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Trumps Ex-Berater Steve Bannon Breitbart entschuldigt sich bei "Flüchtling" Lukas Podolski

Lukas Podolski wurde von dem umstrittenen Portal Breitbart News kurzerhand zum Flüchtling erklärt. Geleitet wird die Plattform von dem Ex-Berater des US-amerkikanischen Präsidenten Donald Trump, Stephen Bannon. Inzwischen hat sich Breitbart News bei dem "Flüchtling" Podolski entschuldigt.

Von: Rüdiger Hennl

Stand: 21.08.2017

"Breitbart" blamiert sich mit Bild von Lukas Podolski als Flüchtling | Bild: Breitbart UK

Der britische Ableger von "Breitbart" hatte am Freitag einen Bericht über Schleuserkriminalität in Spanien mit einer Aufnahme von Podolski auf einem Jetski bebildert und dazu die Frage aufgeworfen, woher Flüchtlinge so viel Geld hätten, um sich so transportieren zu lassen. In Wirklichkeit zeigt die Aufnahme Podolskis Freizeitgestaltung während der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Am Sonntag wurde das Bild schließlich ausgetauscht, nachdem zahlreiche Leserkommentare und Medienberichte auf den Irrtum aufmerksam gemacht hatten.

"Symbolbild einer Person"

Inzwischen hat sich Breitbart.com auch für die Verwendung des Podolski-Fotos entschuldigt. "Das Foto sollte als Symbolbild einer Person auf einem Jetski dienen", erklärte die Website. Dafür wolle man sich bei dem 32-Jährigen entschuldigen:

"Es gibt keine Beweise, dass Herr Podolski ein Mitglied einer Schleuserbande oder ein Opfer des Menschenhandels ist."

Anmerkung der Redaktion auf der Breitbart-Seite

Post von Poldis Anwalt

Abschließend wünscht "Breitbart" Podolski sogar noch "alles Gute für seinen kürzlich angekündigten Rückzug aus dem internationalen Fußball", doch der 32-jährige will sich die Verwendung seines Fotos nicht gefallen lassen und beauftragte seinen Anwalt Simon Bergmann mit der Angelegenheit.

"Wir werden Breitbart News abmahnen und sie auffordern, eine Unterlassungserklärung abzugeben sowie das Foto aus dem Netz zu nehmen bzw. es nicht in diesem Kontext zu verwenden."

Simon Bergmann, Anwalt von Lukas Podolski, in der Welt

Bannon bei Breitbart

Das amerikanische Internetportal "Breitbart News" gilt als rechtspopulistisch. Erst vor wenigen Tagen wurde Steve Bannon, nachdem er seinen Platz im Team von US-Präsident Donald Trump geräumt hatte, erneut zum Leiter der Seite ernannt. Nur kurze Zeit nachdem er das Weiße Haus verlassen hatte, leitete er bereits wieder eine Redaktionssitzung bei Breitbart. Und er hatte eine Botschaft:  

"Jetzt habe ich die Hände wieder an den Waffen."

Steve Bannon, im Interview mit der Internetseite Weekly Standard

Er kündigte an, den Krieg für Trump und seine Wahlversprechen fortzusetzen. Was er damit vor allem meint, hatte Bannon im Februar die "Dekonstruktion des administrativen Staates" genannt: "Wenn Ihr glaubt, sie geben Euch Euer Land ohne Kampf zurück, dann irrt Ihr gewaltig! Jeden Tag werden wir kämpfen müssen."


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Detlev, Montag, 21.August, 13:08 Uhr

4. Unterlassungserklärung?

Wäre es anders, wie zB bei Hr Bystrom der erfolgreich geklagt hat und der Bericht dazu ... Ach , schlechtes Beispiel....

