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Nach dem Beck-Rücktritt Grüne distanzieren sich

Nach den Drogenvorwürfen gegen den Grünen-Politiker Volker Beck gehen Spitzenpolitiker der Partei auf Distanz zu dem Abgeordneten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht von "schwerem Fehlverhalten".

Von: Achim Wendler, Max Muth

Stand: 03.03.2016

Volker Beck | Bild: picture-alliance/dpa/Uli Deck

Auch die eigenen Leute machen Volker Beck Vorwürfe nach dem Drogenfund bei dem grünen Bundestagsabgeordneten: Sein Parteikollege Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, kämpft dort vor der Landtagswahl gerade um jedes Zehntel Prozent. Zuletzt sah es so aus, als würden seine Grünen bei der Landtagswahl nächste Woche mehr holen können als die CDU. Schmälert der Fall Beck nun die Erfolgsaussichten?

"Es ist schon ein schweres Fehlverhalten. Aber ich kann nur hoffen, dass einzelnes Fehlverhalten nicht auf alle übertragen werde"

Winfried Kretschmann im Morgenmagazin von ARD und ZDF

Grünen-Chef Cem Özdemir lobte den schnellen Rückzug seines Parteifreundes Beck. Das sei der „Schwere der Vorwürfe angemessen“, sagte Özdemir im Fernsehsender N24. Volker Beck war gestern nach Bekanntwerden der Vorwürfe als innen- und religionspolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion zurückgetreten.

Respekt vor Becks schneller Reaktion

Auch Kanzleramtsminister Peter Altmeier (CDU) bekundete via Twitter Respekt für die "schnelle und klare Reaktion“. Stellenweise regte sich Mitgefühl mit Beck. Wenn jemand am Boden liegt, sollte man nicht noch draufschlagen, verlangte der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach in der Bild-Zeitung. Der Linke Frank Tempel stellte fest, im Fall Beck gehe es "ausschließlich um Selbstschädigung“. Und fragte, ob es richtig sei, darauf mit Polizei und Staatsanwaltschaft zu antworten – "und nicht mit Hilfsangeboten“?

Weniger Verständnis bekommt Beck von Teilen der Medien. Die Bild-Zeitung titelte heute: "Grüner mit Hitlerdroge erwischt", eine Anspielung darauf, dass der Wirkstoff in Crystal Meth während der Nazizeit in Pillenform an Soldaten verteilt wurde.

In den sozialen Medien wird die reißerische Berichterstattung unter dem Hashtag #Hitlerdroge kommentiert. Vor allem in den Kommentarspalten der Onlinemedien gibt es aber auch viel Häme für Beck. Der wäre nicht der erste Bundestagsabgeordnete, dem Crystal Meth zum Verhängnis wird. Der SPD-Politiker Hartmann musste 2014 zugeben, die Droge konsumiert zu haben. Hartmann hat sein Bundestagsmandat behalten, auch Beck will das Mandat offenbar nicht abgeben. Zu den Vorwürfen selbst will sich Beck "zu gegebener Zeit" über seinen Anwalt äußern. Gestern hatte Beck in einer allgemeinen Erklärung nur mitgeteilt, er "habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten."


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Sabine Müller, Donnerstag, 03.März, 18:24 Uhr

9. Beck muss einen schwarzen Spiegel haben!

Wer andere immer nur kritisiert und soviel Dreck am Stecken hat, der kann zu Hause nur einen schwarzen Spiegel haben. Denn sonst kann niemand jeden Tag da rein gucken und andere laufend kritisieren. Klar, viel werden wieder sagen: "dies bißchen, das war doch nur zur Bewußtseinserweiterung gedacht". Liebe Leute die Wirklichkeit sieht leider völlig anders aus. Mit diesem Zeugs wird das Verbrechen, Frauenunterdrückung und vieles andere Negative unterstützt. Und falls es nicht Christel war, auch andere Drogen unterstützen genau dasselbe. Um um auch das zu relativieren - Alkohol mag genauso beschissen sein, damit verdienen sich Verbrecher aber nicht den Kopf schwindelig!

Rumplhanni, Donnerstag, 03.März, 16:03 Uhr

8. Wer sich für seine Überzeugungen einsetzt, gehört nur

ehrlich kritisiert, darf sich nicht wie vorwiegend Grün-Rot radikal gegen Andersdenkende äußern - kleine Parteien, in Relation wenige Politiker, Presse-hofiert.

Auch Roth spricht für Beck:"Wer ihn kennt, weiß, dass ihm ganz besonders der Vorsitz der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe sehr viel bedeutet hat."

Roth hat sich mit Friedman TV-blamiert - in „liberaler“Presse kaum kritisiert. CDU-Bosbach belächelte ihren Freud´schen Versprecher ehrlich „liberal“. Friedman ist für viele nicht jüdisches Vorbild, ehemals Vizepräsident ZDJ, wäre für mich eher einer a´la Kishon - fröhlich, aber kritisch spitz. Dass Roth einem Broder in BR-Münchner Runde vorgezogen wurde, können viele nicht verstehen.Es würde reichen, Roth vom Band sprechen zu lassen - der mahnende Zeigefinger nur gegen das eigene Volk hat sich zur Genüge eingebrannt.

Becks Fehltritt werden viele menschlich nachsehen.„Hochmut kommt vor dem Fall“ sollten sich bunte Politiker besser mal auf ihre Plenarbänke schreiben.

Martin D., Donnerstag, 03.März, 15:37 Uhr

7.

Wenn aber die CSU und andere beim Starkbieranstich in aller Öffentlichkeit Alkohol konsumieren oder ein inzwischen verstorbener Altkanzler ketteraucht, dann ist die Welt in Ordnung? Klar, das eine ist illegal, aber das andere fordert jährlich zigtausende Tote in Deutschland.

wm, Donnerstag, 03.März, 15:18 Uhr

6. Bundesverdienstkreuz

Drogen u.Bundesverdienstkreuz passen irgendwie nicht zusammen!

Ralf Lauer, Donnerstag, 03.März, 14:48 Uhr

5. Volker Beck

Wem schadet Herr Beck? Wieso mischt sich hier der Staat überhaupt ein? Weil er an der Droge nichts verdient. An Alkohol und Nikotin
sterben die Leute zu Hunderttausenden. Vorher haben sie die Kosten für medizinische Behandlungen in die Höhe getrieben. Aber der Staat nimmt dafür Milliarden ein.
Dieses Land ist schon lange unheilbar krank. An Scheinheiligkeit.