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Bombenfund in Frankfurt Zehntausende müssen ihre Wohnungen verlassen

Rund 70.000 Frankfurter müssen wohl am Sonntag ihre Wohnungen verlassen. Grund ist die Entschärfung einer Weltkriegsbombe, die mitten im Stadtgebiet bei Bauarbeiten entdeckt wurde. Es ist eine der größten Evakuierungen der Nachkriegsgeschichte.

Von: Margit Ehrlich

Stand: 30.08.2017

Bombenfund in Frankfurt | Bild: picture-alliance/dpa

Die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei Bauarbeiten im Frankfurter Westend gefunden worden. Nach Angaben der Polizei muss ein Gebiet im Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe geräumt werden. Unter anderem muss auch das Frankfurter Polizeipräsidium evakuiert werden.

Auswirkungen auf Luftverkehr noch unklar

Es handle sich um eine 1,8 Tonnen schwere Sprengbombe vom Typ HC-4000, die im Zweiten Weltkrieg von britischen Bombern abgeworfen worden war, aber nicht gezündet hatte, teilte die Polizei mit. Laut "Bild"-Zeitung enthält sie rund 1.400 Kilogramm Sprengstoff. Ob die Bombenentschärfung auch Auswirkungen auf den Luftverkehr über Frankfurt hat, ist nach Angaben der Deutschen Flugsicherung in Langen noch unklar.

Bisher größte Evakuierung in Augsburg

Als bisher größte Evakuierung der Nachkriegszeit gilt eine Bombenentschärfung Ende 2016. Damals mussten in Augsburg rund 54.000 Menschen aus ihren Wohnungen. Im Mai dieses Jahres wurden in Hannover 50.000 Anwohner in Sicherheit gebracht, weil eine Weltkriegsbombe unschädlich gemacht werden musste.


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Dank der Luftbildauswertung gefunden, Mittwoch, 30.August, 22:43 Uhr

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Es handelt sich um den gleichen Bombentyp wie in Augsburg. Es ist eine Luftmine, bekannt auch als Wohnblockknacker oder in englisch Blockbuster, die die Aufgabe hatte, Hausdächer für die Brandbomben zu öffnen, um einen Feuersturm zu entfachen.
Die Evakuierung beginnt am Sonntag um 6 Uhr und soll bis 12 Uhr abgeschlossen sein. Danach wird die Entschärfung beginnen.
Geräumt werden müssen u. a. das Bürgerhospital, das Polizeipräsidium, der Hessische Rundfunk, die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Nationalbibliothek und der Palmengarten. Betroffen sind auch 2 der wichtigsten Hauptstraßen, nämlich in Ost-West-Richtung die Adickes- bzw. Miquelallee (Ende A 66, Beginn B 8) und in Nord-Süd-Richtung die Eschersheimer Landstraße. Die U-Bahn liegt mit den Linien U1, 2, 3, 5 u. 8 im Sperrgebiet. Weht am Sonntag Ostwind, wird dies Auswirkungen auf den Flugverkehr haben.