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Jahrestagung in Köln Beamtenbund will mehr Personal wegen Flüchtlingen

Die Jahrestagung des Deutschen Beamtenbundes steht diesmal ganz im Zeichen der Flüchtlingskrise. Um die Migration zu bewältigen, fordert die Gewerkschaft mehr Personal. 200.000 Beschäftigte sollen im Öffentlichen Dienst derzeit fehlen.

Von: Birgit Harprath

Stand: 11.01.2016

Archivbild: Bühnendekoration der Jahrestagung des dbb 2012 | Bild: picture-alliance/dpa

Einmal im Jahr lädt der Deutsche Beamtenbund seine Mitglieder zu einer Konferenz. Auf der Tagesordnung stehen dann immer auch aktuelle politische Themen. Heuer ist das die Flüchtlingskrise. In Köln erwartet der Beamtenbund heute Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU). Von ihm erhofft sich die Gewerkschaft Antworten darauf, mit wieviel Personal der Zustrom bewältigt werden soll.

Vor einem Jahr warnte Klaus Dauderstädt als Vorsitzender auf der Jahrestagung des Beamtenbundes vor einem weiteren Personalabbau im Öffentlichen Dienst. Inzwischen ist auch bei Bund, Ländern und Kommunen die Erkenntnis gereift, dass wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen insgesamt mehr Personal angesagt ist. So erklärte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach den Terrorwarnungen: "In diesen Fällen können es nicht genug Polizeibeamte sein."

Öffentlicher Dienst verliert an Attraktivität

Das gilt nicht nur für die Polizei. Der Beamtenbund spricht von 200.000 Beschäftigten, die dem Öffentlichen Dienst aktuell fehlen - auch wegen der Flüchtlingskrise. Gemeint sind nicht allein verbeamtete Kräfte. Der Beamtenbund vertritt zwar vor allem Staatsdiener und Pensionisten, von den rund 1,3 Millionen Mitgliedern sind aber etwa ein Drittel Angestellte. Die bekanntesten sind die Lokführer der zum Bund gehörenden Gewerkschaft der Lokführer (GdL). Für viele von ihnen beginnt demnächst die Tarifrunde.

Bund und Kommunen verhandeln mit den Gewerkschaften dann über ein Einkommensplus. Klar, für was sich der Beamtenbund stark macht: für ein deutliches Plus angesichts der Aufgaben im Öffentlichen Dienst. Denn so attraktiv wie früher einmal ist der nicht mehr. Die Wirtschaft bietet oft höhere Einkommen und der sichere Arbeitsplatz beim Staat ist durch die hohe Zahl der befristet vergebenen Stellen inzwischen auch ein schwaches Argument, sich zu bewerben.

  • Birgit Harprath | Bild: BR/Julia Müller Birgit Harprath

    BR-Expertin für Tarifpolitik und Arbeitswelt. Redaktion Wirtschaft und Soziales

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