3

Joint Venture mit Brilliance BMW investiert weiter in China

BMW investiert weiter in seine Werke in China. Die Münchner arbeiten in dem Land zusammen mit dem chinesischen Hersteller Brilliance in einem Joint Venture (BBA). Es läuft offensichtlich sehr erfolgreich.

Von: Gabriel Wirth

Stand: 19.05.2017

Der Vertrag mit Brilliance wurde vor einiger Zeit bis auf 2028 verlängert und heute hat das Gemeinschaftsunternehmen BBA in China die Erweiterung seines Werks in Dadong gefeiert.

China ist größter Einzelmarkt für BMW

In nur wenigen Jahren hat BMW in China seine Produktion aufgebaut - gemeinsam mit dem chinesischen Partner Brilliance. 2004 gestartet, können in den Werken des joint ventures in Tiexi und Dadong mittlerweile 450.000 Autos pro Jahr hergestellt werden. Die Standorte gehören mit zu den größten des Konzerns, getreu dem Motto: Die Produktion folgt dem Markt. China ist der größte Einzelmarkt für BMW, vor den USA und Deutschland mit deutlich mehr als 500.000 verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr. Der Finanzvorstand Nicolas Peter rechnet auch in diesem Jahr mit einem höheren Absatz: 

"Wir sind stolz, Partner in China zu sein, Teil des Wachstumsplans 2025. Wir sind auch in diesem Jahr sehr gut gestartet und rechnen mit einem Wachstum von zehn Prozent im chinesischen Markt im Gesamtjahr."

BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter

Zwar gibt es in China keine Dieseldebatte wie in Deutschland. Aber aufgrund der Smogbelastung in vielen Großstädten des Landes setzt die Regierung auf Elektromobilität. Womöglich schon im nächsten Jahr soll eine Elektroquote eingeführt werden. Ein bestimmter Anteil der Neuzulassungen - die Rede ist von acht Prozent - muss dann einen Elektromotor haben. Finanzvorstand Peter macht aus dieser drohenden Pflicht eine Tugend: 

"Gerade der globale Fokus der chinesischen Regierung ist etwas, was uns sehr motiviert, denn wir sehen global viel Potential sowohl mit elektrifizierten als auch mit plug-in-Antrieben."

 BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter

Alle Standorte seien vorbereitet, Elektrofahrzeuge zu produzieren, je nach Bedarf, heißt es. Wie der Vorstand stolz hervorhebt, geht das Werk in Dadong besonders schonend mit der Umwelt um. Produktionsvorstand Oliver Zipse nennt ein Beispiel: 

"Den höchsten Energiebedarf in so einer Fabrik gibt es immer in der Lackiererei. Dort haben wir die neueste Technologie verwendet, d.h. etwa 36 Prozent weniger Emissionen als die Vorgängertechnologie. Der Wasserbrauch wurde um 60 Prozent gesenkt. Es ist ja eine Welt, da machen wir keinen Unterschied zwischen Ländergrenzen. Und wir haben einen globalen Anspruch an unser Produktionssystem."

Oliver Zipse, Produktionsvorstand

Joint venture hat 16.000 Beschäftigte

An den Standorten des joint ventures von BMW und Brilliance arbeiten mittlerweile 16.000 Menschen. Die Autos, die dort hergestellt werden, sind nur für den chinesischen Markt bestimmt. Jürgen Wechsler von der IG Metall Bayern sieht in den Werken bis jetzt keine Gefahr für deutsche Arbeitsplätze:

X3 soll in Dadong produziert werden

In Dadong wird bereits weiter investiert. So sei der Umbau des Südteils des Werks bereits in vollem Gang, teilt BMW mit. Dort soll der X3 produziert werden. Die Produktion folgt dem Markt, dieses Motto gilt für BMW auch in China. Mittlerweile ist das Land nicht nur der größte Automarkt der Welt, die Münchner sind dort auch in wenigen Jahren rasant gewachsen.

Keine Sorge vor Arbeitsplatzverlust

Unter anderem wird der neue 5er in einer Langversion in Shenyang produziert. Zwei Drittel der Autos werden vor Ort produziert. Die hier hergestellten Autos sind nur für den heimischen Markt bestimmt. Deshalb bräuchten sich auch die Beschäftigen in den deutschen Werken keine Sorge machen, dass ihre Arbeitsplätze verlagert werden.


3

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

N.F., Freitag, 19.Mai, 21:12 Uhr

2. ...keine Sorge........

Die einzigen die hier provitiern sind die Zulieferer.
Der kleine Mann am Band oder Lackierei in einem deutschen Autobilwerk wird bald das NACHSEHEN haben.
Wir bauen auf CHINA.

  • Antwort von Hans, Freitag, 19.Mai, 22:42 Uhr

    Im Zuge der geostrategischen Verschiebung der Machtverhältnisse hin zu China bzw. Asien ist es wichtig den Freihandel aufrechtzuerhalten. Beispiel Schweiz - Vietnam. Die Liberalisierung Vietnams brachte seit 2001 ein Exportwachstum von 22% jährlich. Zudem bestand umgekehrt ein großes Interesse an ausländischen Investitionen und Gütern. Im Vordergrund sind die Bereiche Hochtechnologie, Chemie, Infrastruktur, Energieeffizienz und Bildung. (Quelle: economiesuisse.ch) Gleiches sollte auch für die Bundesrepublik gelten. Letztlich profitieren vom Freihandel alle. Wichtig ist, dass man seine Leistungsbilanzen ausgleicht. Bis jetzt haben wir uns zumeist in Richtung USA und GB orientiert. Nur die beiden Länder sind gerade dabei sich wirtschaftlich durch hohe Abgaben auf Importe abzunabeln, um die heimische Wirtschaft zu stärken. Das kann nicht die Lösung sein.

  • Antwort von N.F., Samstag, 20.Mai, 08:15 Uhr

    Was ist dann wenn z B. in Regensburg o.in DGF die eine oder andere Modellserie in China gebaut wird weils dort billiger ist.
    Die Mitarbeiter können dann gehn 2018,so wie in NiederaichbachWörth/isar Fa TREVES .

  • Antwort von Hans, Samstag, 20.Mai, 09:30 Uhr

    Die haben soviel zu tun, dass sie sich um das kleine Nischenprojekt in Deutschland nicht auch noch kümmern können.

Hans, Freitag, 19.Mai, 19:35 Uhr

1.

Nachdem sich GB und die USA immer mehr international isolieren, ist es aus meiner Sicht wichtig, dass Europa die Handelsbeziehungen Richtung China bzw. Asien ausbaut und nicht den Protektionismus präferiert.. Es muss aber auf gleicher Augenhöhe geschehen, um nicht den Eindruck zu vermitteln, dass europäische Flaggschiffe zum Verkauf stünden.