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Klimawandel und Varroamilbe Warum unsere Bienen sterben

Viele Bienen haben den Winter nicht überlebt, und zwar nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Wärme. Schuld daran sind der Klimawandel und die Varroamilbe. Die Landtagsabgeordneten im Landwirtschaftsausschuss machen sich Sorgen und haben heute mögliche Lösungen für das Bienensterben besprochen.

Von: Johannes Reichart

Stand: 17.05.2017

Biene | Bild: picture-alliance/dpa

Es brummt auf dem Dach des Landtags, zufällig heute, wenn drinnen das Thema Bienensterben besprochen wird, schaut die Hobbyimkerin nach ihren Bienen. Denen geht es gut, im Gegensatz zu vielen anderen Artgenossen – rund ein Viertel des gesamten bayerischen Bienenbestands hat den Winter nicht überlebt. Für den Grünen Abgeordneten Ulrich Leiner alarmierende Zahlen:

"Das besorgt uns ganz stark, weil die Landwirtschaft lebt von den Bienen."

Ulrich Leiner, Bündnis 90/Grüne

Varoamilbe macht den Bienen zu schaffen

Wieder einmal ist das Bienensterben auf der Tagesordnung im Landwirtschaftsausschuss des Landtags. Regina Eberhart aus dem Landwirtschaftsministerium erklärt, dass 46.000 Bienenvölker gestorben sind, weil die Varoamilbe durch die vergangenen milden Winter viel Zeit hatte, sich zu verbreiten.

"Die Varoamilbe vermehrt sich in der Bienenbrut, und wenn die Bienen lange brüten und das haben sie im milden Winter vorher getan, dann steigt die Varoalast und damit wird dann die Bekämpfung schwieriger."

Regina Eberhart, Bienenexpertin

Die Winter werden wohl auch in Zukunft nicht wieder kälter werden, also wie kriegt man die Varoamilbe in den Griff. Es gibt Gegenmittel, doch auch die haben ihre Tücke, sagt die Bienenexpertin.

"Problem bei allen Varoa-Behandlungsmedikamenten ist, dass immer eine Gradwanderung zwischen Schädigung der Milbe und dann eventuell Mitschädigung der Biene zu beachten ist."

Regina Eberhart, Bienenexpertin

Landwirtschaft in der Pflicht

Am besten ist der Gebrauch von organischen Säuren wie der Ameisensäure. Aber nicht nur der Klimawandel, auch die intensive Landwirtschaft hat dazu beigetragen, dass es den Bienen in Bayern nicht mehr gut geht, ist Ulrich Leiner von den Grünen überzeugt:

"Früher hatte man 12, 14 Kühe – da war es noch möglich, viele Bienenvölker zu betreuen. Das wurde durch die Spezialisierung zurückgedrängt, weil einfach diese Zeit nicht mehr war, sich zu kümmern."

Ulrich Leiner, Bündnis 90/Grüne

Hoffnung durch Hobbyimker

Der Grünen Politiker will den schwarzen Peter nicht den Bauern zuschieben. Denn diese bräuchten Unterstützung seitens der Regierung, um von den Monokulturen wie dem Mais wegzukommen. Etwa durch eine Subventionierung von alternativen, bienenfreundlichen Pflanzen wie der durchwachsenen Silphie. Zum Glück gibt es da noch die Hobbyimker, die auch mit kleinen Bienenstöcken in den Innenstädten für eine flächendeckende Bestäubung in Bayern sorgen, sagt Regina Eberhart vom Ministerium. Aber wenn kann eigentlich zum Hobbyimker werden?

"Ein Balkon ist vielleicht nicht ganz ausreichend, ein Garten ist sicher schöner – auch weil man ja einfach mit den Nachbarn zurechtkommen muss und nicht jeder Nachbar hat es vielleicht so gerne, wenn da auf dem Balkon nebenan ein Bienenvolk ist. Man sollte auf jeden Fall einen Imkerkurs besuchen, weil einfach nur einen Bienenkasten aufstellen und die Bienen sich selber überlassen, ist nicht im Sinne der Bienen, weil die Bienen schon hauptsächlich durch die Varoamilbe eine Begleitung durch den Imker, durch den Menschen brauchen."

Regina Eberhart, Bienenexpertin


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Burghard Wengel, Donnerstag, 18.Mai, 16:34 Uhr

7. Bienensterben

Ich Imker seit 3 Jahren. Zur Zeit mit 7 Völker. Davon ist mir nie ein Volk im Winter gestorben. ICH Bin StADTIMKER! , DADURCH BRAUCHE ICH NICHT IN DIE MONOKULTUREN WANDERN. MEINE BIENEN FINDEN IN DER STADT UNGESPRITZTES TRACHTFUTTER. Dies ist der eine Punkt! Der andere, ich habe nur im ersten Jahr eine Behandlung mit Ameisensäure gegen die Varoamilbe durchgeführt! Die letzten 2 Jahre habe ich, gegen den Rat meiner Imkerkollegen, nur mit Brutentnahme geimkert! Dies wird seit Jahren vom Imkerverband propagiert, umsonst, wie ein Sachverständiger vor kurzem in Hünfeld in einem Vortrag festgestellt hat.
Die Ameisensäure ist für mich Völker schädigend. Den Hauptanteil haben aber Bayer und Co mit ihren Spritzmittel! Wenn etwas passiert und Völker massenhaft sterben, hat der Landwirt verkehrt gespritzt!
MfG B. Wengel

Entgifter, Mittwoch, 17.Mai, 21:34 Uhr

6.

@ Kommentar 4: Genau so ist es! Zustimmung!

Eau Sauvage, Mittwoch, 17.Mai, 20:51 Uhr

5.

Nach dem Bundestagswahlkampf wird es vermutlich auch den Bienen wieder besser gehen. ;-)

Max, Mittwoch, 17.Mai, 20:40 Uhr

4. Giftmischer

Die Hauptschuldigen sind die amtierenden Politiker, die keinen Finger krumm machen um uns und die Umwelt vor dem Missbrauch durch Pestizide zu schützen.
Gern schiebt man das Bienensterben auf die globale Erwärmung, aber es ist vor allem ein hausgemachtes Problem.
Auch für die Landwirte, die physisch jeden Tag das Gift ausbringen habe ich keinerlei Verständnis. Jeder von denen soll sich schämen! Die wissen genau was sie tun, es gibt inzwischen genug Informationen.
Der BR Journalist darf sich gleich mitschämen, da er sich nicht traut die Giftmischer von Bayer & Co beim Namen zu nennen (vgl. auch Kommentar 2)
Hochachtung vor den Bio-Landwirten! Die tun unmittelbar etwas für uns und die Natur, trotz aller bürokratischer Hürden die man Ihnen aufbaut!

Selim, Mittwoch, 17.Mai, 20:20 Uhr

3. Smartphone

Mich würde mal interessieren, wie sich die Verstrahlung der Welt mit diesen Handystrahlen, Velans und so auf die Insekten auswirklt.
Es ist Zeit, dass sich mal unabhängige Spezialisten damit befassen.
Neonicotinoide und dieses andere Schweinzeug, von dem die Landwirtschaft abhängig gemacht wurde,
ist natürlich nicht schuld.
Und wenn´s der Klimawandel ist,
na, dann setzen wir uns in den Billigflieger und fliegen wo hin,
wo es noch schön ist...