Nehmen wir mal vorurteilsfrei an jemand macht solch einen Fehler ,benutzt ein falsches Foto und verletzt dadurch Persönlichkeitsrechte.
Er nimmt ändert dies und räumt somit den Grund aus.
Nehmen wir nun an Frau Petry wäre betroffen gewesen und würde nachher! eine Unterlassung bestehen, dann würde der BR reisserisch erklären wie das mit der Unterlassungserklärung und der Abmahnung funktioniert.
Dass es zwar durchaus vorbeugende gibt etc , aber der "Schuldige" nichts weiter zu befürchten hat.
Herr Poldolski wird stattdessen bejubelt....

  • Antwort von Uwe, Montag, 21.August, 14:27 Uhr

    Man begeht also eine Straftat und wenn man hinterher "korrigiert" ist alles in Ordnung? Merkwürdige Rechtsauffassung. Sie haben das Prinzip dieser Art Verleumdung nicht verstanden. Man erzählt irgendwelche Lügen und die bleiben im Gedächtnis. Da hilft eine halbscharige Berichtigung gar nichts. Und genau das ist das Grundprinzip von rechter Hetze. Lügen, lügen und lügen.
    Im Übrigen bejubelt niemand Herrn Podolski deswegen. Nicht er ist das Opfer, sondern die Flüchtlinge, gegen die gehetzt wird. Aber seine persönlichen Rechte wurden verletzt und eben weil nur das 1. Foto im Gedächtnis einschlägiger Leute haften bleibt, hat P. gar keine andere Wahl, als zu klagen.

  • Antwort von Pit, Montag, 21.August, 15:05 Uhr

    Wow, ein falsches Bild ist jetzt eine Straftet , jetzt sind sie aber sehr sehr weit weg von dem Thema "Unterlassung"

    Wow, welch Glück solche Experten um Thema Stammtischinternetneurecht zu haben.

  • Antwort von Truderinger, Montag, 21.August, 15:25 Uhr

    Pit, stellen Sie sich einfach mal, jemand macht eine Fotomontage von Ihnen mit einem Flüchtling im Arm und untertitelt das mit "Integration funktioniert immer besser". Wie würden Sie darauf reagieren?

  • Antwort von Pit, Montag, 21.August, 15:45 Uhr

    Aber lieber Truderinger,
    nicht ablenken verdrehen und Äpfel mit Birnen vergleichen, das machen doch nur Wutbürger.
    Sie haben doch sonst auch so gute Argumente.

    Ich helfe ihnen mal.
    Mein Bild wird fälschlicherweise in einen Bericht zu Stimmung der Bürger kopiert , natürlich sagt der Text wie toll ich das alles finde und wie herzlich mir alle Menschen auf der Strasse begegnen und wie super ich es finde endlich mal meine Steuergelder einen Mehrwert bringen zu sehen.
    Der Fehler wird bemerkt und auch gleich darauf korrigiert, ich bekomme einen Screenshot zugeschickt aber da es jetzt geändert wurde gibt es kein Problem.

    Servus

  • Antwort von Zwiesel, Montag, 21.August, 15:45 Uhr

    @Detlev:
    Wo hat Bystron erfolgreich geklagt? Warum führen Sie das auf, wenn es selbst nach Ihrer Meinung ein schlechtes Beispiel ist? Wo war Frau Petry betroffen, wo hat sie auf Unterlassung bestanden, wo hat der BR dann reisserisch berichtet, wie das mit der Unterlassungserklärung und der Abmahnung funktioniert? Ach so, gar nicht passiert, aber wenn, dann und hätte ja sein können? Also einfach nur mal eine Unterstellung. Und, das mit der Rechtsauffassung beschreibt "Uwe" bestens.

  • Antwort von Mexse, Montag, 21.August, 16:36 Uhr

    Uwe, Zwiesel - nur noch Zustimmung. Klasse gekontert!

  • Antwort von Truderinger, Montag, 21.August, 16:59 Uhr

    Ach Pit, immer noch nicht verstanden, worin der Unterschied liegt! Dabei nennen Sie das Zauberwort ja selbst: Fälschlicherweise! Breitbart hat jedoch in voller Absicht ein sogenanntes Symbolbild verwendet. Sie sehen also, ich vergleiche also eindeutig Äpfel mit Äpfel. Also noch einmal: Ihr Bild wird ABSICHTLICH missbraucht! Wird es jetzt klarer? Mit Handpuppen kann ich es Ihnen hier leider nicht vorspielen:-)

Pit, Montag, 21.August, 12:39 Uhr

3. Falsche Fotoauswahl. Soll bei "besseren" Medion auch bereits vorgekommen sein

Aber Hauptsache man kann Flüchtlinge Trump und Co in einen Artikel pressen.

