzeitigen Lage wichtiger denn je. Gibt es denn wirklch kein anderes Problem??? Ich finde es richtig,dass Herr Brüderle kein Wort für eine solche Lapalie verschwendet.Wenn sich Jemand auf den Schlips getreten fühlt,so lebt er meiner Meinung nach im falschen Land.Also:lassen Sie Herrn Brüderle seine Arbeit als Politiker machen.Meiner Meinung nach sollte Journalismus sich aus der Politik raushalten.In erster Linie ist Herr Brüderle ein Mensch , oder????