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Studie zu Glyphosat Ergebnisse werden zurückgehalten

Krebserregend oder nicht - das war die Ausgangsfrage einer Untersuchung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Die Studie ist abgeschlossen, doch die Ergebnisse werden zurückgehalten. Wirklich nachvollziehbare Gründe gibt es nicht, sagen Vertreter von Gesundheitsorganisationen.

Von: Mira Barthelmann

Stand: 24.08.2015

Maisfelder und die Verwendung von Glyphosat | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Maisfeld irgendwo in Bayern. Es ist davon auszugehen, dass auch dieser Acker mit dem Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gespritzt wurde. Fast jeder konventionelle Landwirt nutzt das Gift, um sich eine gute Ernte zu sichern. Über den Einsatz sprechen will laut Bayerischem Bauernverband derzeit niemand. Das Thema sei zu heikel, die Landwirte sehr verunsichert.

Für Glyphosat endet nächstes Jahr die europäische Zulassung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte von der EU-Kommission den Auftrag den Wirkstoff neu zu prüfen – als Entscheidungshilfe, ob Glyphosat weiter verwendet werden darf oder nicht. Der Bericht liegt vor. Die Kommission weigert sich aber, ihn an die Öffentlichkeit herauszugeben.

Verdächtiges Schweigen

"Die Begründung ist sehr überraschend: Die Europäische Kommission sagt, es gäbe keine überwiegenden, öffentlichen Interessen hier, die das rechtfertigen würden, die Daten freizugeben. Und wir sind der Ansicht, dass die Interessen eigentlich sehr offensichtlich sind. Es gibt internationale Organisationen, wie die Weltgesundheitsorganisation, deren zuständige Kommission sagt: Dieses Mittel ist krebserregend."

Christoph Then, Testbiotech e.V

Monsanto ist ein US-Unternehmen, das Saatgut und Herbizide produziert.

Glyphosat ist ein Pflanzenschutzmittel, das jeder Hobbygärtner in Gartencentern und Baumärkten kaufen kann. Die Hersteller verwahren sich gegen den Krebsverdacht der WHO, haben selbst Studien herausgegeben, die die Unbedenklichkeit belegen sollen. In der Regel verlässt sich die EU-Kommission bei Zulassungen blind auf die Empfehlungen des deutschen Instituts für Risikobewertung. Die fehlende Transparenz bei der Glyphosat-Entscheidung ruft jetzt immer mehr Parteien auf den Plan.


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