FakeNews sind wie Mundgeruch, haben immer nur die anderen ;)
Und Truderinger darf wieder geifern...

  • Antwort von Truderinger, Montag, 21.August, 12:46 Uhr

    Nein Pit, ich geifere nicht, ich amüsiere mich über Menschen, die selbst solche Lügen noch verteidigen:-). Aber immerhin kommt nicht das Statement: "Ok, der Podolski ist kein Schleuser, aber zuzutrauen wäre es ihm". Auch das würde mich bei Ihresgleichen nicht überraschen:-D

  • Antwort von Bull, Montag, 21.August, 12:53 Uhr

    Kleiner Unterschied:

    Bei den einen Medien ist es ein unbeabsichtigtes Versehen und wird nach Kritik korrigiert.

    Bei den AfD, Breitbart und anderen Beispielen liegt Absicht vor - weil das zur Methodik gehört (Twitter, Webseitenmeldungen verfälschen, Facebook usw.)

    Tun sie nicht so als würden sie das nicht wissen.

  • Antwort von Haderner, Montag, 21.August, 13:18 Uhr

    Truderinger darf ......
    Pit, was machen Sie ?
    Mundgeruch haben immer..... !

  • Antwort von Pit, Montag, 21.August, 15:37 Uhr

    Kampf gegen das digitale Nirvana

    "Bei den einen Medien ist es ein unbeabsichtigtes Versehen und wird nach Kritik korrigiert."
    Tja , hätte der Autor Bull mal den Artikel gelesen, dann würde er wissen dass sein empfohlenes seriöses Vorgehen so angewendet wurde...

  • Antwort von Bull, Montag, 21.August, 16:28 Uhr

    Aha, der Autor Pit ist Hellseher und kann Fahrlässigkeit von Vorsatz nicht unterscheiden?

    Belegt ist das "Geschäftsmodell" der Fake-News-Fabrik Breitbart mit falschen Informationen zu arbeiten. Damit dürfen sie getrost Vorsatz unterstellen. Auch bei diesem Photoshopping.
    Ich frage mich, wie im aufgeklärten Internetzeitalter an dieser psychologischen Strategie noch Zweifel bestehen können? Den Hingucker und Aufmerksamkeitserreger haben diese Lügner ja wieder ein weiteres mal bekommen.
    Denken sie mal noch eine Zeit darüber nach. Sie kommen schon darauf, wie sich die AfD Methode von der Breitbart-Variante kaum unterscheidet.
    Schießbefehl? AfD-Nürnberg? Überschriften verfälschen? Na, klingelt es?

  • Antwort von Peter, Mittwoch, 23.August, 18:47 Uhr

    Bull: Bei den einen Medien ist es ein unbeabsichtigtes Versehen und wird nach Kritik korrigiert.

    Hätten sie den Artikel gelesen , hätten sie festgestellt dass die Webseite genau dies getan hat.

    Ich mag es nicht wenn Leute gleich in die Kommentar wechseln und dort loslegen.

Truderinger, Montag, 21.August, 11:52 Uhr

2.

Dumm gelaufen, dass es sich hier um einen in den USA unbekannten Fußballer handelt. Wäre das nicht der Fall gewesen, wäre dieser Unfug garantiert auch auf deutschen Fake-News-Liebhaber-Seiten beliebig oft verteilt worden. So wird hoffentlich möglichst oft verbreitet, mit welch unverschämten Lügen rechte Hetzseiten arbeiten!

Erich, Montag, 21.August, 11:22 Uhr

1. Hetze durch Fakes

kennen wir doch zu genüge von den Populisten - ohne Worte