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Wetter in Bayern Entspannung nach dem Blitzeis

Gefrierender Regen ließ gestern in Teilen Bayerns Straßen und auch Start- und Landebahnen rutschig werden. Mehrere Unfälle waren die Folge. Doch für den Rest des Wochenendes dürfte das Blitzeis vielerorts deutlich seltener zum Problem werden.

Stand: 24.01.2016

Viel Arbeit bedeutete das Glatteis für Polizei und Rettungskräfte: Auf der A96 (München-Lindau) geriet ein Lastwagen bei Greifenberg ins Schleudern und prallte gegen eine Lärmschutzwand. Weil Teile der Wand auf die Gleise der Ammerseebahn fielen, wurde die Strecke zeitweise gesperrt.

Unfallserie auf der A3

Auf der A3 bei Aschaffenburg löste Biltzeis innerhalb von 45 Minuten eine ganze Unfallserie aus: Zwei Autoinsassen wurden in der Nacht auf Samstag schwer verletzt, einer davon lebensgefährlich, so die Polizei. Es handelt sich um einen 19-Jährigen, der mit seinem Pkw gegen einen Lkw prallte, der sich bei Hösbach quer gestellt hatte.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kam es vor allem in der Mitte des Freistaats zu Glatteis. Am gefährlichsten war es im Bereich zwischen Coburger Land und Alpenvorland. Dort herrschten in der Nacht auf Samstag mit bis zu minus 15 Grad Celsius auch die niedrigsten Temperaturen. Im Laufe des Samstags entspannte sich die Lage. Von Samstag auf Sonntag dürfte es deutlich seltener zu Glätte kommen. Von Sonntag auf Montag wird es laut DWD voraussichtlich regnerisch, ab Montagfrüh bleibt es trocken und wird deutlich milder. Ausführliche Informationen zum Wetter in Bayern gibt es auch hier

Ein Lkw stand quer auf der A3.

Schon zuvor war es auf der Gegenfahrbahn zu einem Unfall gekommen: Eine 27-Jährige wurde gegen die Außenleitplanke geschleudert und kam auf dem rechten Fahrstreifen zum Stehen. Die Frau erlitt schwere Verletzungen, als ein Sattelzug auf ihren Pkw auffuhr. Die Autobahn war über zwei Stunden lang gesperrt. Blechschaden entstand bei weiteren Glatteisunfällen: Bei Stockstadt rutschte ein Sattelzug in einen Pkw, bei Hösbach ist sogar ein Streufahrzeug ins Schleudern geraten und streifte einen Pkw.

Keine Post in München - spiegelglatte Gehwege

Die Münchner mussten nicht nur auf glatte Gehwege achten, sie warteten oft auch vergeblich auf ihre Post: Im kompletten Stadtgebiet München haben Briefträger der Deutschen Post keine Sendungen ausgeliefert. Die Gefahr von Beinbrüchen auf den eisglatten Straßen schien zu hoch. Die Münchner Abteilungsleiter hätten entschieden, dass die Arbeit für die Mitarbeiter unter den herrschenden Wetterbedingungen zu gefährlich sei, erläuterte ein Pressesprecher. Pakete würden hingegen wie gewohnt zugestellt, ebenso Sendungen an Postfächer. Im Gegensatz zu Paketzustellern sind Briefzusteller in München meist mit Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs. Der Zustellungsstopp für Briefen gilt zunächst nur für Samstag. Voraussichtlich werden die bereits vorsortierten Briefe am Montag ausgeliefert.

"Die Kollegen haben oft mit widrigen Witterungsverhältnissen zu tun. Ich kann mich jedoch nicht erinnern, dass wir so einen Fall schon hatten!"

Pressesprecher, Deutsche Post

Allein in München 50 Stürze auf eisglatten Gehwegen

50 Einsätze bei denen gestürzte Passanten versorgt werden mussten, registrierte die Integrierte Leitstelle der Münchener Feuerwehr bis zum Samstagmittag. Allerdings wurde dabei niemand schwerer verletzt, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Die Anrufe von Passanten, die andere verletzt auf Gehwegen und Straßen Münchens gefunden hatten, häuften sich seit den Morgenstunden und ließen dann allerdings gegen Mittag etwas nach. Am Nachmittag, so ein Feuerwehrsprecher habe sich die Situation wieder normalisiert.

Flugausfälle am Münchner Flughafen

Wegen Glatteis wurden am Münchner Flughafen rund 40 Verbindungen gestrichen. Andere Flüge hatten sich verspätet. Um die beiden Start- und Landebahnen enteisen zu können, mussten sie abwechselnd gesperrt werden.


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