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BKA-Chef Holger Münch Erhöhte Terrorgefahr in Deutschland

Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, spricht im Interview mit dem BR von der steigenden Zahl islamistischer "Gefährder" in Deutschland. Ganz Europa stehe im Fokus der Terroristen.

Stand: 29.03.2016

Ein Mitarbeiter der Tatortgruppe "Sprengstoff Brand Entschärfung" des Bundeskriminalamtes (BKA) | Bild: picture-alliance/dpa

Das BKA prüfe laufend mögliche Verbindungen zu den Attentätern von Brüssel. Bislang könne die Behörde aber nur feststellen, "dass Deutschland als Transitland genutzt wurde und keine direkten Verbindungen bestehen." Aktuell gebe es keine konkreten Hinweise auf geplante Attentate in Deutschland dazu. Allerdings gebe es auch in Deutschland "relevante Personen", die gefährlich seien, so das Bundeskriminalamt.

"Wir können festhalten, dass Europa, und damit euch Deutschland, im Zielspektrum des islamistischen Terrorismus steht, damit gehen wir hier in Deutschland von einem erhöhten Anschlagsrisiko aus. Wir zählen aktuell 470 solcher Gefährder und die Zahl ist in den letzten Jahren stark gestiegen."

Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamtes

Mangelnde Zusammenarbeit

Um die Kommunikation mutmaßlicher Terroristen überwachen zu können, müssten die Behörden in technische Innovationen investieren. Münch mahnte außerdem eine bessere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene an. Die deutschen Behörden seien insgesamt gut vorbereitet. Seit der Jahrtausendwende, so BKA-Chef Holger Münch, habe es elf versuchte Anschläge in Deutschland gegeben, die man vereitelt habe. Man habe seit den Anschlägen von 2001 viel gelernt.

"Wir können aus der Vergangenheit schon sehen, der Islamismus ist auch hier präsent, aber es ist nicht nur Glück sondern auch ein gutes Zusammenwirken der Sicherheitsbehörden."

Holger Münch, Chef des Bundeskriminalamtes


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