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Umstrittene Öl-Pipeline in den USA Proteste vor der BayernLB

Rund 50 Demonstranten haben vor der Bayerischen Landesbank in München gegen den Bau der umstrittenen Dakota-Access-Pipeline protestiert. Die Leitung soll große Ölvorräte im Norden der Vereinigten Staaten in die Nähe des 2.000 Kilometer entfernten Chicago bringen.

Von: Peter Kveton

Stand: 02.02.2017

Protest gegen von US-Präsident Trump genehmigtes Öl-Pipeline-Projekt  | Bild: BR/Caroline von Eichhorn

Vertreter meherer Nichtregierungsorganisationen übergaben der BayernLB eine Liste mit rund 250.000 Unterschriften, die sich gegen die Finanzierung der Öl-Pipeline durch die Bank wenden. Die Aktion ist Teil einer globalen Aktionswoche gegen die fast 2.000 Kilometer lange Leitung, mit der durch Fracking gewonnenes Öl aus North-Dakota nach Illinois, in die Nähe von Chicago, transportiert werden soll.

Für Linda Neddermann von der Organisation campact ein gefährliches Projekt aus der Steinzeit der Energiegewinnung:

"Die North-Dakota Öl-Pipeline ist mega klimaschädlich. Sie soll außerdem durch einen See führen, der 17 Millionen Einwohnern als Trinkwasserquelle dient. 80 Millionen Liter Fracking-Öl soll die Pipeline täglich durch die Rohre pumpen. Wenn da Lecks entstehen ist das schädlich für die Menschen, die Umwelt und das Klima."

Linda Neddermann, campact

Kosten über 2 Milliarden US-Dollar

Diese Demonstranten sind in Sorge um das Klima

Die Leitung durchquert außerdem mehrere empfindliche Flusslandschaften und einen Landstrich, der von den Indianern als heiliges Land betrachtet wird. Weltweit protestieren Umweltverbände und Menschenrechtsorganisationen gegen das Projekt. Kosten soll die Pipeline mehr als zwei Milliarden US-Dollar, finanziert durch ein Banken-Konsortium, an dem auch die BayernLB beteiligt ist, wie Regine Richter von der Organisation "urgewald" erklärt:

"Jetzt sind die Banken, die beteiligt sind, in die Kritik geraten. Nun sind sie hingegangen und beauftragen eine Kanzlei für Menschenrechte und lassen prüfen, ob die Konsultationen richtig gelaufen sind, ob das Genehmigungsverfahren richtig gelaufen ist, ob die internationalen Standards eingehalten wurden."

Regine Richter, urgewald

Aktivisten übergeben 250.000 Unterschriften

Eine Kanzlei für Menschenrechte wurde auch deshalb eingeschaltet, weil die Staatsmacht in diesem Fall offenbar nicht zimperlich mit den Gegnern umgeht, wie Johannes Rohr vom Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie berichtet, der erst am Sonntag aus North-Dakota zurückgekommen ist: "Sie sind mit Gummigeschossen beschossen worden, also mit Metallgeschossen und einer Gummiummantelung. Sie sind mit Lärmkanonen, mit Infrarot-Hitze-Kanonen angegriffen worden, mit Tränengas-Kanistern beworfen worden."

Für die Landesbank eine unangenehme Situation. Sie wollte heute auch nicht Stellung beziehen und verwies auf eine Erklärung vom Dezember, in der es heißt:

"Die Landesbank begrüßt ausdrücklich die Einbindung der Anwaltskanzlei, die die Einhaltung der Standards und der Menschrechte überprüfen soll."

Erklärung der BayernLB

Die Aktivisten übergaben einem Vertreter der Landesbank eine Liste mit 250.000 Unterschriften - in der Hoffnung, dass die bayerische Landesbank vielleicht doch noch die Finger von dem unappetitlichen Geschäft lässt. In den USA hatte der frühere Präsident Obama das Projekt eigentlich schon auf Eis gelegt. Der neue Präsident Trump aber, hat es per Dekret wieder in Gang gesetzt.


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Loretta Moore, Samstag, 11.Februar, 20:12 Uhr

20. Antwort von der BayernLB

Oh Wunder! Habe diese Woche das erste Mal ein Antwortschreiben auf meine Protestmails seit November bekommen. Leider unverbindliches PR-Sprech statt klarer Positionierung gegen das Unrechtsprojekt. Interessant dennoch, dass das Schreiben wenige Stunden nach meiner Ankündigung kam, jetzt bei den Großkunden der BayernLB mal nachzufragen, wie die denn das schmutzige Geschäft ihrer Kernbank finden. Z.B. die Deutsche Bahn AG, deren wichtigstes Verkaufsargument der Umweltschutz ist. Ich finde, dass sich auch Kommunen überlegen sollten, ob sie mit solchen Förderern von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung wirklich weiter Geschäfte machen wollen. Die Stadtverwaltung von Seattle, Washington hat es vorgemacht und ihr Geld aus Wells Fargo, einer der anderen DAPL-Investoren rausgezogen. Bravo dieser Kommune!

Dirk Wegner, Dienstag, 07.Februar, 17:50 Uhr

19. 2000 km Öl-Pipeline von North-Dakota nach Illinois

Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich bin entsetzt über das Vorgehen der Banken und der Mächtigen, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen und die Menschenrechte dabei mit Füssen getreten werden.

Dazu kann und darf man nicht schweigen. Das ist ein himmelschreiendes Unrecht, dass der Lebensraum und -Qualität von Tausenden zerstört wird.
Wer von den Verantwortlichen würde eines seiner Kinder in der Gegend der Ölpipline wohnen lassen wollen?
Wo sind wir mittlerweile angekommen? Wer zieht die Verantwortlichen zur Rechenschaft?
Der kleine Ladenräuber kommt für Jahre ins Gefängnis. Aber wer verklagt die Mächtigen Ölkonzerne?
Keiner, weil fast alle vom Öl abhängig sind und daher aus Befangenheit abgelehnt werden müssten.
Auch der Präsident ist ein Lobbyist der großen Weltkonzerne.
Herr Jesus, du Allmächtiger, du wirst gerecht richten und das Schreien der Elenden hören. Segne Präsident Trump!
Jeder wird vor deinen Richterstuhl treten müssen und sich für seine 'Werke verantworten.

kNUT LUGERT, Dienstag, 07.Februar, 16:45 Uhr

18. PROTEST GEGEN ÖLPIPELINE

ÖLWIRTSCHAFT IST SOWAS VON GESTERN !!!

Graf Gustav, Dienstag, 07.Februar, 11:19 Uhr

17. LB

Wie weit degeneriert die Menschheit noch !!

franz ott, Dienstag, 07.Februar, 09:45 Uhr

16. Trumpline

ich meine es reicht! diese pipeline wurde nicht umsonst verboten! was dort nun passiert ist eine glatte tötung von menschen, natur und deren rechte!!